BGL-Feste: Es geht gesitteter zu

Berchtesgadener Land - Bei Festen und Feiern im Landkreis ist ein Trend dahingehend festzustellen, dass es mittlerweile weniger Exzesse gibt. Es geht ruhiger zu:

Der jüngste Treff zur Bürgermeisterrunde im Kreisverband Berchtesgadener Land wies als einer der Schwerpunktthemen die „Fortschreibung der Weißbacher Vereinbarung“ auf. Dabei geht's grundsätzlich darum, den Jugendschutz auf Festen und Veranstaltungen sicherzustellen und nach fünfjähriger Erfahrungszeit notwendige, zusätzliche Ergänzungen vorzunehmen. Am Erfahrungsaustausch beteiligten sich die geladenen Gäste - zugleich als Vertreter des Landratsamtes - Regierungsrätin Elisabeth Lang, Fachbereichsleiter Mathias Kunz sowie Sylvia Ehgartner.

Einzelne besorgniserregende Vorfälle

Wie Bürgermeistersprecher Hans Eschlberger erläuterte, finden jährlich eine Vielzahl von öffentlichen Festen und Veranstaltungen im Berchtesgadener Land statt, die glücklicherweise weitgehend störungsfrei verlaufen. Bei einem kleinen Teil dieser Veranstaltungen, insbesondere bei Stadtfesten, Zeltpartys, Weinfesten und vergleichbaren Veranstaltungen, die überwiegend junges Publikum ansprechen, gebe es dennoch vereinzelt besorgniserregende Vorfälle. Bedingt durch Alkoholexzesse treten neben den schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit auch sicherheitsrechtliche Probleme auf.

Eschlberger erinnerte, dass, um diesem Problemkreis besser in den Griff zu bekommen, sich die Bürgermeister des Berchtesgadener Landes im Jahr 2008 auf die so genannte „Weißbacher Vereinbarung“ geeinigt hätten. Diese hatte zum Inhalt, den Jugendschutz auf Festen und Veranstaltungen zu verbessern.

Fünf Jahre Erfahrung ausbauen

Nach fünfjähriger Erfahrungszeit könne nun festgestellt werden, dass sich das Problembewusstsein erfreulicherweise spürbar verbessert hat. Die Veranstalter, insbesondere die Vereine, geben sich große Mühe, dem Alkoholmissbrauch und den daraus resultierenden Gefahren und Folgeerscheinungen entgegenzuwirken. Die Bürgermeisterrunde sprach den Verantwortlichen ihren ausdrücklichen Dank aus.

Nun gelte es, die bestehende Vereinbarung zu überprüfen und weiter zu entwickeln. Dazu wurde vom Amt für Kinder, Jugend und Familien eine Arbeitsgrundlage erstellt, bestehend aus einer Präambel und einer fortgeschriebenen „Weißbacher Erklärung“. Darüber wurde in der Runde der Stadt- und Gemeindeoberhäupter gemeinsam mit den Fachleuten des Landratsamts ausführlich diskutiert. Ergebnis: Einzelne Nachbesserungen und Ergänzungen scheinen notwendig. Diese sollen zur nächsten Kreisverbandssitzung vorbereitet und von den Bürgermeistern unterzeichnet werden.

Problembewusstsein schärfen

Beim Meinungsaustausch kristallisierten sich folgende Aspekte heraus: Die Problematik ungenehmigter Feste. Mangelndes Bewusstsein zur Verantwortlichkeit der Grundeigentümer von Hütten und Veranstaltungsplätzen.

Eine der gesellschaftlichen Herausforderungen für praktizierten Jugendschutz ist das Problembewusstsein für Suchtgefahren zu schärfen. Zu deren Umsetzung sind viele Kräfte gefordert, dabei muss auch die Verantwortung der Eltern wieder mehr in den Vordergrund rücken. Zum Punktebündel in der Fortschreibung der Weißbacher Vereinbarung gehört auch das Bestreben, den Kontroll- und Sanktionsdruck für „auffällige Hütt'n“ zu verstärken.

„Lob und Anerkennung für die vielen gut organisierten und genehmigten Feste, die in der Regel anstandslos durchgeführt werden“, hörte man allgemein aus der 15-köpfigen Bürgermeisterrunde.

schl

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser