Bergwacht rettet erschöpfte und verletzte Wanderer

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Marktschellenberg/Bad Reichenhall - Neben dem tödlichen Absturz am Samstag an der Watzmann-Ostwand waren die Bergwachten der Region auch am Sonntag gefordert.

Gegen 16.30 Uhr ging bei der Integrierten Leitstelle in Traunstein ein Notruf ein, dass ein Bergsteiger am Kienberg rund 30 Meter über steiles Gelände abgestürzt wäre. Anfangs ging man davon aus, dass der Abgestürzte schwer verletzt sei.

Der 33-jährige Österreicher war am Sonntag zusammen mit einem zweiten Bergsteiger durch wegloses Gelände zwischen Kienberg und Schellenberger Sattel aufgestiegen, wobei er in einer Rinne unterhalb des Gipfelgrats rund 15 Meter tief abrutschte und mit Schürfwunden und Prellungen unmittelbar vor einem steilen Abgrund hängenblieb. Der Begleiter stieg sofort zum Verunfallten ab, leistete Erste Hilfe und setzte einen Notruf ab.

Da alle umliegenden Rettungshubschrauber anderweitig beschäftigt waren, wurde der SAR 58 aus Landsberg am Lech mit einer Bell UH1D gerufen. Nach knapp einer Stunde landete der Hubschrauber am Landeplatz der Bergwacht Marktschellenberg nahe der Grenze. In mehreren Anflügen wurden vier Bergretter am Einsatzort abgesetzt.

Ein Bergwachtmann kletterte im Anschluss zum Patienten und übernahm die weitere medizinische Versorgung. Rund 130 Meter oberhalb der Einsatzstelle richteten seine Kollegen eine Abseilstelle ein, von der aus ein weiterer Retter abgelassen wurde. Der Verletzte und sein Begleiter wurden im Gelände gesichert und mittels eines Seiles 100 Meter aufgeseilt. Von dort aus war es dann möglich den verletzten mittels Seilwinde aufzunehmen.

Bergsteiger vom Kienberg gerettet

Der Kienberg ist ein kleiner Vorsprung des Untersberges nahe der Toni Lenz Hütte. Der österreichische Bergsteiger wurde bei dem Sturz zum Glück nur leicht verletzt und mit einen RTW in ein Krankenhaus eingeliefert.

Da die Bergwacht Markschellenberg für das aufseilen längere Zeit benötigte, flog der Hubschrauber zum Tanken nach Salzburg und anschließend in die Ramsau ebenfalls zur Bergwacht die auch einen Hubschrauber benötigten, um verstiegene Bergsteiger zu retten.

Die Bergwacht Marktschellenberg war mit fünf Mann rund vier Stunden gefordert.

61-Jähriger erschöpft vom Dötzenkopf gerettet

Einsatzkräfte der Bergwachten Bad Reichenhall und Teisendorf-Anger und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ haben am Sonntagnachmittag außerdem einen verstiegenen und sehr erschöpften Wanderer aus dem Dötzenkopf-Gebiet im Lattengebirge gerettet und per Tau ins Tal geflogen.

Der 61-jährige Mann aus der Nähe von Landsberg war vom Predigtstuhl über die Schlegelmulde in Richtung Spechtenköpfe abgestiegen und hatte sich im Dötzenkopf-Gebiet verstiegen. Da er nach eigenen Angaben bei hochsommerlichen Temperaturen bereits seit sieben Stunden unterwegs war, sich leicht am Fuß verletzt hatte und nicht mehr weiter wusste, forderte er kurz nach 16 Uhr per Handy Hilfe an.

Die Integrierte Leitstelle Traunstein alarmierte daraufhin den Einsatzleiter der Bergwacht Bad Reichenhall, der neben seiner Mannschaft auch den Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ anforderte. Bei einer Zwischenlandung in der Reichenhaller Kaserne nahm die Besatzung einen Bergwacht-Luftretter auf und startete in Richtung Dötzenkopf, wo der Mann schnell geortet werden konnte.

Am 25 Meter langen Rettungstau konnte danach ein Bergwachtmann an der Einsatzstelle abgesetzt werden und den 61-Jährigen in einem Rettungssitz sichern. Per Tau wurden Retter und Patient abgeholt und zum Zwischenlandeplatz in der Reichenhaller Kaserne geflogen. Nach kurzer notärztlicher Abklärung konnte die Bergwacht den Mann zurück zum Ausgangsort seiner Tour bringen, von wo aus er sich selbst in ärztliche Behandlung begab.

Christoph 14 holt erschöpften Bergsteiger ins Tal

Fünf Einsatzkräfte der Bergwachten Bad Reichenhall und Teisendorf-Anger waren rund zwei Stunden lang gefordert.

Aktivnews/BRK BGL

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