Mit Branchentarifvertrag für vernünftige Löhne

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Die beiden Kreisvorstände von Transnet und SPD im Gespräch.

Berchtesgadener Land - „Diesmal geht es nicht um ein Prozent mehr oder weniger, sondern um die Zukunft aller Arbeitnehmer, die im Schienenverkehr tätig sind“.

So deutlich formulierte der Kreisvorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft Transnet Anton Rödig die Zielsetzung seines Verbandes für die diesjährigen Tarifverhandlungen bei einem Treffen mit dem Kreisvorstand der SPD Berchtesgadener Land. Beide Gesprächspartner waren sich einig: ein Branchentarifvertrag muss her, der auf Dauer vernünftige Löhne sichert.

Das Treffen der beiden Kreisvorstände wurde von dem langjährigen Transnet-Mitglied, SPD-Kreisrat und dritten Bürgermeister von Berchtesgaden Bartl Mittner eingefädelt. Der SPD-Kreisvorsitzende Roman Niederberger bekannte bei seiner Begrüßung im Hotel Rupertus in Freilassing klar Farbe: „Unsere Organisationen verbinden vor Ort zwei große gemeinsame Interessen: vernünftige Arbeitsbedingungen im Schienenverkehr und ein gutes Angebot öffentlicher Verkehrsmittel in unserem Landkreis“.

Der SPD-Sprecher im Kreistag Hans Metzenleitner erinnerte an die vielfältigen Initiativen seiner Fraktion für die Stärkung der Strecke Freilassing-Berchtesgaden: „Wir sind Veteranen im Kampf für einen 30-Minuten-Takt auf der gesamten Strecke und mehr Haltestellen“, so Hans Metzenleitner. Auf offene Ohren stieß er bei den Eisenbahngewerkschaftern ebenso mit der langjährigen Forderung nach einem Ausbau der Bahnstrecke München-Mühldorf-Freilassing.

Von der geplanten Übernahme des britischen Eisenbahnkonzerns ARRIVA durch die Deutsche Bahn AG bis zur Frage der Schülerbeförderung im Landkreis spannte sich der Bogen der Themen, die beide Kreisvorstände gemeinsam diskutierten. Zentrales Anliegen war für alle Teilnehmer die Sicherung vernünftiger Arbeitsbedingungen für die Arbeitnehmer im öffentlichen Verkehr. „Wir wollen einen Wettbewerb von Qualität und Leistung, der dem Kunden zugute kommt, statt einem Wettlauf um niedrige Löhne“, stellte Anton Rödig klar. Sorgen bereitet ihm die derzeit laufende Ausschreibung der Nahverkehrsleistungen auf der Strecke München-Rosenheim-Freilassing. „Für alle Beschäftigten der Deutschen Bahn in Oberbayern hätte ein Verlust der Strecke massive Konsequenzen“, so der Eisenbahngewerkschafter. Diese Ausschreibungen werden von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft durchgeführt.

Mit Hilfe der Europäischen Union sieht Roman Niederberger hier eine Chance für bessere Arbeitnehmerrechte. „Die EU-Richtlinie 1370 sieht vor, dass auch Kriterien wie Umweltschutz, Tarifverträge und Sozialleistungen bei der Vergabe von Strecken berücksichtigt werden dürfen. Als SPD werden wir uns vor Ort und im Bayerischen Landtag dafür einsetzen, dass diese Regelung ernst genommen wird und statt ´Der Billigste gewinnt´ zukünftig gilt ´Der Beste gewinnt´“, erklärte der SPD-Kreisvorsitzende.

Mehr als drei Stunden tauschten sich Gewerkschafter und Sozialdemokraten aus. Mit gemeinsamen Aktionen und einem guten Informationsaustausch will man sich zukünftig gegenseitig im Streit für Arbeitnehmerrechte und einen besseren öffentlichen Verkehr unterstützen.

Pressemitteilung SPD BGL

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