Heimisches BRK hilft auch in Ungarn

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Berchtesgadener Land - Winterstiefel, neue Matratzen, Spielzeug, Kleidung und auch Geschirr brachte das BRK nach Ungarn. Es war eine lange Fahrt über winterliche Straßen.

Die ehrenamtlichen Helfer der BRK-Bereitschaften haben in dieser Woche wieder zwei Lasterladungen mit gespendeten Hilfsgütern für Bedürftige zum Ungarischen Roten Kreuz (URK) im Komitat Zala westlich vom Plattensee gebracht, darunter rund 1.800 Paar neuer Kinder-Winterstiefel, die von einem größeren regionalen Schuhhändler kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Trotz der winterlichen Straßenverhältnisse mit zum Teil extrem vereisten und verschneiten Straßen verlief die Fahrt planmäßig und unfallfrei.

Unter den Hilfsgütern sind unter anderem 1.800 Paar neue Kinder-Winterstiefel, neue Matratzen, Spielzeug, Kleidung und Geschirr. Das URK im Komitat Zala unterhält sechs Obdachlosenheime für arbeitslose Familien, für Männer, die sich keine Wohnung mehr leisten können und nur im Heim übernachten dürfen und eigene Frauenheime, wo Frauen mit ihren Kindern wohnen und arbeitslose Frauen untergebracht sind. Insgesamt werden vom URK täglich rund 250 Menschen betreut. Im Winter, wenn es auf der Straße lebensfeindlich wird, sind es über 600 Personen, die trotz der Kälte auf der Straße leben und mit dem Nötigsten, wie Kleidung, Essen und Tee versorgt werden.

Für diese Brückenschläfer stellt das URK zusätzlich Unterkünfte und Verpflegung für zur Verfügung. In zwei Städten gibt es so genannte Volksküchen, wo verarmte Menschen einmal pro Tag Essen bekommen. Als neue Einrichtung wurde in Zalazentgrot eine Tagespflege für 20 Behinderte und psychisch Kranke eröffnet, die werktags betreut werden. Als weitere Dienste betreibt das URK Zala in 73 Dörfern 530 Geräte für den Hausnotrufdienst, sammelt jährlich 15.000 Blutkonserven, bietet Erste-Hilfe-Ausbildungen und Erste-Hilfe-Wettbewerbe für Kinder und Jugendliche an, unterhält in vielen Orten Kleiderkammern, verleiht Pflegebetten im Rahmen seines ambulanten Pflegedienstes und verteilt gespendete Hilfsgüter an verarmte Menschen.

Partnerschaft mit dem Ungarischen Roten Kreuz

Am 24. September 1991 hatten die Oberbayerischen BRK-Kreisverbände als Dank für die aktive Hilfe der Ungarischen Bevölkerung anlässlich der bevorstehenden Grenzöffnung zur früheren DDR eine Art Partnerschaft für 20 ungarische Rotkreuzverbände übernommen. Seit dieser Zeit besteht eine intensive Freundschaft zwischen dem Roten Kreuz im Komitat Zala und dem BRK im Berchtesgadener Land. Das Komitat Zala liegt westlich vom Plattensee und hat rund 300.000 Einwohner; überregional bekannt ist es durch die Badeorte Heviz, Zalakaros und Lenti. Es gibt dort zehn Städte und fast 250 Siedlungen, die alle vom URK betreut werden. Das ganz normale Leben in der Region wird immer schwieriger, denn es gibt fast 16 Prozent Arbeitslose; nur zehn Prozent der Bevölkerung sind finanziell abgesichert, 60 Prozent haben ein mittleres Einkommen und rund 30 Prozent leben in großer Armut. Ungarn ist zwar ein EU-Land, doch die Mehrheit der Bevölkerung ist vom so genannten europäischen Wohlstand weit entfernt. Mit mittlerweile 27 Prozent Mehrwertsteuer hat Ungarn den höchsten Satz in der Europäischen Union erreicht. Die Durchschnittsrente liegt bei monatlich 300 Euro, die Mindestrente bei 100 Euro. Nur fünf Prozent der Bevölkerung sind finanziell abgesichert. 50 Prozent haben ein mittleres Einkommen und 45 Prozent leben in Armut und müssen vom Roten Kreuz unterstützt werden. Es gibt sehr viele Dörfer mit alten und alleinstehenden Bewohnern.

In den vergangenen 21 Jahren haben die Ehrenamtlichen des Roten Kreuzes in Bad Reichenhall und Berchtesgaden viele Hilfsgüter gesammelt und in über 80 Lasterfahrten zum URK im Komitat Zala transportiert: Sehr große Mengen an Kleidern und Möbeln, Haushaltsgeräte, Medizingeräte, Elektrogeräte, Pflegebetten, Kinderspielsachen und viele andere brauchbare Dinge des täglichen Lebens. Viele gut erhaltene, aber in Deutschland ausgemusterte Fahrzeuge wurden überstellt, darunter Kranken- und Behindertentransporter. Die BRK-Wasserwacht Berchtesgadener Land bildete Rettungsschwimmer am Plattensee aus. Ein Berchtesgadener Lehrer-Ehepaar unterrichtete Kinder in einem ungarischen Dorf in deutscher Sprache. Im Berchtesgadener Land wurden Arbeitsplätze für ungarische Beschäftigte vermittelt. Für schwer Kranke aus Ungarn konnten in deutschen Kliniken und bei Spezialärzten Behandlungen und Operationen organisiert werden. Das örtliche Jugendrotkreuz (JRK) organisierte internationale Treffen mit ungarischen, slowenischen und deutschen Jugendlichen.

Presssemeldung Bayerisches Rotes Kreuz Berchtesgadener Land

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