„Freundschaften sind das Wichtigste“

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Freundschaftliche Momente wie dieser auf der Roßfeldstraße waren keine Seltenheit. Auf dem Bild sind polnische Schüler gemeinsam mit dem Vorsitzenden Stefan Wieneke (zweiter von rechts) zu sehen.

Landkreis - Seit 2006 gibt es den Schüleraustausch mit dem Ort Belchatow. In diesem Jahr waren wieder 20 polnische Schüler zu Gast und lernten den Landkreis kennen.

Seit dem Jahr 2006 besuchen sich jedes Jahr Schüler aus den Landkreisen Belchatow und Berchtesgadener Land gegenseitig. Auch in diesem Jahr waren in der vergangenen Woche wieder 20 polnische Schülerinnen und Schüler im heimischen Landkreis zu Gast. Untergebracht waren die Austauschschüler bei deutschen Gastfamilien der Mädchenrealschule St. Zeno Bad Reichenhall. Mit einem von der Europa-Union organisierten abwechslungsreichen und viertägigen Besucherprogramm wurde den Gästen der Landkreis Berchtesgadener Land vorgestellt.

Gruppenfoto vor dem Reichenhaller Rathaus nach dem Empfang durch Oberbürgermeister Dr. Lackner (In der Mitte der unteren Reihe). Ebenfalls auf dem Foto: Unten links stehend EU-Vorsitzender Stefan Wieneke und rechts daneben Agnieszka Zawodzinska, welche die polnische Gruppe leitete.

Der Vorsitzende der Europa-Union im Berchtesgadener Land, Stefan Wieneke, sah am Ende der Reise deren Zweck erfüllt: „Denn Freundschaften sind das Wichtigste“. Nach einer langen und anstrengenden Fahrt waren die 20 polnischen Schüler am vergangenen Sonntagabend in Bad Reichenhall angekommen. Begleitet wurden diese von zwei Vertreterinnen des polnischen Partnerlandkreises Belchatow, Agnieszka Zawodzinska und Kamila Wolska. Die beiden Lehrkräfte Magdalena Mirczak und Iwona Chojnacka waren ebenso als Betreuer mitgereist.

Neben einem kleinen Stehempfang begrüßte man in den Räumlichkeiten der Mädchenrealschule Bad Reichenhall die polnischen Schüler auch mit einem geistlichen Segen durch den Freilassinger Stadtpfarrer Lucjan Banko in polnischer und deutscher Sprache. Europa-Unions Schatzmeister Hermann Kagerer machte dann am Montagmorgen den Anfang der Besucherwoche, indem er die Gäste durch die Landkreishauptstadt Bad Reichenhall führte. Diese und auch die anschließende Führung von EU-Vorstandsmitglied Walter Soraruf durch das Ainringer Moos stießen bei den Gästen auf großes Interesse. Am Nachmittag stand dann ein Rundgang durch Salzburg mit dem Kreisvorsitzenden Stefan Wieneke auf dem Programm.

Vor allem aber auch der anschließende Besuch eines Einkaufszentrums in Salzburg ließ die Herzen der Schüler höher schlagen. Der Dienstagmorgen begann dann mit einem Empfang des Bad Reichenhaller Oberbürgermeisters, Dr. Herbert Lackner, im großen Sitzungssaal des Reichenhaller Rathauses. Der OB verriet den Schülern hierbei in einer kurzen Vorstellung der Kurstadt viele spannende Informationen und Details, bevor es mit der Gondel in Begleitung des stellvertretenden Kreisvorsitzenden Manfred Weißenberger auf den Predigtstuhl ging. Die Wolkendecke über dem Berg im Lattengebirge sorgte dabei sicherlich nicht für den optimalen Ausblick auf das Tal. Jedoch waren die Schüler alleine von der Gondelfahrt schon begeistert, denn die meisten von ihnen hatten eine solche noch nie erlebt. Rosa Mayer, Direktorin der Berufsschule Freilassing, führte dann am Nachmittag die Gästegruppe durch ihr Haus. Von der enormen Vielfalt der Schule waren die Besucher aus Belchatow beeindruckt. Die Kfz-Technik-Abteilung wollte man am liebsten gar nicht mehr verlassen, durften dort doch die Schüler in einem Porsche-Cabrio probesitzen.

Im Dokumentationszentrum Obersalzberg informierten sich dann am Mittwochvormittag die Gäste über die unrühmliche Seite der deutsch-polnischen Geschichte, bevor man bei einer Fahrt über die Roßfeldstraße einen wunderschönen Ausblick auf die Berchtesgadener Alpen genießen konnte. Im Anschluss daran ging es mit dem Schiff über den Königssee bis zur Station St. Bartholomä. Von dort aus unternahm man gemeinsam mit EU-Vorstandsmitglied Dorina Wieneke und einem Ranger des Nationalparks eine Wanderung über die Halbinsel Hirschau, welche den Schülern spürbar großen Spaß machte. Franz Werkstetter, Ehrenvorsitzender der Europa-Union im BGL, zeigte am Donnerstag den Schülern dann Burghausen, wo er selbst viele Jahre lang lebte. Bei Kaiserwetter stand neben einer Besichtigung der dortigen Burganlage auch ein kleiner Spaziergang durch die Altstadt auf dem Programm. Am Nachmittag besichtigte man dann in der Bad Reichenhaller Hochstaufenkaserne noch das Einsatz- und Ausbildungszentrum für Gebirgstragtierwesen, bevor es dann am Abend auf Einladung des Landkreises Berchtesgadener Land im Rahmen eines Grillabends im Offiziersheim der Bundeswehr schon wieder allmählich Abschied nehmen hieß. Europa-Unions Kreisvorsitzender Stefan Wieneke bedankte sich bei seiner dortigen Ansprache bei allen Beteiligten.

Sein besonderer Dank galt vor allem aber der Mädchenrealschule Bad Reichenhall um Direktorin Ruth Schliebs und Lehrkraft Maria Bauer. Deren seit Jahren vorhandene Bereitschaft zur Teilnahme an dem polnisch-deutschen Austauschprogramm mache dieses erst möglich, so Wieneke. Aber auch den Anteil der Gastfamilien wollte er nicht unerwähnt lassen: „Ohne ihre Bereitschaft, einen polnischen Schüler aufzunehmen, ginge das hier alles nicht!“ Wieneke´s Dank richtete sich auch an den gesamten Vorstand der Europa-Union Berchtesgadener Land, welcher ihm bei der Organisation der Austauschwoche tatkräftig unterstützt habe. Auf die jahrelange Arbeit der Europa-Union in Sachen polnisch-deutscher Freundschaft zeigte sich Wieneke sehr stolz: „Damit leisten wir gemeinsam einen kleinen Beitrag für die Erhaltung des Friedens in Europa.“ Des Weiteren hätte es laut Wieneke für den Aufenthalt der polnischen Freunde von vielen Seiten Unterstützung gegeben, so beispielsweise vor allem durch den Landkreis Berchtesgadener Land, die Stadt Bad Reichenhall oder auch die Marktgemeinde Berchtesgaden.

Lutz Feiler bedankte sich im Anschluss in Vertretung des Landrates Georg Grabner bei der Europa-Union, den polnischen Freunden und den Lehrern, Schülern und Eltern der Mädchenrealschule St. Zeno Bad Reichenhall für deren Einsatz im Sinne der polnisch-deutschen Freundschaft. Feiler betonte, dass Landrat Georg Grabner und der gesamte Landkreis Berchtesgadener Land voll und ganz hinter der im Jahre 2007 offiziell besiegelten Partnerschaft stehen würden. Endgültig verabschieden musste man sich dann am Freitagmorgen. Die ein oder andere geflossene Träne unterstrich dabei die tiefen freundschaftlichen Beziehungen zwischen den jungen Menschen der Landkreise Belchatow und Berchtesgadener Land. „Die Entstehung und Pflege von Freundschaften wie diese sind für den europäischen Frieden wichtiger als jedes Gipfeltreffen von Politikern“, meinte der Europa-Unions Vorsitzende Stefan Wieneke am Ende noch und begründete damit die Motivation seiner Organisation, die Austauschprogramme auch in Zukunft fortzusetzen.

Pressemeldung Europa Union BGL

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