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Erste OPs in Bad Reichenhall und Traunstein verschoben

„Welle der Ungeimpften“ hält Coronastationen der Kliniken Südostbayern in Atem

  • Christina Eisenberger
    VonChristina Eisenberger
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Die Krankenhausampel zeigt grün, doch bei den Kliniken Südostbayern werden bereits wieder Operationen verschoben. Die Situation in Bad Reichenhall und Traunstein ist angespannt.

Lkr. Berchtesgadener Land/Lkr. Traunstein - Die bayerische Krankenhausampel zeigt „grün“. Doch die Situation in Südostbayern sieht ganz anders aus, erklärt Sabine Segerer-Utz, Sprecherin der Kliniken Südostbayern (KSOB). Insbesondere die 7-Tage-Inzidenzen in den Kreisen Traunstein und Berchtesgadener Land zählen mit Werten von 248,5 und 232,3 (RKI, Stand: 7. Oktober, 0 Uhr) bundesweit zu den Spitzenwerten. Dementsprechend würden sich die hohen Zahlen auch auf die Krankenhausaufenthalte von Corona-Patienten auswirken.

Regionale Hospitalisierungsrate fünf mal höher

Segerer-Utz verdeutlicht dies: „Während die durchschnittliche Hospitalisierungsrate pro 100.000 Einwohner in Bayern bei 1,9 (LGL, Stand: 6. Oktober, 8 Uhr) liegt, beträgt diese für unseren Versorgungsbereich 10,0, also fast das Fünffache. Somit kann von einer grünen Ampel für unsere Region wahrlich keine Rede sein.“

Kliniken trotz weniger Corona-Patienten besonders gefordert

Im Vergleich zu den Pandemiehochphasen der sogenannten zweiten und dritten Welle im Winter und Frühjahr 2020 und 2021 seien zwar die absoluten Zahlen der belegten Betten niedrig, dennoch würde die „starke überproportionale personelle Ressourcenbindung durch stationäre Covid-Patienten“ die Kliniken in „besonderem Maße“ fordern. „Zumal wir die Notfallaufnahmefähigkeit rund um die Uhr sicherzustellen haben“, so Segerer-Utz.

Werden bereits wieder OPs verschoben?

Um die Versorgung der Patienten zu gewährleisten, müsse in den Kliniken jedoch flexibel gearbeitet werden. Bei „nicht dringlich geplanten Eingriffen oder Operationen“ könne es in Einzelfällen zu terminlichen Anpassungen bzw. Verschiebungen kommen, erklärt Segerer-Utz. „Hinzu kommen bundesweit deutlich erhöhte Infekt-Ekrankungsfälle bei Kindern und deren Eltern, also auch unseren Mitarbeitern, die einschränken.“

„Welle der Ungeimpften“ in den Kliniken Südostbayern

Der Altersdurchschnitt der Patienten sinke. Segerer-Utz weist auch darauf hin, dass „fast ausschließlich ungeimpfte jüngere Patienten, stationär behandelt werden müssen. Wir können jetzt sagen, aktuell ist es eine ‚Welle der Ungeimpften‘.“ Mit den bestehenden Impfangeboten sehe man es durchaus kritisch, wenn Intensivbetten oder andere Betten durch coronainfizierte, ungeimpfte Patienten belegt werden, „zumal bei weiter zunehmender Zahl wie aktuell mit Engpässen bei geplanten nicht-dringlichen Behandlungen gerechnet werden muss“, so Segerer-Utz.

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Die KSOB appelliert deswegen, Impfangebote zu nutzen, so Segerer-Utz. Sollte eine weitere starke Pandemiewelle im Winter kommen, könne man aber die Covid-Stationen kurzfristig erweitern. „Die Eskalationspläne diesbezüglich sind erprobt und haben bei den letzten Wellen sofort gegriffen. Eine Behandlung auch bei steigenden Patientenzahlen ist stets gewährleistet.“

Insgesamt werden in den Kliniken der KSOB derzeit 28 Corona-Patienten behandelt. Davon befinden sich 23 Patienten auf der Normalstation und fünf in intensivmedizinischer Behandlung (Stand: 7. Oktober). In der Klinik in Bad Reichenhall sind zwei der Patienten vollständig gegen Corona geimpft, in Traunstein vier. Einer der Patienten befindet sich auf der Intensivstation.

Bayern: Einige Intensivstationen bereits voll ausgelastet

In manchen Landkreisen in Bayern sind die Intensivstationen bereits voll belegt. Darauf hat der Staat Bayern jetzt reagiert. „Ab einer Belegung von zehn Prozent der Intensivbetten mit Corona-Patienten können weitere Maßnahmen eingeleitet werden. Auf regionaler Ebene kann nun ein ärztlicher Leiter für die Krankenhauskoordination bestimmt werden“, sagt Roland Engehausen, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft im Gespräch mit der dpa. Dieser ärztliche Leiter könne dann die Bettenkapazitäten besser koordinieren und somit auch die gegebenenfalls notwendige Verlegungen von Patienten vereinfachen.

Während in früheren Phasen der Pandemie die Kliniken Behandlungen verschoben hätten, sei „diese Beschränkung der Behandlungsmöglichkeiten im Krankenhaus, um Betten für ungeimpfte Covid-Patienten freihalten zu können“ in einer Zeit, in der man Impfungen habe, nicht mehr sinnvoll, so Engehausen. „Das wäre auch ethisch kritisch.“ Intensivstationen könnten nicht „sieben Tage und 24 Stunden mit Volllast fahren“, das wäre für die Beschäftigten in Kliniken auch weder zumutbar noch möglich.

ce/dpa

Rubriklistenbild: © Jeff Pachoud/dpa/AFP (Symbolbild)

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