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Von vier auf einen gelben Sack

Wie eine Bad Reichenhallerin mit ihrem Laden seit einem Jahr gegen das Plastik kämpft

Unverpackt Bioladen Bad Reichenhall Franziska Haitzmann
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Franziska Haitzmann hier stolz mit ihrem Bio-Zertifikat für Emmas Bioladen.
  • Christina Eisenberger
    VonChristina Eisenberger
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Seit gut einem Jahr gibt es Emmas Bioladen in Bad Reichenhall. Besitzerin Franziska Haitzmann zieht im Gespräch mit BGLand24.de eine kleine Jahresbilanz und erzählt von ihrem Weg zum eigenen Laden, dem Kampf gegen die Plastikflut und wie man beim Einkaufen Verpackungen reduzieren kann.

Bad Reichenhall - Wieso eigentlich Emmas Bioladen, wenn die Besitzerin doch Franziska Haitzmann heißt? „Wegen der Tante-Emma Läden, die es leider nicht mehr gibt!“, erklärt Frankziska. Etwas über ein Jahr führt die junge Unternehmerin bereits ihr kleines Geschäft. Das besondere daran: hier wurde dem Plastik der Kampf angesagt. Die Lebensmittel kommen in großen Papiersäcken in Franziskas Laden und werden unverpackt an den Kunden weitergegeben.

Bauern mussten Bio-Gemüse in Plastik verpacken

Doch wieso überhaupt ein Unverpacktladen? „Die Motivation dazu war eigentlich schon 2013 da. Da habe ich nämlich Gartenbau studiert und mich auf den ökologischen Anbau spezialisiert“, erklärt Franziska im Gespräch mit BGLand24.de. Sie sei dann in die Anbauberatung bei Bio-Gemüsebauern in Österreich gegangen. Die Bauern „mussten die Ware verpacken, damit sich das Biogemüse vom konventionellen Gemüse im Supermarkt abhebt“. Franziska habe sich daraufhin Gedanken gemacht: „Warum muss denn alles in Plastik verpackt sein?“ Eigentlich habe sie deswegen schon damals mit dem Gedanken des eigenen Unverpacktladens gespielt. „Da war ich aber 24, hatte keine Ahnung im Verkauf und habe es erst mal auf Eis gelegt.“

Jetzt steht die 32-Jährige in ihrem eigenen Unverpackt-Bio-Laden und ist zufrieden. „Ich habe innerhalb von einem Jahr mein Sortiment ziemlich aufgestockt und die Stammkundschaft ist gewachsen.“ Bisher habe sie alles alleine gemacht bzw. mit Aushilfen gearbeitet. „Die Arbeit vor und nach der Öffnung ist dann doch auch ganz schön viel“, deswegen komme bald Unterstützung in Form einer Teilzeitkraft.

Unverpackt einkaufen? Eine riesige Umstellung

Die Kunden seien eine Überraschung gewesen. Eigentlich habe die Unternehmerin mit der Zielgruppe junger Familien gerechnet, doch letzten Endes sei es eine „kunterbunte“ Mischung an Kunden. „Es kommen ganz viele über 70 Jahre. Also wirklich einige ältere Kunden und Kundinnen, die sich einfach mit dem Konzept auseinandergesetzt haben und unverpackt einkaufen. Erstmal ist es nämlich für jeden, der reinkommt, eine riesen Umstellung. Man muss sich vorbereiten, welche Gefäße für welches Produkt und spontane Einkäufe sind eher schwierig.“ Im Notfall habe Franziska aber auch ein Regal mit Gläsern, wo sich die Kunden bedienen können.

Dass es sich wirklich um eine riesige Umstellung handelt, bestätigte kürzlich eine Kundin: sie habe ihre gelbe Sack Ansammlungen dokumentiert. „Durch ihren Einkauf bei mir ist sie innerhalb von vier Monaten von vier gelben Säcken erst auf zwei und dann auf einen Sack gekommen“, erklärt Franziska.

Und wie kauft man in einem Unverpacktladen ein?

„Am besten von daheim diverse Gefäße mitnehmen, auch immer mehr als man denkt. Am Ende sind dann doch noch andere interessante Produkte dabei und es kam schon oft vor, dass die Gefäße dann zu wenig sind. Das kann auch eine Bäckertüte oder eine Tupperbox sein. Das ist total egal. Hauptsache ein Gefäß, das gut verschließt. Dann gibt es eine Kundenwaage, auf die man das Behältnis stellt und darauf schreibt, wie viel es wiegt, damit ich das Gewicht an der Kasse abziehen kann und man natürlich nur den Inhalt zahlt“, so Franziska.

Neben Plastik vermeiden verfolgt die ambitionierte Unternehmerin noch ein weiteres Ziel in ihrem Bioladen: mithilfe der „Retterbox“ keine Lebensmittel wegwerfen. „Das gibt es immer samstags in den Größen S, M und L. Da wir ja am Dienstag erst wieder aufsperren, gibt es die Möglichkeit, eine Retterbox abzuholen mit Obst und Gemüse darin.“

Zur Person

Franziska Haitzmann ist in Schneizlreuth aufgewachsen und wohnt jetzt in Bad Reichenhall. Sie selbst beschreibt sich als kreativen und umweltbewussten Menschen. Ihr Unverpacktladen hat es der 32-Jährigen erlaubt, nach ihrem Studium und einigen Erfahrungen in der Berufswelt wieder in ihre Heimat zurückzukehren.

Zur Website: Emmas Bioladen

ce

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