Ein Einsatz nach dem anderen

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Rettungseinsätze des BRK.

Berchtesgadener Land - Einsatzmarathon: Hitzeerschöpfungen, Kreislaufprobleme, Verletzte, ein in Bergnot Geratener und nächtliche Lichtquellen forderten heimische Bergretter.

Neben dem besonders tragischen Einsatz am Samstagnachmittag, dem 3. August am Gamsknogel, wo eine 59-jährige Einheimische tödlich abgestürzt war, waren die Bergwachten am 2.,3. und 4. August in den Chiemgauer und Berchtesgadener Bergen vor allem wegen hitzebedingter Kreislaufprobleme bei zahlreichen Wanderern und Bergsteigern und nächtlicher Lichtquellen teilweise pausenlos gefordert.

Nach erfolglosen Wiederbelebungsversuchen

Bereits am 31. Juli gegen 21.15 Uhr mussten der Landrettungsdienst des Roten Kreuzes, der Berchtesgadener Notarzt und die Bergwacht Ramsau über die Hirschbichlstraße und anschließend auf der Forststraße zu einem akut intern erkrankten Patienten auf die Bindalm ausrücken, der nach erfolglosen Wiederbelebungsversuchen verstarb und von der Bergwacht ins Tal gefahren wurde. Am 2. August kurz nach 16.30 Uhr ging ein Notruf vom Goldbründl am Watzmann ein, wo ein älterer, heimischer Bergsteiger nach dem Aufstieg durch die Watzmann-Ostwand mit Hitzeerschöpfung und Kreislaufproblemen Hilfe brauchte. Die Bergretter und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ konnten in der Nähe der Einsatzstelle landen, versorgten den Mann und flogen ihn zur Ramsauer Bergrettungswache, wo ihn der Bergwacht-Notarzt weiter untersuchte und dann ins Krankenhaus brachte, da wegen des allgemein hohen Einsatzaufkommens kein Rettungs- oder Krankenwagen mehr frei war.

Massive Kreisloaufprobleme und ein Steinschlag

Die Bergwacht Berchtesgaden musste um 17.10 Uhr zu einer 45-jährigen Frau mit massiven Kreislaufproblemen zwischen Königsbachalm und Schneibsteinhaus ausrücken. Aufgrund des schlechten Zustands der Patientin forderte der Einsatzleiter den Hubschrauber nach, der gerade noch in Ramsau war. Da die Einsatzstelle im Wald lag, brachten die Bergretter Notarzt und Rettungsassistent von „Christoph 14“ von den Königstalalmen per Fahrzeug zur Einsatzstelle. Der Patient wurde danach zur Kreisklinik Berchtesgaden geflogen. Um 21.53 Uhr ging ein weiterer Notruf von der Grieshütte ein, wo eine durch Steinschlag verletzte 34-jährige Frau eingetroffen war. Die Ramsauer Bergretter rückten per Geländewagen aus, versorgten die Patientin und brachten sie zur Wimbachbrücke, wo sie eine Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes übernahm und zur Kreisklinik Bad Reichenhall fuhr.

Mehrere Zusammenbrüche nacheinander

Am Samstag kurz nach 13 Uhr musste die Bergwacht Berchtesgaden zu einer 73-jährigen Frau mit Hitzeschock und Kreislaufproblemen am oberen Sulzbergkaser am Jenner ausrücken. Die Wanderin wurde von der Bergwacht medizinisch versorgt und mit dem Traunsteiner Rettungshubschrauber zur Kreisklinik Berchtesgaden geflogen. Gegen 14.40 Uhr verletzte sich eine 19-Jährige am Sulzbergkaser am Finger und kollabierte. Weniger Minuten später ging ein weiterer Notruf aus der Nähe des Kasers ein, wo ein 68-jähriger Mann mit Kreislaufproblemen zu kämpfen hatte. Die Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden fuhren per Geländewagen in Richtung der Patienten und trafen dann mit beiden zusammen, da ein Patient bereits mit Hilfe von Ersthelfern per Privatauto talwärts fuhr. Die Bergwacht übernahm die weitere Versorgung und brachte beide nach Hinterbrand, wo sie von einer Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes übernommen und dann in die Kreiskliniken Berchtesgaden und Bad Reichenhall eingeliefert wurden.

Rettungseinsätze von Christoph 14

Kurz nach 16 Uhr musste die Bergwacht Ramsau zu einem unverletzten, verstiegenen 53-jährigen Mainzer am Watzmann ausrücken. Der Mann war nach Überschreitung der Spitzen im Bereich des wasserführenden Grabens unterhalb des Goldbründls in unwegsames, absturzgefährliches Gelände geraten und konnte weder vor noch zurück. Ein Heeresbergführer hatte den Bergsteiger entdeckt, konnte ihm aber trotz eines mitgeführten Seils auch nicht helfen und meldete den Notfall an der Grieshütte. Die Bergwacht fuhr über das Wimbachgries per Geländewagen an. Der Rettungshubschrauber „Christoph 14“ entdeckte die Einsatzstelle dann aus der Luft, landete beim Bergwachtauto und flog einen Bergwacht-Luftretter zum Einsatzort, der den Mann zu sich ans 25-Meter-Tau sicherte. Beide wurden ins Tal an die Ramsauer Bergrettungswache geflogen. Der erschöpfte und dehydrierte 53-Jährige erholte sich rasch und konnte nach Untersuchung durch den Bergwacht-Notarzt in einer örtlichen Pension untergebracht werden. Gegen 17.15 Uhr ging ein weiterer Notruf von der alten Blaueishütte ein, wo bereits der Wirt eine 25-jährige, einheimische Frau versorgte, die sich beim Wandern am Rand des Blaueisgletschers schwer am Sprunggelenk verletzt hatte. Die Patientin wurde vom Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ abgeholt und zur Kreisklinik Bad Reichenhall geflogen; die Bergwacht brachte die Begleiterin der Frau per Geländewagen ins Tal.

Mit Signal-Leuchtraketen Aufmerksamkeit erlangt

Um 22.28 Uhr wurden vom Tal aus zwei blaue Signal-Leuchtraketen unterhalb des Watzmannhauses gesichtet, um 22.35 Uhr meldete die Nachtwache der Wehrtechnischen Dienststelle in Oberjettenberg Lichtquellen am Wartsteinkopf (Reiter Alpe) und um 1.27 Uhr wurden von Karlstein aus Lichtquellen zwischen Mittelstaufen und Zennokopf gesichtet und als eindeutiges Alpines Notsignal gedeutet. Die Einsatzleiter der Bergwachten Ramsau und Bad Reichenhall sprachen mit den Meldern und machten sich vor Ort ein Bild, konnten aber rasch Entwarnung geben, da lediglich Kletterer und Wanderer zu später Stunde noch unterwegs waren. „Für uns ist es sehr wichtig, dass wir Hinweise auf mögliche Notlagen gemeldet bekommen; ich kann mich aber nicht erinnern, dass ich in meiner mittlerweile 38-jährigen Zeit bei der Bergwacht je einen Einsatz hatte, bei dem Bergsteiger primär mit dem Alpinen Notsignal per Lichtzeichen auf sich aufmerksam gemacht hätten“, berichtet der Ramsauer Bereitschaftsleiter Rudi Fendt.

Mehrere Meter tief gestürzt

Am Sonntagmittag ging der Einsatzmarathon weiter: Die Bergwacht Marktschellenberg musste gegen 11.15 Uhr in die Almbachklamm ausrücken, wo ein Mann mehrere Meter abgestürzt war und sich am Bein verletzt hatte. Die Bergretter, darunter auch der Bergwacht-Notarzt, brachten den eher leichter verletzten 42-jährigen Österreicher aus der Schlucht und übergaben ihn an der Kugelmühle an eine Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes, die ihn in die Kreisklinik Berchtesgaden einlieferte.

Mit dem Notarzthubschrauber gerettet

Gegen 13 Uhr wurde die Bergwacht Berchtesgaden wegen eines Wanderers mit Kreislaufschwäche zwischen Seeleinsee-Diensthütte und Windschartenkopf alarmiert. Einsatzkräfte der Reichenhaller Bergwacht waren gerade bei einem Fortbildungswochenende auf der Hütte und versorgten den Patienten zusammen mit der Besatzung des Notarzthubschrauber „Alpin Heli 6“ aus Zell am See, die den Wanderer danach zum Salzburger Landeskrankenhaus flog. Gegen 15.40 Uhr ging ein weiterer Alarm für die Bergwacht Ramsau ein, da ein intern erkrankter Bergsteiger mit Herzproblemen am Goldbründl Hilfe brauchte. Die Besatzung des österreichischen Notarzthubschraubers „Martin 1“ versorgte den Patienten und flog ihn unmittelbar vor einem schweren Gewitter zum Salzburger Landeskrankenhaus. 

Pressemitteilung BRK

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser