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Heim „Hohenfried“ hatte 80 Corona-Ausfälle

Quereinsteigerin Andrea half in Bayerisch Gmainer Pflegeheim aus: „Mir ging das Herz auf“

Quereinsteigerin Andrea aus Anger half im „Hohenfried“ in Bayerisch Gmain aus
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Quereinsteigerin Andrea aus Anger half im „Hohenfried“ in Bayerisch Gmain aus - vor einem Monat brach dem Wohnheim ein Viertel des Personals Corona-bedingt weg.

Sie kommt eigentlich aus dem Hotelfach, doch als Andrea von der Situation im Bayerisch Gmainer Wohnheim „Hohenfried“ erfuhr, stand sie parat - und würde der Branche jetzt gerne treu bleiben. Eine Geschichte von Corona-Personalnot und ehrenamtlichen Engagement.

Bayerisch Gmain - Eine Krankmeldung nach der anderen, reihenweise Quarantänebescheide: Die Personalsituation im Wohnheim „Hohenfried“ in Bayerisch Gmain stand ab Ende Januar Spitz auf Knopf. „Wir hatten bis zu 90 Ausfälle“, so Victoria Reischl vom Wohnheim im Gespräch mit BGLand24.de. Über ein Viertel des Personals war plötzlich weg. Also ging „Hohenfried“, wo Menschen mit Behinderung betreut werden, an die Öffentlichkeit, suchte spontane Aushilfskräfte - und fand unter anderem Andrea aus Anger.

Quereinsteigerin half im Wohnheim „Hohenfried“ Bayerisch Gmain: „Eine tolle Erfahrung“

„Eigentlich komme ich aus dem Hotelfach und bin momentan Hausfrau. Ich hab‘ dann im Radio von der Situation in Bayerisch Gmain gehört“, so Andrea gegenüber BGLand24.de. Weil sie aber „gern hilft“ und schon lange in den Sozialbereich hineinschnuppern wollte, hatte sie sich Ende Januar gemeldet - und wurde prompt genommen. Nach einem Briefing von „Hohenfried“ zum Umgang mit Menschen mit Behinderungen ging es los. „Ich wurde dann mit dem Stammpersonal in eine Gruppe geschickt und konnte bei allen Hauptaufgaben helfen“, so die 44-Jährige.

Mit den Bewohnern musizieren, gemeinsam essen, Wäsche waschen, „einfach ein offenes Ohr haben“ - das waren dann Andreas Aufgaben an den drei Tagen, an denen sie eingesetzt wurde. „Mir ist dabei das Herz aufgegangen, es war eine tolle Erfahrung“, erzählt sie. Ganz fremd war ihr der Bereich aber nicht: Andrea hat selbst ein behindertes Kind und ihre Schwester ist Krankenpflegerin. Trotzdem habe sie das Stammpersonal bei „Hohenfried“ gut eingelernt und ihr erklärt, was man bei den einzelnen Bewohnern zu beachten habe. Und auch von ihnen wurde Andrea gut aufgenommen: „Eine hat mir am zweiten Tag ein Hustenguti geschenkt, damit ich nicht auch krank werde“, strahlt sie.

30 Hilfskräfte meldeten sich spontan: „Eine schöne Geste“

Insgesamt 30 spontane Aushilfen wie Andrea hat „Hohenfried“ in der Zeit gefunden, viele branchenfremd. „Über drei bis vier Wochen war es bei uns wirklich eng“, so Victoria Reischl, die beim Wohnheim für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. 210 Bewohner hat man in Bayerisch Gmain, 40 davon im Kinder- oder Jugendalter. Ende Januar, Anfang Februar mussten wegen der zugespitzten Personalsituation auch die Werk- und Förderstätten geschlossen werden, auch Verwaltungs- oder Technikmitarbeiter halfen in der Betreuung aus. „Die Aushilfen wurden aber nur im Erwachsenenbereich eingesetzt, im Kinderbereich muss man natürlich noch sensibler vorgehen und auch die Auflagen wären höher“, so Reischl.

Ähnlich wie Andrea waren die meisten Aushilfen nur einige Tage im Wohnheim. Zum einen wurden die „Quereinsteiger“ in Bayerisch Gmain vor allem vormittags gebraucht, zum anderen hatte auch jeder der Helfer noch seine eigene Familie zuhause oder einen eigenen Job. „Aber wir sind jedem dankbar für die Solidarität. Das war eine total schöne Geste und wir werden es den Aushilfen nicht vergessen.“ Und womöglich könnte „Hohenfried“ bzw. die ganze Branche auch langfristig davon profitieren: „Ich kann mir gut vorstellen, in der Richtung auch in Zukunft zu arbeiten und suche schon konkret nach einer Stelle in der Pflege“, erzählt Aushilfe Andrea.

xe

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