Rinder werden auf TBC untersucht

+
Glückliche Rinder in der Nähe des Aschauerweihers oberhalb Bischofswiesens. Sie müssen jetzt auch vorsorglich auf TBC untersucht werden.
  • schließen

Berchtesgadener Land - TBC-Alarm bei Allgäuer Rindern Anfang des Jahres: Jetzt werden die Untersuchungen auch auf das Berchtesgadener Land ausgeweitet.

Im Gesundheitsministerium in München gab es gestern entsprechende Gespräche. Auf Anfrage von BGLand24 teilte Pressesprecherin Natascha Grünpeter mit, dass nach den TBC-Vorfällen im Oberallgäu jetzt auch alle elf Landkreise entlang der Alpenkette überprüft und untersucht werden - eine vorsorgliche Testaktion, wie es heißt. Infizierte Tiere werden getötet.

Kontrolleure im Berchtesgadener Land

Auch im Berchtesgadener Land werden also in den nächsten Wochen und Monaten Kontrolleure anrücken und mehrere tausend Rinder untersuchen. Ein großer Aufwand, auf die heimischen Landwirte kommt diesbezüglich einiges zu. Es wurde ein Expertenstab gebildet, der die Untersuchungen koordiniert und leitet. Aktuell gibt es keine TBC-Fälle im Berchtesgadener Land.

Infizierte Rinder auch in Oberbayern?

Lesen Sie dazu auch:

Große Testaktion wegen Rinder-TBC

Allgäuer Bauern plagt Angst vor Rinderseuche

Rinder-TBC im Allgäu breitet sich aus

Weitere Fälle von Rinder-TBC im Allgäu

Nach dem Ausbruch der Rinder-TBC im Allgäu besteht der Verdacht, dass sich die Rinder im Sommer auf den Almen bei infiziertem Rotwild angesteckt haben. Die ersten Fälle von Rinder-TBC waren bereits im Herbst im Oberallgäu entdeckt worden. Inzwischen mussten im gesamten Allgäu mehr als 400 infizierte Tiere getötet werden. Die betroffenen Höfe wurden für mindestens acht Wochen gesperrt, die Bauern dürfen aus Sicherheitsgründen keine Rinder und keine unbehandelte Milch mehr verkaufen.

Besonders betroffen ist der Landkreis Oberallgäu: Dort sind derzeit 146 Betriebe gesperrt, 354 Rinder wurden gekeult. Um eine Ausbreitung der anzeigepflichtigen Tierseuche zu verhindern, werden im Oberallgäu derzeit alle 90.000 Rinder auf TBC untersucht und infizierte Tiere aus den Beständen entfernt.

Erreger auf Menschen übertragbar

Die Tuberkulose der Rinder ist eine sogenannte Zoonose. Das heißt: Der Erreger kann vom Tier auf den Menschen oder umgekehrt vom Menschen auf Tiere übertragen werden. Die Infektion wird in der Regel über Speichel und Milch aerogen oder oral übertragen.

BGLand24 hat im Bayerischen Amt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit angefragt: Der Konsum von TBC-belasteter Milch ist unbedenklich, wenn sie erhitzt wurde und die Bakterien somit abgetötet wurden. Somit ist auch pasteurisierte Milch ohne Bedenken zu verzehren. Beim Abkochen werden sicher alle Erreger zerstört. Bei Käse (zum Beispiel Emmentaler) verhält es sich wie folgt: Reift er mindestens 120 Tage, sind die Bakterien ebenfalls verschwunden und ein Verzehr unbedenklich. Belasteter Weichkäse müsste jedoch vernichtet werden: Er hält ohnehin nicht so lange, reift nicht wie ein Hartkäse.

Rohmilch und -produkte gefährlich

Anders sieht es bei Rohmilch und den Produkten, die daraus gemacht werden, aus - beispielsweise bei Rohmilchkäse. Das Landesamt versichert jedoch, dass Rohmilchkäse nur aus gesunden Beständen angefertigt wird. Auch bei Höfen, die Rohmilch direkt an Verbraucher abgeben, ist Vorsicht geboten. Es gibt jedoch nur einige wenige Landwirtschaftsbetriebe, die sich für den Verkauf von Rohmilch haben registrieren lassen. Sie müssen hohe Auflagen erfüllen und stehen meist in Verbindung mit "Ferien auf dem Bauernhof" oder Führungen für Schulklassen.

Hans-Joachim Bittner

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser