Rüdiger S.: Freispruch bestätigt

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Traunstein - Im Revisionsprozess um den Einsturz der Eishalle von Bad Reichenhall ist der Angeklagte am Donnerstag erneut freigesprochen worden. **Jetzt mit Video**

Nach Überzeugung der großen Strafkammer des Landgerichts Traunstein ist der Bauingenieur nicht für den Tod von 15 Menschen mitverantwortlich. Der 58-Jährige hatte sich seit September abermals wegen fahrlässiger Tötung verantworten müssen. Sein Freispruch im ersten Prozess war 2010 vom Bundesgerichtshof kassiert worden.

Der Gutachter hatte in städtischem Auftrag keine drei Jahre vor der Katastrophe dem Gebäude einen guten Zustand bescheinigt. "Das", so der Richter Jürgen Zenkel, "hat er aber nur getan, da die Stadt von ihm eine grobe Kostenschätzung und kein Standsicherheitsgutachten verlangt hat." Außerdem war die Strafkammer zur Überzeugung gekommen, dass die Stadt auch mit einer klaren Aussage von Rüdiger S. wohl nicht gehandelt hätte.

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Sowohl Verteidiger, als auch Nebenkläger und Angehörige sehen nach wie vor die Stadt in der Verantwortung und können nicht nachvollziehen, dass die Staatsanwaltschaft die Verjährungsfrist eintreten lassen konnte. Staatsanwalt Andreas Miller betonte dagegen im BGLand24-Interview: "Die Versäumnisse der Stadt haben nicht zum Einsturz der Eishalle geführt."

"Ich bin stinksauer", erklärte Robert Schmidbauer, der seine beiden Töchter bei dem Einsturz verloren hat. "Ich kann einfach nicht verstehen, dass solch grobe Versäumnisse nicht geahndet werden." Allerdings sei für ihn das Ende der Fahnenstange erreicht. Er werde sich zwar noch mit seinen Anwälten absprechen, aber er gehe davon aus, dass von seiner Seite kein weiteres Gerichtsverfahren angestrebt werde. Auch die Staatsanwaltschaft will erst das schriftliche Urteil abwarten und sich dann weitere Schritte überlegen. "Ob es allerdings nach sechs Jahren Sinn macht, die Sache noch einmal aufzurollen, bleibt dahingestellt."

Am 2. Januar 2006 kamen beim Einsturz der Bad Reichenhaller Eishalle 15 überwiegend junge Menschen ums Leben. Die Staatsanwaltschaft hatte eine zweijährige Bewährungsstrafe gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert.

lby/cz

Rubriklistenbild: © pa

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