Zusätzlich zu Auen- und Kirchholztunnel

Umfahrung Reichenhall: Jetzt werden drei weitere Varianten geprüft

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Hier eingezeichnet die beiden bekannten Varianten: Links parallel zur Saalach die Umfahrung über den Auentunnel (orange eingezeichnet), rechts am Stadtzentrum vorbei der Kirchholztunnel (grau eingezeichnet).
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Bad Reichenhall - Die Debatte um die Umfahrung wird also noch vielschichtiger: Zusätzlich zum Kirchholz- und zum Auentunnel sollen nun drei weitere Varianten auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden. 

Zieht sich die Diskussion nicht eh schon zu lange oder ist es dieses Großprojekt wert, noch weiter überdacht zu werden? Der Bad Reichenhaller Stadtrat ist mehrheitlich der zweiten Ansicht: Mit 14:10 Stimmen entschied sich der Stadtrat am Dienstagabend dafür, drei weitere Varianten einer Umfahrung durch das Staatliche Bauamt prüfen zu lassen.

  • Ein Tunnel mit eigener Röhre für jede Richtung und jeweils zwei Fahrspuren genau unter der jetzigen B20/21. Der Tunnel wäre mit 2325 Metern um wenige Meter kürzer als ein möglicher Auentunnel (Variante 1a).
  • Ein Tunnel mit einer Röhre für beide Richtungen und jeweils einer Fahrspur genau unter der jetzigen B20/B21. Auch diese Variante 1b wäre 2325 Meter lang.
  • Die B20 Richtung Berchtesgaden soll unverändert oberirdisch verlaufen, die B21 in einem Tunnel direkt darunter. Bei dieser Variante 2 würde der Tunnel bereits nach dem Gabler Knoten beginnen und etwa bis zum Festplatz reichen. Die B21 wäre damit auf fünf Kilometer untertunnelt. 

Lackner: "Keiner soll sagen, wir hätten nicht alles überprüft"

Auch die bereits bekannte Trasse des Auentunnels soll vom Staatlichen Bauamt noch einmal auf Machbarkeit abgeklopft werden. "Keiner soll sagen können, wir hätten nicht alle Möglichkeiten überprüft", verteidigte sich Oberbürgermeister Herbert Lackner gegen Vorwürfe, die unter anderem von Gerhard Fuchs kamen: "Es wird nichts dabei herauskommen und alles nur noch weiter verzögern. Alle wird man nie zufriedenstellen können."

Wie so oft ging ein Riss bei der Frage der Umgehungsstraße durch den Stadtrat. "Wenn genau auf der alten Trasse zweistreifig neugebaut wird, wo sollen die Autos während der Bauarbeiten dann hin? Das gibt ein gewaltiges Verkehrschaos. Ein vierstreifiger Ausbau auf der alten Trasse wäre dagegen 21 Meter breit - hat da überhaupt schon jemand mit den Grundstückseigentümern geredet?" Manfred Hofmeister hielt dagegen: "Wir sollten nicht so tun, als wäre der Kirchholztunnel schon übermorgen da."

Ein Tunnel nur für die B21?

Eine Überlegung wert? Die bekannte Trasse der Bundesstraße könnte auf fünf Kilometer untertunnelt werden (orange) - allerdings nur für die B21, die B20 solle weiterhin oberirdisch verlaufen. Rechts in grau wiederum der Kirchholztunnel.


Aber auch unter jenen, die sich für die Prüfung weiterer Varianten aussprachen, gab es Meinungsverschiedenheiten: Für Wolf Guglhör ist die Variante 2 (B20 oben/B21 im Tunnel) "nicht realistisch" und bringe keine Entlastung. Für Michael Nürbauer wäre sie dagegen die interessantere der neuen Varianten - allerdings nur dann, wenn unabhängig von der Straßennummer der Schwerverkehr in den Tunnel verbannt wird.

Nürbauer war es auch, der zu beginn der Debatte einen ausgefallenen Antrag stellte: Jeder Stadtrat solle höchstens fünf Minuten lang reden dürfen. Nürbauer wollte damit einer ewig ausufernden Debatte vorbeugen. Sein Antrag fand bei 12:12 Stimmen keine Mehrheit, doch die Stadträte hatten sich angesichts einer nur halbstündigen Diskussion ohnehin im Griff. 

xe

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