Hotel: Heute votieren die Bayerisch Gmainer

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Wer gewinnt heute Abend? Bürgerinitiativen-Sprecherin Christl Pischl oder Bürgermeister Hans Hawlitschek?

Bayerisch Gmain - Rund 2.400 Wahlberechtigte sind am heutigen Sonntag in Bayerisch Gmain aufgerufen, zu entscheiden: Darf ein Vier-Sterne-Hotel gebaut werden?

BGLand24 ist vor Ort und wird sofort berichten, wenn die Entscheidung gefallen ist. Sie erhalten im Laufe des Abends ausführliche Informationen und Fotos.

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Seit 8 Uhr kann im Haus des Gastes (nicht wie auf Flyern angegeben in der Grundschule) gewählt werden. Das Wahllokal schließt um 18 Uhr, die unmittelbare Auszählung folgt unter der Aufsicht von Wahlsachbearbeiterin Andrea Negraschus. Das Ergebnis wird frühestens gegen 18.30 Uhr erwartet.

"Ja" oder "Nein"?

Bürgerinitiativen-Sprecherin Christl Pischl.

Der Stimmzettel beinhaltet folgende Frage: "Sind Sie dafür, dass die Gemeinde für die Wiese zwischen dem alten Sportplatz und der Dorfbauernstraße (Flur-Nummer 309) eine Bauleitplanung mit dem Ziel durchführt, sie als öffentliche Grünfläche zu erhalten?" Die Wähler/-innen müssen also ganz genau aufpassen, um die Frage für sie "richtig" zu beantworten.

Wer die Bürgerinitiative "Erhalt der grünen Wiese" unterstützen möchte, stimmt mit "ja". Wer dagegen für die Möglichkeit ist, dass ein Vier-Sterne-Familienhotel im 3.100 Einwohner-starken Bayerisch Gmain gebaut werden kann, kreuzt "nein" an. Zur Wahl sollten Abstimmungsberechtigung und Personalausweis mitgebracht werden. Ist Ersteres nicht mehr vorhanden, reicht auch der Ausweis, alle Berechtigten stehen im Wahlverzeichnis.

Die Bürgerinitiative, die sich gegen den "Ausverkauf der Heimat" wehren möchte, legte sich mächtig ins Zeug, verteilte Flugblätter, hing Plakate im ganzen Ort auf. Sprecherin Christl Pischl wurde hauptsächlich von Fritz Mailinger und Peter Höser unterstützt.

Bürgermeister Hans Hawlitschek.

Bürgermeister Hans Hawlitschek, der für das Hotelprojekt auf eine Gemeinderatsmehrheit von 9:6 verweisen kann, setzte eine privat initiierte Info-Veranstaltung dagegen. Dafür legte er für einen Abend sogar sein Amt nieder und sprach als Privatmann mit seiner Privatmeinung zu all jenen, die ins Haus des Gastes gekommen waren. Der Antrag der Gegenseite, ein Infoblatt, welches Hawlitschek privat - jedoch mit dem Gemeindewappen und dem Vermerk "Bürgermeister-Info" versehen hatte - rechtsaufsichtlich prüfen zu lassen, schmetterte beim Landratsamt ab. Die Bedingungen für eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Rathauschef waren nicht gegeben.

Umstrittenes Hotelprojekt in Bayerisch Gmain

Humor bewies Hans Hawlitschek, als er die Hotel-Pläne mit den Visionen von König Ludwig II. verglich und per powerpoint-Präsentation Bilder der Schlösser Linderhof und Neuschwanstein präsentierte. Die Bürgerinitiative versuchte, mit roten "Ja"-Schirmen im Haus des Gastes-Eingangsbereich und einem Flugblatt marginaler Werbung in eigener Sache zu betreiben.

Quorum muss stimmen

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Zwei Hürden müssen überwunden werden, damit das Bürgerbegehren Erfolg hat: einmal muss die Mehrheit zustimmen, zum anderen muss diese Mehrheit mindestens 20 Prozent aller stimmberechtigten Bürger ausmachen, also das sogenannte Quorum erfüllt werden.

Zirka 350 Bürgerinnen und Bürger Bayerisch Gmains haben ihr Votum bereits per Briefwahl abgegeben - für einen Bürgerentscheid außergewöhnlich viel.

20. BGL-Bürgerentscheid

Das Bayerisch Gmainer Bürgerbegehren am heutigen Sonntag ist das insgesamt 20. im Berchtesgadener Land. Bei zwölf wurde die gestellte Frage abgelehnt, sieben wurden zwar angenommen, erreichten jedoch nicht das erforderliche Quorum. Bei elf Bürgerentscheiden ging es um Bauprojekte, so die Information des Landratsamtes.

BGLand24 informiert und berichtet am Sonntag aktuell von der Auszählung des Bürgerentscheids.

bit

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