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Keine Einigkeit bei Heimerl, Kofler, Keller und Kern

Wehrpflicht wieder einführen? Das sagen die Gebirgsjäger und heimische Politiker

Mühldorfs Landrat Max Heimerl (CSU), Parlamentarische Staatssekretärin Bärbel Kofler (SPD), Maik Keller und Bernhard Kern (CSU), Landrat des Berchtesgadener Landes.
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Bei einem Informationsgespräch in der Bad Reichenhaller Kaserne am Mittwoch, von links: Mühldorfs Landrat Max Heimerl (CSU), Parlamentarische Staatssekretärin Bärbel Kofler (SPD), Maik Keller und Bernhard Kern (CSU), Landrat des Berchtesgadener Landes.

Kaum begann Russlands Überfall auf die Ukraine, kamen die Diskussionen wieder auf: Soll Deutschland die 2011 abgeschaffte Wehrpflicht wieder einführen? Jetzt äußerten sich auch der Kommandant der Reichenhaller Gebirgsjäger Keller, MdB Bärbel Kofler (SPD) und die CSU-Landräte Bernhard Kern und Max Heimerl.

Bad Reichenhall - Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) oder Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) ließen schon deutliche Sympathien dafür erkennen, und auch eine relative Mehrheit der Deutschen sprach sich in einer Umfrage jüngst dafür aus: die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland. 2011 wurde sie begraben, auch der Zivildienst war damit Geschichte. Seit dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine ist die Diskussion aber wieder voll entbrannt. Nach einem Informationsgespräch am Mittwoch (9. März) in Bad Reichenhall fragte BGLand24.de auch Gebirgsjäger und heimische Politiker nach ihrer Meinung.

Brigadegeneral Keller: „Wehrpflicht kann akut nicht helfen“

Der Chef der Truppe, Brigadegeneral Maik Keller, ließ klare Tendenzen erkennen: „Insgesamt glaube ich nicht, dass eine Wehrpflicht hilfreich ist.“ Ja, zum Teil habe man „Nachwuchsherausforderungen“, zum Beispiel bei der Versorgungsbrigade in Füssen, aber unterm Strich sei es „realistisch“ die Zahl der 180.000 Bundeswehrsoldaten zu halten. Kurzfristig und akut könne eine Wehrpflicht ohnehin nicht helfen, weil erst mit der Ausbildung und dem Aufbau der Infrastruktur begonnen werden müsste.

Brigadegeneral bei den Gebirgsjägern, Maik Keller.

MdB Kofler: „Wie rechtfertigt man so einen Einschnitt?“

SPD-Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler aus dem Wahlkreis Traunstein stellte vor allem einen Aspekt in den Mittelpunkt: „Wie rechtfertigt man so einen Einschnitt bei den betroffenen Menschen? Das bräuchte einen guten Grund.“ Die Diskussion müsse man wenn dann fachlich angehen, ob eine Wehrpflicht der Bundeswehr wirklich helfe - „losgelöst von emotionalen Debatten“. Kofler, derzeit Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, gab auch die sogenannte Wehrgerechtigkeit zu bedenken - denn kurz vor ihrer Abschaffung 2011 wurde nur noch ein Drittel zum Militärdienst herangezogen.

Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin Bärbel Kofler (SPD).

Landrat Heimerl: „Bin ein großer Freund dieses Themas“

Am offensten für die Wehrpflicht äußerte sich Mühldorfs Landrat Max Heimerl (CSU): „Wenn es auch gesellschaftlich akzeptiert ist, bin ich ein großer Freund dieses Themas.“ Kurzfristig würde eine Wehrpflicht zwar „mehr schaden“, aber langfristig müsse man das „ganz intensiv diskutieren. Die Bundeswehr muss schlagkräftiger werden“. Heimerl erhofft sich einen Vorschlag der Bundesregierung. Schließlich gehe es auch um den Zivildienst: In der Corona-Pandemie habe man gesehen, dass zivile Kräfte stark abgehen. Aber auch ein Zivildienst könne letztlich nur über eine Wehrpflicht begründet werden.

Max Heimerl (CSU), Landrat im Kreis Mühldorf.

„Ich kenne die aktuelle Gesamtstruktur der Bundwehr zu wenig, um das gleich beantworten zu können“, gestand Bernhard Kern (CSU), Landrat des Berchtesgadener Landes. Die 5000 Gebirgsjäger hätten gute Kompetenzen, „aber wenn es ganz eng werden sollte, müsste man über eine Wehrpflicht nachdenken“.

Bernhard Kern (CSU), Landrat im Berchtesgadener Land.

xe

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