Vortrag zum Markenprozess BGL

Der Landkreis soll in seiner Schublade bleiben

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Bad Reichenhall - Wie wird sich der Landkreis in Zukunft vermarkten? Ein Experte zeigte beim Wirtschaftsempfang wie es geht: Mehr Werbung? Günstigere Preise? Innovation? Alles falsch.

"Es gibt nichts mehr, was sicher ist. Alles gerät unter Druck. Genau da muss eine Marke ansetzen." Was die rund 600 Gäste beim Wirtschaftsempfang des Landkreises am Montag zu hören bekamen, war eine Lehrstunde in Sachen Marketing. Christoph Engl von der Brandtrust GmbH stellte den Bossen und Geschäftsleitern der Region vor, was er unter Vermarktung versteht: Denn mit seiner Firma wird der Landkreis künftig zusammenarbeiten, um die "Marke Berchtesgadener Land" besser zu verkaufen. Im Königlichen Kurhaus bekam man einen Vorgeschmack, wohin es gehen wird.

Wirtschaftsempfang BGL: Vortrag und Ehrung

"Die Menschen wollen lieber Sicherheit und Erinnerungen als Innovation", so Engl: "Man muss Liebe verkaufen." In den 1980er Jahren hätte sich noch alles um Konsum gedreht, in den 2000er Jahren musste alles ein "Erlebnis" sein, alles wurde über das Schlagwort "Emotion" verkaufen - doch künftig wollen Kunden einen Sinn und den Nutzen hinter einem Produkt erkennen, so der Marketing-Experte. Qualität und Wert seien daher wichtiger als der Preis.

"Liebe Deine Schulbade!" - auch McDonalds sollte das lernen

Nicht mehr Werbung und keine immer günstigeren Preise seien der Weg zum Erfolg, um Tourismus und Wirtschaft nach außen zu verkaufen - sondern: "Liebe Deine Schublade", wie Christoph Engl es auf den Punkt brachte. Mit dem Beispiel McDonalds wurde er konkreter: "Die versuchen seit sechs Jahren Salat zu verkaufen - und machen damit noch immer nur 1,5 bis 2 Prozent Umsatz weltweit." Es gehe darum, seine Glaubwürdigkeit zu behalten. Aufs Berchtesgadener Land bezogen hieße dies dann: "Bei dieser Landschaft braucht man die Leute nicht mit Nordic Walking durch die Ebene hetzen", so Engl.

25 Unternehmen der Region erhielten das Goldene Qualitätssiegel des Landkreises - eine Initiative zur Verbesserung der Dienstleistungsqualität. Zur größeren Ansicht bitte hier klicken.

Sinn und Zweck einer Marke sei, die Dinge auf den Punkt zu bringen, zu reduzieren, zu verdichten: "Eine Klarheit, die man gegen alle anderen in Deutschland verteidigen kann." Im Landkreis solle man sich daher in Zukunft am Leitsatz des "mächtigsten Bergerlebnis Deutschlands" orientieren: "Laufen Sie niemandem hinterher, der scheinbar erfolgreicher ist. Vielfalt und das zu haben, was alle anderen auch haben, führt nur ins Mittelmaß", gab der Werbeprofi den Unternehmern mit auf den Weg.

Die Gäste beim Wirtschaftsempfang

Wirtschaftsempfang BGL: Die Gäste

Skeptischere Töne am angestrebten neuen Markenkonzept für den Landkreis waren bisher eher aus dem nördlichen Landkreis zu hören: Manche Stadträte aus Laufen oder Freilassing befürchteten, dass der Fokus zu stark auf den Tourismus und den südlichen Landkreis gelegt werde. Engls Vortrag beim Wirtschaftsempfang schien aber jeden gefesselt zu haben.

xe

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