BGL-Landrat Georg Grabner:

"Unsere Bürger sind braver als anderswo"

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Präsentierten heute die Kriminalitätsstatistik und die Verkehrsunfallbilanz 2012: Robert Heimberger, Polizeipräsident Oberbayern Süd, und Georg Grabner, Landrat des Berchtesgadener Landes.
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Berchtesgadener Land - Die Zahl der Straftaten im Landkreis hat erheblich, jene der Unfälle im Straßenverkehr nur leicht zugenommen. Die Polizei zieht dennoch ein positives Fazit.

Wie viele Straftaten gab im Berchtesgadener Land im vergangenen Jahr? Diese und weitere Fragen wurden heute bei einem Sicherheitsgespräch im Landratsamt vom Polizeipräsidenten des Präsidiums Oberbayern Süd, Robert Heimberger, beantwortet. Demnach lässt es sich zwischen Laufen und Königssee sicher leben. Dieses Fazit wurde trotz einem deutlichen Anstieg der Delikte um 262 auf insgesamt 6.852 im Jahr 2012 ziehen. Das entspricht einem Plus von vier Prozent.

Denn: "Die Zahl ist auch durch die Aufgriffe der Schleierfahndung bedingt, die ja mit einer Aufklärungsquote von 100 Prozent zu belegen ist", so Heimberger. Zieht man die Delikte am offenen Grenzübergang Walserberg ab, einer besonderen Situation im Grenzgebiet, bleibt eine Zahl von 4.835 - und das ist deutlich unter dem bundesweiten und auch dem bayerischen Durchschnitt. "Kein anderes Bundesland schafft eine Zahl unter 5.000. Wir liegen ohne die Zahlen der Schleierfahndung deutlich darunter", informierte Heimberger.

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Der komplette Sicherheitsbericht 2012 des Berchtesgadener Landes

"Unsere Bürger sind braver als anderswo", freut sich Landrat Georg Grabner vor allem über die Tatsache, dass sich Delikte heimischer Bürgerinnen und Bürger stark unterdurchschnittlich präsentieren - auch wieder durch die hohe Zahl der Schleierfahndungsaufgriffe bedingt.

Tatverdächtigenstruktur

Zu den 5.185 geklärten Straftaten 2012 wurden 4.273 Tatverdächtige ermittelt. Darunter befand sich ein Anteil von 61,1 Prozent nichtdeutscher Personen. Zieht man die Anzahl der spezifischen Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz ab, beträgt der Ausländeranteil an allen Tatverdächtigen noch 42,5 Prozent. Der Anteil Nichtdeutscher an der Wohnbevölkerung beträgt 12,5 Prozent.

Von den insgesamt 4.273 ermittelten Tatverdächtigen waren 20,5 Prozent jünger als 21 Jahre, also ein Kind, Jugendlicher oder Heranwachsender. Besonders Jugendliche und Heranwachsende (14 bis 21 Jahre) mit einem Anteil von 7,3 Prozent an der Wohnbevölkerung sind mit 18,0 Prozent überproportional unter den Tatverdächtigen vertreten. Die Überrepräsentation dieser Altersgruppe resultiert großteils aus einer hohen Beteiligung bei Diebstahls-, Sachbeschädigungs- und Körperverletzungsdelikten.

Aufklärungsquote bei 75,7 Prozent

Von den 6.852 Straftaten im vergangenen Jahr wurden 5.185 Fälle aufgeklärt. Die Aufklärungsquote betrug damit 75,7 Prozent - eine erhebliche Steigerung um 4,8 Prozent gegenüber 2011.

Die Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung, die sogenannte Häufigkeitszahl, lag 2012 im Berchtesgadener Land bei 6.653 Straftaten pro 100.000 Einwohner (2011: 6.436). Dies bedeutet einen Anstieg um 3,4 Prozent. Die Belastung im Landesdurchschnitt Bayerns liegt bei 4.977 Straftaten.

Die Einbrüche im Berchtesgadener Land gehen immer weiter zurück.

Besonders ins Auge fallen die Gemeinden Piding und Bad Reichenhall durch im Vergleich zu ihrer Einwohnerzahl besonders hohen Fallzahlen - bedingt durch die Tätigkeit der Schleierfahnder. Die verhältnismäßig hohe Häufigkeitszahl im Gemeindebereich Freilassings ist zusätzlich durch die Nähe zum Ballungsraum Salzburg zu erklären.

Verkehrsunfälle leicht ansteigend

2012 wurden auf den 530 Straßenkilometern und sonstigen öffentlichen Verkehrsflächen im Berchtesgadener Land 2.750 Verkehrsunfälle und damit 24 oder 0,9 Prozent mehr als im Vorjahr registriert. Um 9,5 Prozent (um 69 auf 660) gesunken ist die Verletztenzahl. Zwölf Personen kamen im Straßenverkehr ums Leben (2011: 10).

249 Fahrzeuglenker (2011: 219) wurden im vergangenen Jahr bei Verkehrssicherheitskontrollen mehr oder weniger alkoholisiert am Steuer ihrer Fahrzeuge angetroffen und zur Anzeige gebracht. Den höchsten Wert erzielte dabei ein Radfahrer aus Saaldorf-Surheim mit 3,30 Promille. Unter dem Einfluss illegaler Drogen waren 78 Fahrzeugführer (Vorjahr: 53/plus 47,2 Prozent) unterwegs.

Warnung vor kriminellen Internetbanden

Der Schwerpunkt des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd liegt laut Polizeipräsident Robert Heimberger auch in diesem Jahr bei den Rauschgiftdelikten: "Wobei die Internetkriminalität natürlich immer mehr zunimmt und man heute die ganze Bandbreite auf diesem Gebiet noch gar nicht ermessen kann. Die Wohnungseinbrüche nehmen immer mehr ab, weil die Leute nicht nicht aus dem Haus gehen müssen, um zu betrügen", so Heimberger. Heute laufe viel vom heimischen Computer aus, übers Internet eben. Heimberger warnt vor allem vor kriminellen Banden, die mittlerweile mit eigenen - natürlich ausschließlich positiven - Bewertungsprofilen im Internet auftreten.

Hans-Joachim Bittner

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