Gebirgsjäger stellen sich der „Patrouille des Glaciers“ 

Von Zermatt nach Verbier: Alpinwettkampf der Superlative

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Stabsfeldwebel Jörg Rauschenberger von der ersten Bundeswehr-Mannschaft erreicht die Tragepassage unterhalb der Rosa Blanche.

Schweiz/Bad Reichenhall - Alle zwei Jahre richtet die Schweizer Armee das größte Rennen im Skibergsteigen der Welt, die „Patrouille des Glaciers“ , aus. 

Zu dem denkwürdigen Alpinwettkampf „Patrouille des Glaciers“ entsandte die Bundeswehr aus der Gebirgsjägerbrigade 23 und dem Ausbildungsstützpunkt Gebirgs- und Winterkampf sieben Heeresbergführer sowie die Skibergsteiger Sepp Huber und Thomas Trainer

Ursprünglich 1943 erstmalig als reine militärische Mobilmachungsübung geplant und durchgeführt, bei der acht Patrouillen starteten, ist die „Patrouille des Glaciers“  (PDG) mittlerweile zu einem Rennen mit etwa 1.600 Teams aufgewachsen. 

Heute starten dabei militärische Trupps wie auch zivile Rennteilnehmer, jeweils in Dreierteams. Von den 4.800 Teilnehmern gingen auch dieses Jahr knapp die Hälfte auf die lange Distanz von Zermatt über Arolla nach Verbier. 

Die Herausforderung liegt hier bei der Bewältigung von 4.250 Höhenmetern im Aufstieg und einer Strecke von 53 Kilometern Luftlinie. Die kürzere, in etwa halbe Strecke von Arolla bis Verbier ist aber auch kein Zuckerschlecken – fordert diese den Skibergsteigern immer noch cica 2.000 Höhenmeter und 23 Kilometer ab.

Frühere Startzeiten wegen Lawinengefahr 

Um die große Teilnehmerzahl sicher über die Strecke zu bringen, wird die PDG mit Startzeiten von Dienstag auf Mittwoch und von Freitag auf Samstag ausgetragen. Das Hauptfeld startete wie jedes Jahr zum Wochenende am Freitag, 20. April, mit einem ersten Startblock um 21 Uhr und einem letzten Startschuss der „Elite-Läufer“ um 2 Uhr. 

Wegen der warmen Temperaturen wurden in diesem Jahr die Startzeiten Gebirgsjägerbrigade 23 zur Sicherheit der Läufer angesichts der im Tagesverlauf ansteigenden Lawinengefahr jeweils um eine Stunde vorverlegt. Gleichzeitig musste wegen der außergewöhnlichen Schneemassen im ersten Abschnitt eine Anpassung der Strecke erfolgen, die im Durchschnitt von Zermatt bis nach Staffel 18 Minuten länger dauerte als in den Jahren zuvor.

Dennoch waren die Verhältnisse auf der Strecke gut und ermöglichten schnelle Zeiten. So konnte der Rekord der Männer von 2010 auf der langen Distanz mit einer Zeit von 5:35 Stunden durch ein italienisches Team geschlagen werden. Auch die Damen stellten mit einer schweizerisch-französischen Patrouille eine neue Bestzeit mit 7:15 Stunden auf.

Gebirgstruppe der Bundeswehr zeigt respektable Leistungen 

Bilder  der „Patrouille des Glaciers“ 

Trotz einer Top-Zeit von 7:40 Stunden musste sich die Mannschaft 1 der Bundeswehr im Militär-Classement bei 32 Mannschaften mit einem 4. Platz zufrieden geben. Team 2 erfreute sich mit einem Finish nach 8:49 Stunden. Auch Mannschaft 3 kam trotz eines Skibruchs noch mit einer Zeit von 10:19 Stunden ins Ziel. 

Den Sieg sicherte sich das italienische „Centro Addestramento Alpino“ mit einer Zeit von 6:42 Stunden. Oberst Jared Sembritzki, Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, zeigte sich über die Leistungen seiner Soldaten ausgesprochen zufrieden, insbesondere, weil ein Großteil seiner Athleten im Alltag mit ganz anderen Aufgaben betraut ist und zum Teil durch Militäreinsätze im Ausland auf kein optimales Training aufbauen konnte. 

Der Kreis der Wettkämpfer verabschiedete sich nach dem Rennen in Verbier von ihrem langjährigen Chef-Betreuer, Oberstabsfeldwebel Gerhard Kaiser aus Mittenwald, der seit 1988 zunächst über viele Jahre als Wettkämpfer und dann als Betreuer an der PDG teilnahm und im Herbst in den Ruhestand gehen wird

Bei der Siegerehrung in Verbier bedankte sich Colonel Max Contesse, Kommandant der „Patrouille des Glaciers“, noch einmal ausdrücklich für die Unterstützung des Wettkampfes durch deutsche, österreichische, französische sowie italienische Hochgebirgssoldaten, die der Schweizer Armee bei der Präparation der Strecke, dem Aufbau und Betrieb von Kontroll- und Versorgungsstellen sowie Begleitung des Wettkampfes an der Strecke zur Seite standen.

Pressemeldung Pressestelle Oberstleutnant Johannes Schwegler, Gebirgsjägerbrigade 23

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