Demonstration für eine Agrarwende und gegen die Freihandelsabkommen

Demo gegen TTIP und CETA: "Wir haben es satt!"

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Demonstration gegen Freihandelsabkommen in Berlin
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Berlin/Berchtesgadener Land - Rund 50.000 Menschen gingen in der vergangenen Woche gegen das Freihandelsabkommen TTIP und für die Agrarwende auf die Straße. Mit dabei die Initiative aus der Region:

Über 100 Organisationen hatten zur Demonstration anlässlich der "Grünen Woche" aufgerufen. Die Kundgebung sprach sich für eine artgerechte Tierhaltung und gegen Massentierhaltung und industrialisierte Landwirtschaft aus. Zudem wurde ein fairer und nachhaltiger Welthandel gefordert. Die Freihandelsabkommen TTIP und CETA, die auf den Verbraucherschutz und die Landwirtschaft voraussichtlich große Auswirkungen haben werden, wurden abgelehnt.

Mehrere Vertreter der Initiative "stopp TTIP BGL/TS" nahmen zusammen mit dem "Arbeitskreis bäuerliche Landwirtschaft BGL/TS", dem "Bund Naturschutz Traunstein" und dem "Bund Deutscher Milchviehhalter BGL/TS" an dieser zentralen Demonstration in Berlin teil.

Es war unglaublich - Menschen über Menschen und vor allem viele junge Leute, die sich viel Kreatives, aber auch Nachdenkliches einfallen ließen. Und so gab es Sprüche wie zum Beispiel "bleibt auf dem Lande und wehret euch täglich" , "Artgerecht statt ungerecht", "TTIP = Tarnen Täuschen In Perfektion" oder "Ihr habt euch VERTTIPT" und "gegen TTIP demonstrieren, statt mit Pegida zu flanieren!".

Die Unterschiede im Agrar- und Lebensmittelbereich zwischen den USA und Kanada einerseits und den europäischen Staaten andererseits sind einfach riesig. Man kann die Standards nicht einfach “angleichen”, sondern man wird sie sich gegenseitig anerkennen. Somit müssen zwar unsere Standards “offiziell” nicht gesenkt werden, was die Befürworter der Freihandelsabkommen immer wieder betonen, de facto aber wird es so sein, dass sich das billigere Produkt durchsetzen dürfte. Das wird also automatisch zu einer Absenkung unserer Standards führen. Lebensmittel, die in Amerika zugelassen wurden brauchen zum Beispiel keine Kennzeichnung von Gentechnik.

Auch der Umgang mit Chemikalien wird in den USA viel laxer gehandhabt. In Deutschland gilt das sogenannte "Vorsorgeprinzip". In den USA wird ein Produkt zugelassen und erst hinterher geprüft, ob es schädlich ist. Während die USA lediglich 11 Chemikalien in der Kosmetik verbieten, sind es in der Europäischen Union 1.300 Stoffe. Die europäische Version ist also unbestreitbar teurer.

Es war eine sehr gute Stimmung auf der Demonstration. Die Jugend vom Bund Naturschutz hatte besonders einfallsreiche Ideen. Viele kamen in Kuh- , Schweine- oder auch Hühnerkostümen, um auf die Leiden der Tiere in der Massentierhaltung aufmerksam zu machen. Überhaupt hatte man den Eindruck, dass sich die jungen Leute besonders um die Tiere sorgen und für eine vegetarische oder vegane Ernährung eintreten. Alles in allem waren die Teilnehmer begeistert und sehr zufrieden mit ihrem “Ausflug” nach Berlin. Neue Kräfte und Ideen wurden mitgebracht.

Pressemitteilung: Initiative "stopp TTIP BGL/TS

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