Betreuungsverfügung oder Vorsorgevollmacht?

Landkreis - Jeder gesunde Erwachsene kann über sein Leben selbst bestimmen. Wer im Falle einer Krankheit die Verantwortung übernimmt, kann auf zwei Arten festgelegt werden:

Bei der Betreuungsstelle des Landratsamtes Berchtesgadener Land gehen vermehrt Anfragen besorgter Bürger ein. Sie beziehen sich auf Äußerungen Dritter bezüglich der Notwendigkeit der Erteilung einer Betreuungsverfügung an Stelle einer Vorsorgevollmacht. Wir weisen diesbezüglich darauf hin, dass es sich bei den beiden Arten von Verfügungen um unterschiedliche Vorsorgevarianten handelt.

Die Vorsorgevollmacht  unterliegt keinen Kontrollen

Jeder geschäftsfähige Erwachsene kann mit Hilfe einer “Vorsorgevollmacht“ oder “Vollmacht“ eine Vertrauensperson bestimmen, die ihn im Notfall vertritt. Dieser Bevollmächtigte handelt im Vertretungsfall eigenverantwortlich und unterliegt nicht der Kontrolle durch das Amtsgericht. Aus diesem Grund sollte für diese verantwortungsvolle Tätigkeit tatsächlich nur ein enger Angehöriger oder Vertrauter gewählt werden.

Eine Betreuungsverfügung zieht mehr Pflichten nach sich

Mittels einer sogenannten “Betreuungsverfügung“ kann man eine Person bestimmen, die im Notfall (z.B. Unfall, Schlaganfall, Demenz) vom Amtsgericht zum rechtlichen Vertreter (Betreuer) ernannt werden soll. Dieser “Betreuer“ ist im Betreuungsverfahren verpflichtet, dem Amtsgericht regelmäßig Rechenschaft zu leisten und benötigt für bestimmte Rechtsgeschäfte die Genehmigung des Gerichts. Diese Kontrollen möchten die meisten Menschen ihren Partnern, Kindern oder ähnlichen in der Regel ersparen und entscheiden sich aus diesem Grund für die Erteilung einer Vorsorgevollmacht. Auskünfte zu diesem Thema erhalten sie bei der Betreuungsstelle im Landratsamt unter Tel. 08651/773-441.

Pressemeldung Landratsamt Berchtesgadener Land

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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