"111 Orte, die man gesehen haben muss"

Muss man Mitterfelden wirklich gesehen haben?

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Auch der Ainringer Ortsteil Mitterfelden mit der wahrscheinlich größten Plattenbausiedlung im Landkreis findet Erwähnung im Band - zurecht!
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Landkreis BGL - Die Neuauflage eines Sehenswürdigkeiten-Buches für den Landkreis überrascht: Unter den "111 Orten im BGL, die man gesehen haben muss" findet sich auch so manch Unerwartetes.

"Bergbau, größte Maschine der Welt, Eisenverhüttung, Jugendstilarchitektur, Sigmund Freud, Philharmonie - denken Sie dabei an das Berchtesgadener Land?" So beginnen Lisa Graf-Riemann und Ottmar Neuburger in der nun erschienenen Neuauflage ihres Buches "111 Orte im Berchtesgadener Land, die man gesehen haben muss". Es will weder Reise- noch Wanderführer sein, sondern "viele Details aufzeigen, die auch Einheimische noch nicht kennen",  so Graf-Riemann im Gespräch mit BGLand24.de.

Und tatsächlich: Es sind gerade die "nicht-touristischen" Tipps, die das Buch auch für Einheimische lesenswert machen. Das Naturbad Aschauerweiher in Bischofswiesen, die Milchwerke in Piding, die Salzburger Straße in Marktschellenberg, die Hindenburglinde in der Ramsau oder die Salzachbrücke von Laufen nach Oberndorf kennt zwar jeder Hiesige - aber sie lenken den Blick eben weg von den "Klassikern" Watzmann, Königssee, Salz für die der Landkreis deutschlandweit bekannt ist.

Ein Blick über den touristischen Tellerrand hinaus

In den Beschreibungen zu den 111 Sehenswürdigkeiten dürfte dann auch manch Alteingesessener Details finden, die er noch nicht kannte. Eine dieser Überraschungen im Buch von Graf-Riemann und Neuburger findet sich gleich an der zweiten von 111 Stellen: "Mitterfelden - Orte als wandelbare Zeitzeugen." Ja, auch der Ainringer Ortsteil mit der wahrscheinlich größten Plattenbausiedlung im Landkreis ist den Autoren eine Erwähnung wert: "Manche Orte verändern über die Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte ihr Gesicht nicht merklich. Sie bleiben, was sie sind. Andere liegen an historischen Verwerfungslinien und wandeln sich, passen sich an, wechseln ihr Gesicht und sind kaum mehr erkennbar. Mitterfelden ist so ein Ort." Der Fokus im Text liegt zwar schließlich auf der Nutzung als Flughafen während der NS-Zeit - aber die Erwähnung Mitterfeldens beweist, dass das Buch weit über den touristischen Tellerrand hinausblickt.

Das geschieht auch geografisch. Auch wenn sich die Autorin Lisa Graf-Riemann im Gespräch als "Untersberg-Fan" outet, seit acht Jahren lebt sie in Marktschellenberg: Sie bleibt nicht an den Landkreisgrenzen kleben. Das Keltenmuseum in Hallein findet etwa genauso Erwähnung wie der Wochinger-Biergarten in Traunstein. Es habe zwar eine Zeit gedauert, bis der Plan stand, welche 111 Orte man in das Buch aufnehmen wolle, "aber innerhalb eines halben Jahres, von Frühjahr bis Herbst, sind wir das dann alles abgegangen", so Graf-Riemann - sie hat ihre Füße ganz bestimmt nicht auf die falschen Orte im Landkreis gesetzt.

"111 Orte im Berchtesgadener Land, die man gesehen haben muss" ist im Emons-Verlag erschienen (ISBN 978-3-89705-961-0) und für 14,95 Euro im Handel erhältlich.

xe

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