Auszubildende zu Gast bei der Bergwacht

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Landkreis - Gleich zu Beginn des praktischen Anerkennungsjahrs haben die angehenden Rettungsassistenten des Roten Kreuzes aus ganz Südostbayern die Bergwacht Berchtesgaden besucht.

Gleich zu Beginn des praktischen Anerkennungsjahrs an ihrer jeweiligen Rettungswache haben die angehenden Rettungsassistenten des Roten Kreuzes aus ganz Südostbayern (BRK-Region 18) die Bergwacht Berchtesgaden besucht. Beim mittlerweile dritten und zugleich letzten Praxistag dieser Art lernten die jungen Sanitäter hautnah die Abläufe im Bergrettungsdienst kennen, was ihnen später im Berufsalltag weiterhelfen soll. Ähnliche Veranstaltungen fanden im Landkreis Traunstein mit der BRK-Wasserwacht und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), im Landkreis Rosenheim mit der Feuerwehr, im Landkreis Mühldorf mit Polizei und Deutscher Bahn und im Landkreis Altötting bei einer Großübung „Massenanfall von Verletzten“ statt.

„Gerade für die Flachland-Kollegen aus Rettungsdienstbereichen ohne Berge ist es interessant, die Abläufe, Ausrüstung und Strukturen der Bergwacht näher kennenzulernen“, erklärte der Praxisanleiter der Rettungswache Berchtesgaden, Christian Pfnür-Rosenberger, der den diesjährigen Thementag zum dritten und in dieser Form vielleicht auch letzten Mal organisiert hatte, denn die Tage für die Ausbildung zum Rettungsassistenten sind gezählt. Ab nächstem Jahr wird es stattdessen den neuen Notfallsanitäter geben. Diese Ausbildung wird drei Jahre dauern und mit einem Staatsexamen abgeschlossen. „Das Wissen wird in Theorie und Praxis vertieft und erweitert“, so Pfnür-Rosenberger über die neue Entwicklung, „und alle bisherigen Rettungsassistenten können sich mit einer Zusatzausbildung ebenfalls zum Notfallsanitäter schulen lassen.“

Zwischen Himmel und Erde

Die Bergwacht Bayern ist eine der vier Gemeinschaften im Bayerischen Roten Kreuz (BRK). Sie führt den Rettungsdienst in den alpinen Einsatzbereichen, an unwegsamen Einsatzschwerpunkten und in Höhlen durch. Sie ergänzt in besonderen Fällen auch die weiteren Einheiten des Rettungsdienstes auch außerhalb ihrer Einsatzbereiche, weshalb gerade der Landrettungsdienst immer wieder eng mit der Bergwacht zusammenarbeitet: Bei Verkehrsunfällen mit abgestürzten Fahrzeugen, wenn Patienten zum Weitertransport in eine Klinik übernommen werden oder gelände- oder witterungsbedingt nicht ohne Hilfe abtransportiert werden können. Das unwegsame Gelände beginnt dabei oft schon wenige Meter abseits der Straße.

„Die jungen Kollegen sollen für ihren späteren Berufsalltag über alle Abläufe im Bergrettungsdienst Bescheid wissen, damit im Ernstfall die Zusammenarbeit reibungslos klappt“, erläuterte Pfnür-Rosenberger. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Verantwortlichen der Bergwacht wurde der Tagesablauf vorgestellt. Zum Frühstück trafen sich die Auszubildenden mit ihren Ausbildern an der Bergrettungswache Berchtesgaden, wo sie den neuen Image-Film der Bergwacht anschauten und in zwei Gruppen Haus, Ausbildungsturm, Fahrzeuge und Ausrüstung sowie den Polizeihubschrauber „Edelweiß 4“ besichtigten, der gerade von einem Rettungseinsatz aus der Watzmann-Ostwand an die Jennerbahn-Talstation zurückgekehrt war.

Im Anschluss demonstrierte die Bergwacht im Übungsklettersteig am Hanauerstein, wie ein erschöpfter aber nicht verletzter Bergsteiger gerettet und abgeseilt wird. Natürlich ließen es sich einige der Auszubildenden das Angebot nicht entgehen, selbst einmal durch den Übungsklettersteig zu gehen, einige sogar zwei Varianten. Nach der Vorführung konnte die Gruppe beim gemeinsamen Mittagessen im Gasthaus Unterstein den einzigartigen Vormittag Revue passieren lassen.

Am Nachmittag des Praxistags musste die Gruppe wieder steil hinauf zum Jenner fahren, wo die Bergwacht an der Mittelstation zeigte, wie im Ernstfall eine Sesselbahn evakuiert wird. Wieder durften die angehenden Rettungsassistenten in die Rolle der Betroffenen schlüpfen: In acht Sessellift-Gehängen warteten je zwei Auszubildende, bis sie durch die Rettungstrupps der Bergwacht gesichert und abgeseilt wurden. Anschließend konnten die Auszubildenden noch selbst den Abtransport eines Patienten mit einer Gebirgstrage im Gelände testen und durchführen.

Zum Abschluss des Tages fuhr ein Teil der Azubis mit der Jennerbahn bis ganz nach oben auf den Gipfel, wo Christian Pfnür-Rosenberger den Praktikanten und Praxisanleitern die umliegenden Berge erklärte und der Bergwacht für ihr Engagement dankte. Obwohl sie teilweise noch sehr müde wegen einer nächtlichen Rettungsaktion mit Biwak in der Watzmann-Ostwand waren, brachten Andreas Baumann und Michael Graßl zusammen mit einem achtköpfigen Team den Azubis viele Facetten des Bergrettungsdienstes näher.

Pressemitteilung BRK-BGL

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