Nach erneutem Lockdown-Beschluss im BGL

Bäckerei verkauft „Frust-Finger“: „Die Botschaft geht an jeden, der sich angesprochen fühlt“

Die Bäckerei Konditorei F.X. Neumeier aus Bayerisch Gmain verdeutlicht die momentane Stimmung mithilfe der „Frust Finger“. (links: Jakob Neumeier, Konditormeister, rechts: Xaver Neumeier, Bäckermeister)
+
Die Bäckerei Konditorei F.X. Neumeier aus Bayerisch Gmain verdeutlicht die momentane Stimmung mithilfe der „Frust Finger“. (links: Jakob Neumeier, Konditormeister, rechts: Xaver Neumeier, Bäckermeister)

Bayerisch Gmain - Die Stimmung in der Bevölkerung ist angespannt - und das nicht erst seit dem Beschluss eines „Teil-Lockdowns“ in Deutschland. Die Bäckerei F.X. Neumeier setzt mit ihren „Mittelfinger-Krapfen“ nun ein deutliches Zeichen:

Wie bereits beim ersten Lockdown im Frühjahr, müssen auch Bars, Kneipen, Restaurants und ähnliche Einrichtungen wieder ihre Pforten schließen. Erlaubt bleibt nur die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause sowie der Betrieb von Kantinen, die nicht öffentlich zugänglich sind. Ein harter Schlag für die Gastronomie-Branche, die ohnehin durch die Krise arg gebeutelt ist.


Nach Lockdown-Beschluss: Bäckerei aus dem Berchtesgadener Land verkauft „Frust Finger“

Ein Bäcker aus Bayerisch Gmain verdeutlicht die momentane Stimmung nun mithilfe der „Frust Finger“. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Mittelfinger, der aus Krapfenteig hergestellt und mit Aprikosenmarmelade gefüllt wurde. „Wir haben die ‚Mittelfinger-Krapfen‘ seit Donnerstag, 29. Oktober, also einen Tag nachdem der Teil-Lockdown in Bayern beschlossen wurde, im Sortiment“, so Xaver Neumeier von der Bäckerei Konditorei F.X. Neumeier in Bayerisch Gmain.


Xaver Neumeier: „Botschaft des Fingers gehe an jeden, der sich angesprochen fühle“

Doch wie kam der Bäckermeister auf die Idee, Gebäck in Form eines Mittelfingers zu backen? „Wir haben im Fasching 2019 schon mal Finger in verschiedensten Formen aus Krapfenteig gemacht. Zur momentanen Stimmung sind uns dann sofort diese Finger wieder eingefallen, also haben wir nur eine andere Form gewählt und sie „Frust Finger“ genannt“, so Neumeier im Gespräch mit BGLand24.de.

Die Botschaft des Fingers gehe an jeden, der sich angesprochen fühle. „Sei es der Virus selbst, die privaten Feiern, die Politiker oder wer auch immer“, berichtet Xaver Neumeier schmunzelnd. „Wir haben extra keinen direkt angesprochen, damit sich jeder selbst Gedanken machen kann, wem oder was man den Finger widmet.“

„Mittelfinger-Krapfen“ aus Bayerisch Gmain: „Die meisten nehmen es mit Humor“

Doch wie reagieren die Kunden der Bäckerei Konditorei F.X. Neumeier auf die aussagekräftigen „Frust Finger“? Laut dem Bäckermeister sind die Meinungen hier gespalten: „Der größte Teil nimmt es mit viel Humor und manche fragen, ob die Finger schon zum Bundestag unterwegs sind. Aber wie es natürlich so ist, gibt es auch Spaßbremsen, die den Witz dahinter nicht verstehen und die Krapfen als ‚geschmack- und niveaulos‘ sehen.“

Auch die Bäckerei in Bayerisch Gmain ist vom erneuten Teil-Lockdown in Bayern betroffen. Auch sie dürfen ihre Ware nur noch zum Mitnehmen anbieten und keine Kunden mehr in ihrem Café im Innenbereich bewirten. „Der Virus ist da. Keine Frage. Der erste Lockdown war auch gerechtfertigt“, so Neumeier im Gespräch mit BGLand24.de. „Es wurden uns zahlreiche Auflagen auferlegt, die wir erfüllen mussten, damit wir unser Café im Innenbereich wieder eröffnen durften. Hygienekonzepte, Kontaktdaten aufnehmen, Plexiglasscheiben, weniger Bestuhlung, Heizstrahler für den Winter, usw. Alles hat wunderbar funktioniert und kostete natürlich auch Geld“, so der Bäckermeister weiter.

Doch Xaver Neumeier ärgert es, dass die Politik nun wieder die Gastronomie schließe, obwohl es die sicherste Möglichkeit sei, sich im öffentlichen Raum zu treffen. „Wo trifft man sich jetzt dann? Natürlich im privaten Bereich, in dem keine Abstandsregeln gelten“, sagt Neumeier abschließend.

Die gebackenen Stinkefinger können noch den ganzen November für jeweils 1,80 Euro erstanden werden.

„Teil-Lockdown“ gilt vorerst bis Ende November

Die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen in Bayern steigt weiter an. Wegen dieser Zahlen traten im Landkreis Berchtesgadener Land am Dienstag, 20. Oktober, umfangreiche Corona-Maßnahmen und ein regionaler „Lockdown“ in Kraft. Die erlassene Allgemeinverfügung lief dann am Montag, 2. November, aus. Nun gelten die von Ministerpräsident Markus Söder angekündigten Regelungen des Freistaats Bayern.

Die strengen Regeln für den „Teil-Lockdown“ sind am Montag, 2. November, um 0 Uhr in Kraft getreten und sollen vorerst bis Ende November gelten. Anders als im Frühjahr beim ersten Corona-Lockdown sollen jedoch diesmal Schulen, Kindertagesstätten, Friseure und Universitäten offen bleiben. Einen Überblick über die aktuellen Regeln findet Ihr hier.

jg

Kommentare