Bremser im Bayerischen Wirtschaftsministerium?

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SPD-Kreisräte aus dem Norden und Süden des Landkreises diskutieren mit Hans Metzenleitner über den Schienenverkehr im Berchtesgadener Land.

Berchtesgadener Land - Verkehrsprobleme gibt es im Berchtesgadener Land genug, doch gibt es erste Lösungen?

"Lange hatte es gebraucht, bis der Kreistag über die Inhalte der Potenzialstudie für die Bahnstrecke von Mühldorf nach Salzburg informiert wurde", äußert die Landkreis-SPD jetzt. Die SPD Berchtesgadener Land befasste sich bei einem Treffen im „Lattenbergstüberl“ in Bayerisch Gmain mit der zwischenzeitlich vorliegenden Antwort des Landratsamts auf eine ausführliche Anfrage der Sozialdemokraten aus dem Sommer zum Thema Schienenverkehr im Landkreis. Trotz einiger vernünftiger Ansätze zeigten sich vor allem viele offene Baustellen, die dringend bearbeitet werden müssten.

„Die schlechte Nachricht ist: zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember wird es keine wesentlichen Verbesserungen geben. Die von uns seit langem geforderten zusätzlichen Haltestellen auf allen Strecken, der Stundentakt Richtung Mühldorf und kürzere Fahrtzeiten lassen weiter auf sich warten“, kritisierte der Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion Hans Metzenleitner. Es gebe aber auch Lichtblicke: „Bei der zähen Aufgabe der Beseitigung von Langsamfahrstellen auf der Strecke Freilassing – Berchtesgaden gibt es endlich Fortschritte“, zitierte er aus der Antwort des Landratsamts. „Wenn unsere Alternativplanung anstelle des Kirchholztunnels realisiert wird, fällt eine weitere Problemstelle weg“, erklärte der Vorsitzende der SPD Bayerisch Gmain, Franz Sicklinger, mit Blick auf den Bahnübergang Wappachweg. Nachdem sich die Berchtesgadener Land Bahn massiv für Verbesserungen einsetze und auch die Deutsche Bahn sich zwischenzeitlich sehr kooperativ zeige, sei jetzt die Politik auf allen Ebenen im wahrsten Sinne des Wortes am Zug, resümierte Hans Metzenleitner.

Auch die Idee einer Verlängerung der Bahnstrecke in Berchtesgaden Richtung Gymnasium hatten die Sozialdemokraten in ihrer Anfrage angesprochen. Keine grundsätzliche Ablehnung steht diesem Projekt entgegen, sondern eher fehlende Finanzierung und bürokratische Hemmnisse. Wenn die Teilstrecke als Straßenbahn betrieben werden sollte, ist beispielsweise laut Auskunft der BerchtesgadenerLandBahn allein für die Neuzulassung der Schienenfahrzeuge mit vier Jahren Verfahrensdauer zu rechnen.

„30 Prozent mehr Fahrgäste unter der Woche, 48 Prozent mehr am Wochenende: das Potential eines Stundentakts auf der Strecke Mühldorf – Freilassing ist von der nun vorliegenden Studie deutlich belegt worden“, erklärte der verkehrspolitische Sprecher der Kreistagsfraktion, Bartl Mittner, zu einem anderen Streckenabschnitt im Landkreis. Die SPD-Kreisräte aus dem Norden des Landkreises stellten sich auch hinter die Forderung nach einem zusätzlichen Bahnhaltepunkt in Freilassing Nord. „Leider steht das bayerische Wirtschaftsministerium wohl eher auf der Bremse. Wenn ein Schreiben des Landkreises aus dem Februar 2011 zu Angebotsverbesserungen und zusätzlichen Haltestellen bis heute unbeantwortet bleibt, kann von Aufgeschlossenheit nicht die Rede sein“, kritisierte die Laufener Stadt- und Kreisrätin Isabella Zuckschwerdt. Ebenso wichtig sei es, so Metzenleitner, den südlichen Streckenabschnitt durch zusätzliche Haltepunkte attraktiver zu machen. „Eine neue Haltestelle in Bischofswiesen-Winkl ist ein absolutes Muss“, forderte der Fraktionssprecher.

Immer noch kein konkretes Datum konnte für den Baubeginn des dritten Gleises zwischen Freilassing und Salzburg benannt werden. „Immerhin geht man davon aus, dass 2012 das Baurecht vorliegen wird und danach schnell die Finanzierungsvereinbarung geschlossen werden kann. Wir werden hier auf allen politischen Ebenen am Ball bleiben, damit diese `unendliche Geschichte´ doch noch einen Abschluss finden kann“, machte der SPD-Kreisvorsitzende Roman Niederberger klar.

Von dem durchgehenden zweigleisigen Ausbau der Strecke Mühldorf – Freilassing hat sich das Bundesverkehrsministerium hingegen zwischenzeitlich wohl verabschiedet: zwischen Tittmoning und Freilassing soll die Strecke eingleisig bleiben. Angesichts der durch die aktuelle Studie aufgezeigten Steigerungsmöglichkeiten und der wirtschaftlichen Entwicklung im Chemiedreieck sei diese Entscheidung über die Europäische Magistrale zu kurz gedacht, so Niederberger. Metzenleitner bezeichnete es als „verkehrspolitisches Trauerspiel“, dass nach den großen Ankündigungen vor 15 Jahren – auch der Kreistag beschloss eine einstimmige Resolution pro Magistrale – bis heute nichts passiert ist.

Pressemitteilung SPD BGL

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