Passend zur Bayerischen Klima-Woche!

BGL: Ehrgeiziges Klimakonzept

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Wunderschönes Berchtesgadener Land: Damit das auch so bleibt, wurde heute das Klimaschutzkonzept mit einer Umsetzungszeit bis 2030 verabschiedet.
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Berchtesgadener Land - Der Kreistag hat heute mit nur einer Gegenstimme das Integrierte Klimaschutzkonzept mit sehr ehrgeizigen Zielen auf den Weg gebracht.

Ehrgeizig, weil der Katalog mit insgesamt 31 Maßnahmen einen CO2-Emissions-Ausstoß von 10,6 Tonnen (Wert aus dem Jahr 2010) pro Einwohner und Jahr auf rund 5,5 Tonnen bis 2030 senken möchte. Das weltweite Klimaschutzziel sieht auf Dauer eine Senkung auf 2 Tonnen pro Weltbürger und Jahr vor.

Das BGL-Klimaschutz-Leitbild:

- Der Landkreis Berchtesgadener Land ist im Jahr 2030 eine "Bayerische Vorbildregion im Klimaschutz" und der regionalen Eigenversorgung.

- Wir - also Bürger, Unternehmen und Kommunen im Landkreis - haben 2030 die im Klimaschutzkonzept von 2013 dargestellten und 2018 sowie 2024 nach dem jeweils aktuellen stand der Klimaschutzdiskussion evaluierten Potenziale in den Bereichen Wärme, Strom und Treibstoff voll ausgeschöpft.

- Wir haben unseren CO2-Ausstoß um 47 Prozent bezogen auf 2010 reduziert. Der Ausstoß von CO2 liegt aktuell bei 5,5 Tonnen pro Einwohner und Jahr.

- Unser Strombedarf wird bilanziell zu 86 Prozent aus erneuerbaren Quellen in der Region gedeckt. Den gegenüber 2010 um 32 Prozent reduzierten Wärmebedarf decken wir zu 35 Prozent aus regionalen Energiequellen.

Das Klimaschutzkonzept wurde von der B.A.U.M. Consult GmbH aus München in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Institut für nachhaltige Entwicklung (bifne) aus Piding im Auftrag des Landkreises Berchtesgadener Land erarbeitet. Am Ende kamen gut 260 Seiten dabei heraus, die B.A.U.M.-Geschäftsführer Ludwig Karg auf 75 Seiten Präsentation "runterbrach" und dem Kreistag heute vorstellte.

Regionale Potenziale nutzen

Zuvor warb Landrat Georg Grabner passend zur Bayerischen Klima-Woche für die Umsetzung: "Das Klimaschutzkonzept des Landkreises legt bis ins Jahr 2030 Maßnahmen fest, die dazu beitragen sollen, den Energiebedarf im Berchtesgadener Land in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität ausschließlich über erneuerbare Energieträger abzudecken. Wir setzen dabei auf Energieeinsparung, auf Energieeffizienz und auf alle Formen der erneuerbaren Energieträger (Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Erdwärme). Es geht daraum, unsere regionalen Potenziale zu nutzen und auch die Wertschöpfung so weit wie möglich im Landkreis zu halten".

Konzept ist kein Wunschkonzert

Grabner ergänzte: "Ich habe gehört, dass dieses Konzept von einigen als Wunschkonzert betitelt wurde. Dem ist nicht so. Es ist ein ehrgeiziges, aber machbares Ziel".

Der Beschluss - mit nur einer Gegenstimme von Agnes Thanbichler (ÖDP) angenommen - lautet wie folgt: Der Kreistag stimmt dem Integrierten Klimaschutzkonzept in der Fassung vom 17. April 2013 (unter Berücksichtigung der in der Sitzung vom 17. April 2013 vom Umwelt- und Kreisausschuss beschlossenen Änderungen) zu. Die Verwaltung wird beauftragt, die im "Integrierten Klimaschutzkonzept" aufgeführten Maßnahmenvorschläge in Kooperation mit den betroffenen Akteuren sukzessive bis zum Jahr 2030 umzuetzen. Die Umsetzung und die zeitliche Schwerpunktsetzung stehen unter dem Vorbehalt, dass personelle und finanzielle Ressourcen bereitgestellt werden können.

Zwei kritische Überprüfungen

Die im Klimaschutzkonzept dargestellten Potenziale und die entsprechend formulierten Leitlinien und Ziele sollten spätestens in den Jahren 2018 und 2024 einer kritischen Überprüfung unterzogen und angepasst werden, sofern sich die Rahmenbedingungen erheblich geändert haben.

Die Federführung für die Umsetzung der Maßnahmen sowie der Aufbau und die Nutzung eines Umsetzungs- und CO2-Controllings obliegen dem Klimaschutzmanager, der vorbehaltlich einer Förderzusage des BMU zum frühest möglichen Zeitpunkt (eventuell 1. Juli) seine Arbeit aufnehmen und regelmäßig dem Kreistag berichten soll.

Wasserkraft mit Diskussionsbedarf

Agnes Thanbichler betonte, grundsätzlich schon auch hinter dem Klimaschutzkonzept zu stehen. Sie stimmte dagegen, weil sie den Punkt "Wasserkraft" entfernt haben wollte. Über diesen Punkt war eine ausgiebige Diskussion samt Unterbrechung der Sitzung mit Beratungszeit entbrannt. Ludwig Nutz (CSU) wünschte sich eine Konkretisierung der Wasserkraft-Maßnahmen.

Parteiübergreifend für die Umwelt

CSU, SPD und Grüne stehen geschlossen hinter dem Klimaschutzkonzept: "Ich denke, dass wir uns noch nie so geschlossen einig waren", freute sich SPD-Sprecher Hans Metzenleitner und bezeichnete den Beschluss als Pilotprojekt. CSU-Sprecher Silvester Enzinger meinte: "Es ist kein leichtes Ziel, darum ist es wichtig, dass jetzt alle mitmachen und an einem Strang ziehen". Dr. Bartl Wimmer (Grüne) nannte das Konzept "eine einmalige Chance, um alle verfügbaren Kräfte parteiübergreifend für die Umwelt zu bündeln".

Hans-Joachim Bittner

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