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Frau vergewaltigt, gequält, lebendig verscharrt: Täter 30 Jahre später gefasst

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Das war Ihr Jahr auf BGLand24!

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Nur vier Themen eines ereignisreichen Jahres im Berchtesgadener Land: Die WOK-WM mit Stefan Raab (links oben), der Seewirt-Brand am Thumsee, die längste Autoschlange der Welt in Anger und jene Familie, die durch einen Sporthallen-Einsturz in Freilassing ihre Wohnung verlor.

Berchtesgadener Land - Mit einer Auswahl Ihrer meistgelesenen Artikel 2012 lassen wir das heute zu Ende gehende Jahr Revue passieren: Hier kommt Ihr BGLand24-Jahresrückblick.

Was war los im Berchtesgadener Land? Einmal mehr ist viel passiert - an einiges könnten wir uns heute zurückerinnern. Doch eine Frage beschäftigte uns am meisten: Was interessierte unsere BGLand24-Leser 2012 am meisten? Dieser Frage gingen wir nach - und so entstand folgender Rückblick, der sich aus einer Auswahl an Artikeln zusammensetzt, die Sie im vergangenen Jahr am stärksten gelesen haben.

JANUAR

"Wasserkraft am Hintersee: Nutzen nicht erkennbar" - dieser Artikel am 6. Januar schaffte es auf Rang 2 der meistgelesenen Artikel in diesem Jahr. Darin machte der Bund Naturschutz seine Sicht auf die Pläne, dass am Hintersee eine Kleinwasserkraftanlage errichtet werden soll, klar: er ist dagegen, die Rentabilität sei viel zu gering. Eine derartige Anlage entstehe obendrein in einem aufgrund seiner einzigartigen landschaftlichen Schönheit vom Bayerischen Umweltministerium ausgezeichneten Geotop.

Auch der Titel "Dem E-Rauch erlegen..." erregte Aufmerksamkeit, so dass der Artikel unter den Top-Tenlandete: In einem Interivew schilderte der Reichenhaller Tabakwarenhändler Karl-Heinz Buxbaum, der selbst seit 50 Jahren raucht, seine Sichtweise auf die E-Zigarette: „Ich bin Opfer meines Berufs“, sagt er mit einem Lächeln. Denn seit 40 Jahren verkauft er in Bad Reichenhall und Berchtesgaden Tabakwaren. Seitdem die neue elektronische Zigarette, die E-Zigarette, auf dem Markt ist und Einzug in die Gaststätten hielt, stieg auch die Nachfrage. Trotzdem, ist sich Buxbaum sicher, wird das Tabakrauchen durch den E-Zigaretten-Konsum nicht verdrängt.

FEBRUAR

Ende des Monats tauschte Reichenhalls Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner seinen Anzug gegen die Badehose. Beim Wellenrutschen in der Rupertus Therme musste er sich allerdings geschlagen geben. Das Stadtoberhaupt hatte zum gemeinsamen Badespaß ins neue Sport- und Familienbad eingeladen. Rund 80 Reichenhaller kamen und durften drei Stunden lang gratis schwimmen, rutschen und tauchen.

MÄRZ

Zutiefst enttäuscht zeigte sich die FWG nach der Oberbürgermeisterwahl in Bad Reichenhall: Ihr Kandidat Martin Knabenreich fiel durch. Sie hatten sich "eine echte Chance für das Erreichen der Stichwahl und einen Wechsel an der Spitze der Kurstadt ausgerechnet". Die Entscheidung erreichten jedoch der amtierende OB Dr. Herbert Lackner und Grünen-Kandidat Manfred Hofmeister. 

Am 25. März stand es gegen 19 Uhr fest: Alter und neuer Oberbürgermeister der Stadt Bad Reichenhall ist Dr. Herbert Lackner (CSU). 56 Prozent der Stimmen (3.504) konnte er auf sich verbuchen, Herausforderer Manfred Hofmeister von den Grünen kam auf 44 Prozent und 2.757 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 45,3 Prozent. - IHR meistgelesener Artikel in diesem Jahr!

Im März ging auch ein besonderes Spektakel am Königssee über die Bühne:die WOK-WM mit Moderator und Teilnehmer Stefan Raab. Dabei stellte Georg Hackl ("Wokl-Schorsch") einmal mehr sein Können unter Beweis und holte auf seiner Hausbahn den Sieg. 2013 findet die PRO 7-Veranstaltung in Oberhof statt, Königssee gab kein erneutes Angebot für die WOK-WM im Berchtesgadener Land ab.

APRIL

"MSP wird wohl kommen", titelte bgland24 am 18. April dieses Jahres: Die Pläne des Müllentsorgers MSP für Bad Reichenhall/Türk stehen kurz vor der Genehmigung. Die Entscheidung des Stadtrates spielt dabei keine Rolle. Demnach warte man im Landratsamt nur noch auf eine Stellungnahme der Stadt Bad Reichenhall und von MSP selbst, dann könne die Genehmigung erteilt werden. "So wie die Pläne nachgebessert wurden, sind sie genehmigungsfähig", so Kosatschek. Er könne sich auch nicht vorstellen, dass der Umzug durch ein Gerichtsverfahren noch verhindert werden könne. Die Verantwortlichen von MSP sind dagegen vorsichtig optimistisch, dass ihr Umzug von Bayerisch Gmain nach Türk tatsächlich bevorstehen könnte, stellen sich allerdings auf ein mögliches Gerichtsverfahren und eine weitere Verzögerung ein.

Am 30. April setzte Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer den ersten Spatenstich für einen umfangreichen Umbau am Reichenhaller Bahnhof: Neue Bahnsteige, neue Bahnsteigdächer, ein Blindenleitsystem, verglaste Windfänge, neue Vitrinen und Sitzgelegenheiten wurden installiert. Und: Die Baustelle wurde plangemäß und pünktlich abgeschlossen, am 5. November konnte Ramsauer die neue Anlage in Betrieb nehmen - und bezeichnete sie bei dieser Gelegenheit als Musterfall für ganz Deutschland.

Reichenhaller Bahnhof: Einweihung

MAI

Kommandoübergabe am 17. Mai in der Bundeswehr-Kaserne in Bad Reichenhall: Oberst Michael Matz hat nun das Sagen, da Brigadegeneral Johann Langenegger in Richtung Sigmaringen verabschiedet wurde. Die großen Feierlichkeiten mit zahlreichen hochrangigen Gästen fanden bei strömendem Regen im Reichenhaller Kurpark statt.

Das kam überraschend: Kurz nach der Wiederwahl erlitt Reichenhalls Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner einen Schwächeanfall. Er wurde schließlich aufgrund eines Erschöpfungszustandes monatelang behandelt und begab sich im Juli auf Reha. Erst am 16. August kehrte Lackner auf seinen OB-Sessel im Rathaus zurück.

JUNI

Ende Juni stürzt in Freilassing das Dach der TSV-Jahnsporthalle ein. Verletzt wird dabei niemand, das nahezu 100 Jahre alte Gebäude wurde nur noch als Lagerstätte verwendet. Eine Familie mit vier Kindern im Nebenhaus und einige Geschäfte verlieren ihre Bleibe, weil auch die nachbarschaftlichen Gebäude durch den Einsturz arg in Mitgleidenschaft gezogen wurden. Die Halle wird im November abgerissen, eine Tiefgarage und Wohnhäuser sollen in der Jahnstraße entstehen.

JULI

"Schotten dicht am Königssee" - Wegen Beschwerden muss in Zukunft ein Großteil der Geschäfte in der Seestraße am Königssee sonntags geschlossen bleiben. Jetzt werden deutliche Umsatzrückgänge befürchtet. „Für mich ist das eine Katastrophe“, sagt ein Geschäftsinhaber. Ein Flaniermeile, eigens für Urlaubsgäste gemacht, Hunderttausende bummeln jedes Jahr in Richtung des weltbekannten Sees. An Sonn- und Feiertagen wird der Andrang in Zukunft wohl ausbleiben. Denn ein Großteil der 30 Geschäfte darf nicht mehr öffnen. Das hat das Landratsamt Berchtesgadener Land verfügt - die Sache ist immer noch nicht ausgestanden.

AUGUST

Am 27. August brannte es am Thumsee: Der Dachstuhl des Gasthauses Seewirt fing Feuer und wurde somit Ziel eines großen Feuerwehreinsatzes. Auslöser war ein überhitzter Akku, der am Stromnetz aufgeladen werden sollte. Das Lokal wird derzeit saniert, die Wiedereröffnung soll 2013 erfolgen.

Feuer am Thumsee

Die Gemeinde Anger hat es geschafft: In der kommenden Guinness-Buch-Auflage wird die längste Autoschlange aus dem Berchtesgadener Land aufgeführt. Am 5. August organisierten die Gemeindebürger im Rahmen des Dorffestes und bei Bruthitze 9.007 Modelautos und reihten sie aneinander. Die neue Rekordmarke: 959,30 Meter.

Anger: Die längste Spielautoschlange der Welt

Ende August filmte ein Mitarbeiter der Stadt Freilassing Kinder beim Spielen zwischen den Unmkleidekabinen. Der Fall erregte großes Aufsehen. Der Mitarbeiter wurde von seinem Amt freigestellt, Anklagte wurde nach monatelangen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Traunstein jedoch nicht erhoben. Man einigte sich auf Zahlung einer nicht bekannten Summe. Bei einer Anklage hätte dem "Freibad-Filmer" von Brodhausen eine Gefängnisstrafe von bis zu einem Jahr gedroht. Ein Disziplinarverfahren läuft allerdings noch.

SEPTEMBER

Die Tierschutzorganisation PETA erhob einmal mehr schwere Vorwürfe gegen den Circus Voyage, der im September in Freilassing Station machte. PETA Deutschland behauptete, der Zirkus sei für seine "tierquälerische Haltung bekannt" und forderte Konsequenzen. Die Städte und Gemeinden, in denen Voyage gastiert, sollen sich laut PETA weigern, dem Zirkus Gelegenheit für die entsprechenden Gastspiele zu geben und dessen Auftritte verhindern. Der Circus wehrte sich gegen die vielen und scharfen Vorwürfe. Pressesprecherin Bettina Richter versicherte, dass es den Tieren gut geht: "Wir leben 365 Tage im Jahr mit ihnen, sie sind unser Kapital. Warum sollten wir sie schlecht behandeln? Damit würden wir uns ja selbst schaden".

OKTOBER

Am 16 Oktober ereignete sich in der Unterau bei Berchtesgaden ein grausamer Unfall: Ein 44-jähriger Lkw-Lenker kam auf der steil nach unten führenden Reckensbergstraße von der Straße ab und krachte in ein Wohnhaus. Der Traunreuter verstarb beim Aufprall, bei dem er in seinem Führerhaus eingeklemmt wurde. Eine Bergefirma barg den Lkw samt dem Verstorbenen über mehrere Stunden. Im Haus befand sich eine Anwohnerin, die nicht verletzt wurde, jedoch einen schweren Schock erlitt.

Lkw-Lenker stirbt an Hausmauer

Gastwirt Ludwig Rieger und seine Familie haben fast alles verloren: Ende September zerstört ein Großbrand den 300 Quadratmeter großen Dachstuhl seines Gasthofs am Johannishögl oberhalb Pidings. Doch die Riegers geben nicht auf, verkünden am 17. Oktober, alles wieder aufzubauen. 2013 soll Wiedereröffnung gefeiert werden.

Gasthof Johannishögl: Wie geht's weiter?

NOVEMBER

Angela Kliebisch schaut Stargeiger David Garrett ganz genau auf die Finger. Links "Wetten, dass...?"-Moderator Markus Lanz.

Am 3. November gab es ein außerordentliches Debüt bei "Wetten, dass...?" in Bremen: Mit Angela Kliebisch ging erstmals eine Kandidatin aus dem Berchtesgadener Land bei der beliebten Show an den Start. Die 35-jährige Erzieherin schaute Prominenten wie Tom Hanks, David Garrett oder Halle Berry ganz genau auf die Finger und erkannte Nagellacke - am Ende alle richtig: Wette gewonnen! Ein unvergesslicher Abend für Angela Kliebisch aus Bischofswiesen, geboren in Aschaffenburg, aufgewachsen in Rosenheim.

Angela Kliebisch bei "Wetten, dass...?"

Endlich: Am 9. November ist klar, warum am 9. Juni ein Hubschrauber am Teisenberg abgestürzt ist und vier junge Menschen zwischen 22 und 29 Jahren ihr Leben lassen mussten. Sie wollten von Worms nach Salzburg fliegen, die Sicht war zunächst gut. Später, im Voralpenland, verschlechterte sich das Wetter. Unerfahrenheit des Piloten, der in einen Gewitterausläufer geriet, war letztlich die Ursache für den Absturz. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung des Piloten konnte bei der Untersuchung des Unglücks ausgeschlossen werden. Die Maschine schlug am Fuße des Teisenbergs auf.

Christl Pischl war gegen das Hotel, Bürgermeister Hans Hawlitschek dafür - er hat sich durchgesetzt.

Zwei Bürgerbegehren beschäftigten im November die Menschen in Bayerisch Gmain und in Bischofswiesen:Bürgerinitiativen versuchten, ein Vier-Sterne-Familienhotel in der Gmeinde oberhalb Reichenhalls sowie 14 Einfamilienhäuser am Kressenfeld zu verhindern. In Bischofswiesen hatten sie Erfolg, das Kressenfeld bleibt grün. In Bayerisch Gmain scheiterten die Gegner jedoch, das Hotelprojekt - unterstützt von Bürgermeister Hans Hawlitschek - darf gebaut werden. Für eine private Info-Veranstaltung legte der Gemeindechef für einen Abend sogar sein Amt nieder.

Viele unterschiedliche Meinungen gibt es auch in Sachen Sport- und Erlebniswelt in Neukirchen: Bürgermeister Franz Schießl und einige seiner Gemeinderäte sind für Aventura an der Autobahn A8, die Grünen votieren vehement dagegen und bezeichnen die Pläne des Rathauses als Wolkenkuckucksheime.

DEZEMBER

Der Predigtstuhl ist verkauft: Am 5. Dezember war es soweit! Marga und Josef Posch aus Schneizlreuth, Besitzer des Gasthauses Baumgarten, nützten ihre Chance und erwarben Predigstuhlbahn, Hotel und Schlegelalm. "Es war eine Herzensangelegenheit", verrät Marga Posch bgland24 im Interview. Jetzt soll am Predigstuhl die Nostalgie zurückkehren und "alles so werden, wie es früher einmal war und in meinen Erinnerungen weiterlebte".

"Georg Hackl hat meine Frau befräst" ist die Aussage des Monats: Derdreifache Rodel-Olympiasieger hat seinen Nachbarn verklagt und am 5. Dezember vor dem Amtsgericht in Laufen gewonnen. Die beiden waren mehrfach aneindergeraten - es ging um die Schneeräumung. Der Streit eskalierte schließlich im Januar dieses Jahres: Hackl ging aus der Auseinandersetzung mit einer Platzwunde und einer Schädelprellung heraus. Der Angeklagte wurde zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe plus 2.000 Euro verurteilt - und geht in Berufung.

Georg Hackl im Gerichtssaal

Am 15. Dezember wurde Freilassings Altbürgermeister Ludwig Lindner unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen. Der 95-jährige, verdiente Kommunalpolitiker war zwei Wochen nach seinem Geburtstag am 11. Dezember im Landeskrankenhaus Salzburg friedlich entschlafen. Landrat Georg Grabner und Bürgermeister Josef Flatscher würdigten den Verstorbenen als "stets feinen Menschen". 

Ludwig Lindner beerdigt

Hans-Joachim Bittner

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