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Dreimal „Gold“ für den Kulturpreisträger

Musiker Robert Schlegl aus Bad Reichenhall im Interview - Konzert in Ettendorf

Geschafft: Reichenhalls Kulturpreisträger Robert Schlegl durfte die drei neu im Renaissancestil gebauten Posaunen kürzlich in Empfang nehmen. Am kommenden Samstag kommen sie erstmals zur Aufführung im Ettendorfer Kircherl (rechts).
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Geschafft: Reichenhalls Kulturpreisträger Robert Schlegl durfte die drei neu im Renaissancestil gebauten Posaunen kürzlich in Empfang nehmen. Am kommenden Samstag kommen sie erstmals zur Aufführung im Ettendorfer Kircherl (rechts).

Am Samstag (10. Juli) wird Robert Schlegel mit weiteren Musikern das erste Mal mit den neuen „alten“ Instrumenten auftreten. Im Interview mit BGLand24.de erzählt er über die Vorbereitungszeit bis zum Konzert und über das Ensemble.

Bad Reichenhall / Traunstein - Es ist ein Ende und ein Start zugleich: Der erfolgreiche Abschluss der Crowdfunding-Aktion, für rund 16.000 Euro insgesamt fünf neue, jedoch im historischen Renaissance-Stil hergestellte Blasinstrumente anzuschaffen. Und der Beginn einer neuen Ära im Ettendorfer Kircherl mit der „historischen Aufführungspraxis“, dem Metier von Reichenhalls aktuellem Kulturpreisträger Robert Schlegl.

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Kürzlich durfte er drei „goldene“ Posaunen bei Instrumentenbauer Ewald Meinl in Geretsried in Empfang nehmen, die beiden Zinken trafen bereits zuvor ein. Sogar das Bayerische Fernsehen schaute vorbei, um einen kleinen Beitrag zu drehen. Für den Profimusiker aus der Kurstadt ein Gefühl wie Weihnachten, dreimal „Gold“ nun endlich in den Händen zu halten – faktisch Messing poliert, also eine Legierung aus Kupfer und Zink. Sie wurden für das passgenaue Zusammenspiel mit der mittlerweile 352 Jahre alten Kirchenorgel in Ettendorf bei Traunstein angeschafft.

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BGLand24.de hat mit Robert Schlegl über die neuen Instrumente – eine Barock-Alt-, Tenor- und eine Bass-Posaune – gesprochen:

Herr Schlegl, sind Sie mit der Ausführung der drei „neuen alten“ Instrumente zufrieden?
Restlos, sie sind wunderbar präzise gefertigt, herrlich anzuschauen. Sie liegen perfekt in der Hand und klingen wunderbar.
Sie können alle drei „bedienen“, wie lange dauert das Einspielen der Instrumente?
Die Zeit ist knapp, wir haben nur eine Woche bis zum ersten Konzert. Die Schwingung für jeden Ton muss aufgenommen werden, das Material muss sich daran gewöhnen. Aber wir schaffen das. Am Freitag haben wir eine Art „Probe“-Konzert in Ansbach als „Querkalkulation“, weil dort eine ähnlich alte Orgel in verwandter Umgebung steht. Das ist als Aufgalopp ideal.
Wer ist „wir“?
Das ist Anna Schall aus Aurich am Zink, Juan González Martínez, ein Spanier, der in Bremen lebt, an der Tenor-Posaune, und Wim Becu aus Antwerpen, bei dem Juan und ich studierten. Er spielt die Bass-Posaune und ist seit Jahrzehnten der Spezialist für historische Instrumente schlechthin, ein phänomenaler Musiker. Ich werde die Alt-Posaune spielen.
Das am Samstag im Einsatz befindliche Ensemble heißt Oltremontano – was bedeutet das?
Die Franko-Flamen dieser Zeit – Komponist Orlando di Lasso beispielsweise – standen in Italien oder auch am Wiener Hof in Diensten. In Italien wurden sie „Oltremontani“ genannt, also „die von jenseits der Berge“. Sie sind in diversen Dokumenten erwähnt. Weil Wim Becu Flame ist, hat er sein Ensemble nach diesem Zitat benannt.
Das Instrumenten-Projekt ist nun positiv abgeschlossen. Jetzt folgt mit dem Einsatz der Posaunen nahtlos etwas Neues und Besonderes. Wo bewegt sich der Grad Ihrer Nervosität?
Es ist ein positiv angespannter Stimulus. In Konzerten fühle ich mich wohl, bin zwar angespannt, aber das motiviert mich ungemein und ist für die Konzentration förderlich. Auf der „Bühne“ denke ich mir jedenfalls nicht, dass ich sofort hier weg muss. Bezüglich meiner Nervosität ist es egal, ob 20 oder 500 Besucher zuhören. Würde sie steigen, würde die Qualität sinken.

Konzert am 10. Juli

Bereits am kommenden Samstag, 10. Juli, finden zwei Auftaktkonzerte mit den neuen Renaissance-Instrumenten im Ettendorfer Kircherl „St. Vitus & Anna“ statt. Ab 18.30 und ab 20 Uhr wird das Ensemble Oltremontano von Programm-Zusammensteller Wim Becu aus Antwerpen (Belgien) in einem Zeitraum von rund 45 Minuten einige Stücke mit dem Schwerpunkt italienischer Komponisten aus dem 17. Jahrhundert zur Aufführung bringen – Motto: „Aria del Granduca“.

Mit dabei ist natürlich Robert Schlegl aus Bad Reichenhall, dazu unter anderem der im Bereich der „historischen Aufführungspraxis“ weltbekannte Tenor Jan Kobow aus Mittelfranken und Prof. Michael Eberth an der historischen Hans-Vogl-Orgel von 1669. Aufgrund der durch Corona begrenzten Besucherzahl wird eine Karten-Vorbestellung im Traunsteiner Pfarrbüro empfohlen: Telefon 0861/90949020.

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