Umbenennung des einzigen Hochgebirgsübungsplatz Deutschlands

Konstruktive Informationsrunde zur Umwidmung der Reiteralpe

Bad Reichenhall - Die Gebirgsjägerbrigade 23 möchte bis zum 1. Juli 2021 den militärisch genutzten Anteil der Reiteralpe umbenennen.

Die Meldung im Wortlaut:


Der Standortälteste der Gebirgsjägerbrigade 23, Oberst Peter Eichelsdörfer, hat rund 40 Nutzer und Beteiligte zu einer konstruktiven Informationsveranstaltung über die teilweise Umwidmung der Reiteralpe geladen.

„Was im Rahmen der neuen Regelungen machbar ist, werden wir möglich machen“, legte Oberst Eichelsdörfer seinen Zuhörern nahe. In seiner Position ist er für die Infrastruktur der Ausbildungseinrichtungen der Brigade und somit auch dem Übungsplatz auf der Reiteralpe und der damit einhergehenden Sicherheit verantwortlich. Nach der bereits erfolgten Umwandlung von einem Militärischen Bereich zu einem Militärischen Sicherheitsbereich der Standortübungsplätze Kirchholz und Kammer, soll eine teilweise Umwandlung des militärisch genutzten Anteils der Reiteralpe zum 01. Juli 2021 vollzogen werden.


Deshalb waren die Bürgermeister der Stadt Bad Reichenhall sowie der Gemeinden Schneizlreuth und Ramsau, das Bundeswehrdienstleistungszentrum Bad Reichenhall, Mitglieder der angrenzenden DAV-Sektionen, die Wehrtechnische Dienststelle (WTD) 52 als Mitbenutzer der Reiteralpe sowie weitere Vertreter wichtiger Interessenverbände zu der Informationsveranstaltung im Offiziersheim der Hochstaufen-Kaserne eingeladen.

Der Dialog und die Balance der Interessen von Zivilbevölkerung und Bundeswehr sowie einer guten Nachbarschaft sei dem Oberst wichtig. Daher versuche er eine gerechte Kompromisslösung durch das Einbeziehen aller Beteiligten zu finden und bittet um gegenseitiges Verständnis, wenn es keine „Goldrandlösung“ gebe. 

Bei der Überprüfung des Gebirgsübungsplatzes im Juli 2019 durch das Landeskommando Bayern als Behörde für die innere und äußere Sicherheit auf Übungsplätzen ergab sich wesentlicher Handlungsbedarf. Aufgrund des zunehmenden Ausbildungsbedarfes für die Landes- und Bündnisverteidigung der Gebirgsjägerbrigade 23 auf dem einzigen Hochgebirgsübungsplatz in Deutschland, muss nun zum Teil die Umbenennung zu einem Militärischen Sicherheitsbereich erfolgen.

Der Schutz und die Sicherheit von unbeteiligten Dritten, Soldaten und Mitarbeitern hat während des Übungsbetriebs und der Nutzung durch die WTD 52 höchste Priorität. Diese kann in Zukunft in der Form eines Militärischen Bereiches aufgrund der aktuell gültigen Sicherheitsbestimmungen und Nutzungsforderungen sowie der damit einhergehenden Haftungsfragen nicht mehr gewährleistet werden. Für die Bereiche um die Seilbahn bis zum Schrecksattel sowie zur Traunsteiner Hütte und Rabental wird es auch in Zukunft keine Änderung geben und die bisherige Regelung bleibt bestehen.

Diese sind somit grundsätzlich weiterhin frei zugänglich. In den Bereichen der Hirschwiese, Laufsattel, der Lenzen-Kaser 1 bis 3 sowie der Biwakräume wird es einen Militärischen Sicherheitsbereich geben. Dadurch gilt für die Öffentlichkeit ein absolutes Betretungsverbot und stellt bei Zuwiderhandlung eine Straftat dar. Für die weitere Nutzung außerhalb der Regelübungszeit wird es für berechtigte Mitnutzer wie Blaulichtorganisationen, DAV, Jäger, Forst oder Almbauern Sonderausweise geben, die dann über das Unterstützungspersonal des Standortältesten beantragt werden können.

Bis zum Zeitpunkt der endgültigen Umbenennung wird es weitere Maßnahmen rund um die Reiteralpe geben. So werden an den Wegen und Zugängen neue Schilder und Schranken angebracht die auf die Änderungen in den entsprechenden Bereichen hinweisen sowie elektronische Warntafeln an den Zustiegen. 

Im Anschluss an den Vortrag folgte eine angeregte Diskussions- und Fragerunde in einer konstruktiven Atmosphäre. Dabei konnten bereits viele Bedenken und Unklarheiten der unterschiedlichen Interessensgemeinschaften aus dem Weg geräumt werden. Auch der Vorschlag für einen gemeinsamen Entwurf einer Karte zur besseren Orientierung aller Mitnutzer erhielt großen Zuspruch.

Für die noch bestehenden Unklarheiten und zur weiteren Ausgestaltung und Planung der Umsetzung ist in Zusammenarbeit mit der WTD 52 für Ende September eine Begehung der Reiteralpe geplant, bei der auch Vertreter der Interessensverbände geladen werden.

Pressemitteilung der Gebirgsjägerbrigade 23

Rubriklistenbild: © Bundeswehr/Kevin Greenhalgh

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