Bärbel Kofler besucht Afghanistan und Pakistan

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Bärbel Kofler in Mazar-e-Sharif vor dem Ortsschild der in Afghanistan stationierten Soldaten aus Bad Reichenhall.

Pakistan/Afghanistan - Als Mitglied des Entwicklungsausschusses war die heimische Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler zehn Tage in der Krisenregion, um sich über den Stand von Entwicklungsprojekten zu informieren.

Die siebenköpfige Delegation besuchte zuerst Karatschi, die größte Stadt Pakistans und sprach dort unter anderem mit verschiedenen Hilfsorganisationen. "Für unsere Ausschussarbeit ist es wichtig, sich vor Ort ein Bild zu machen wie Steuergelder, aber auch die Spenden der Bürgerinnen und Bürger aus Deutschland eingesetzt werden. Es ist erfreulich zu sehen, dass nach der verheerenden Flutkatastrophe in Pakistan das Geld bei den Flutopfern ankommt", erklärt Bärbel Kofler.

Aus Deutschland kamen 35 Mio Euro als Direkthilfe für die Flutopfer. Zusätzlich konnten 160 Mio Euro Spendengelder in Deutschland gesammelt werden, ein schöner Beweis für die Spendenfreudigkeit in Deutschland und die Bereitschaft zur Hilfe für die Betroffenen von Umweltkatastrophen.

Bärbel Kofler (2. v.r.) mit Delegationsmitgliedern bei der Übergabe von Hilfgütern.

Die junge Demokratie Pakistans hat große strukturelle Probleme, so zahlen nur zwei Prozent der Pakistani Steuern. "Wir müssen für die Zukunft darauf hinwirken, dass in diesem Land ein effizientes Steuersystem aufgebaut wird, denn nur so können eine leistungsfähige Verwaltung eingerichtet und finanzielle Mittel erwirtschaftet werden um unter anderem Menschen in Krisenzeiten besser helfen zu können", fordert Bärbel Kofler.

Die Bekämpfung der Korruption und Stärkung des Bildungswesens sind weitere wichtige Schritte hin zu einem stabilen Staat. Pakistan spielt in dieser Region eine wichtige Rolle und Stabilität in diesem Land ist daher von entscheidender Bedeutung.

Die deutschen Abgeordneten flogen dann weiter nach Afghanistan in die Hauptstadt Kabul. "Entwicklung und Wiederaufbau in diesem Land sind nur unter sehr schwierigen Bedingungen möglich. Alle Projekte hängen davon ab, ob die Menschen in Sicherheit leben. Nur wenn die Sicherheit gewährleistet ist, kann Handel betrieben oder können die Kinder in die Schule geschickt werden. Die Menschen in Afghanistan müssen erst Vertrauen in ihren Staat gewinnen können", so Bärbel Kofler.

Die Abgeordnete besuchte deshalb auch die Polizeiakademie in Kabul und informierte sich bei den deutschen Ausbildern vor Ort in Mazar-e-Sharif. Es wird eine Basisausbildung für Polizisten geleistet, da im Moment noch kein wirklich funktionierendes Polizeiwesen existiert. Ziel ist, die Polizei in afghanische Hände zu übergeben.

Bärbel Kofler mit bayerischen Polizisten in der Polizeiakademie in Kabul.

Grundsätzlich geht es darum, dass die Polizei und die Justiz für die Bevölkerung Rechtssicherheit schafft und die Menschenrechte wahrt. Hier ist noch viel zu tun. "Neben allen Problemen Afghanistans konnte man doch auch positive Entwicklungen erkennen. Ich habe viele Kinder, darunter auch Mädchen gesehen, die in die Schule gehen. Die Veränderung der afghanischen Bevölkerung benötigt noch viel Zeit, wahrscheinlich mehrere Generationen, bis sich insbesondere in den ländlichen Regionen ein Bewusstseinswandel einstellen wird", fasst Bärbel Kofler zusammen.

Ein Beispiel für die gelungene und wichtige Entwicklungszusammenarbeit in Afghanistan ist das Engagement der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau, die daran arbeitet, die Wasserversorgung zu verbessern. "Der Zugang zu gesundheitlich unbedenklichem Wasser ist überlebenswichtig. Deutlich wird dies wenn man die hohe Kindersterblichkeit sieht, denn zur Zeit wird jedes fünfte Kind nicht älter als fünf Jahre. Hier ist der Zugang zu sauberem Wasser sehr wichtig", erläutert Bärbel Kofler. Auch Energieversorgung und der Aufbau einer verlässlichen, für die Bevölkerung arbeitenden Polizei sind zentrale Anliegen deutscher Entwicklungszusammenarbeit.

Bärbel Kofler (links) mit der afghanischen Frauenministerin (Mitte).

"Trotz der schwierigen Sicherheitslage war es möglich, sich über die großen Probleme dieser Region zu informieren. Das zivile deutsche Engagement in der Region ist besonders wichtig und hilft konkret den Menschen vor Ort. In diesem Bereich wird es auch einer langfristigen Unterstützung bedürfen, Sicherheit und Stabilität in der Region ist dafür Voraussetzung. Ganz wesentlich ist es deshalb auch die Bedeutung Pakistans für die Region zu erkennen", fasst Bärbel Kofler die Reise zusammen.

Pressemitteilung Bärbel Kofler

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