Landratsämter und Bundeswehr treffen sich zum Informationsaustausch

Zivil-militärische Zusammenarbeit nicht nur im Katastrophenfall stärken

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Die Teilnehmer des diesjährigen Treffens vor dem Landratsamt Bad Tölz.

Bad Tölz/Bad Reichenhall - Um die Zusammenarbeit noch besser gestalten zu können trafen sich Vertreter der Landratsämter aus elf südbayerischen Landkreisen mit Angehörigen des Stabes der Gebirgsjägerbrigade 23 in Bad Tölz.

Nach der Flutkatastrophe und dem großflächigen Einsatz von Bundeswehrkräften im Jahr 2013 wird ein solches Treffen nun zum vierten Mal durchgeführt, mit dem Zweck besser und schneller zusammenarbeiten zu können.

Dabei sollen die allgemeinen Rahmenbedingungen wiederholt und auf aktuelle Themen eingegangen werden. Zu Beginn stellte Oberstleutnant Michael Herrmann den eigentlichen Auftrag und die Fähigkeiten der Gebirgsjägerbrigade 23 vor:

Der Einsatz und Kampf in schwierigem bis extremen Gelände einschließlich großer Höhen und unter extremen Klima- und Wetterbedingungen. Für den Fall einer Unterstützungsforderung im Katastrophenfall beschrieb Hauptmann Florian Schuster die Möglichkeiten sowie Verfahren bei Naturkatastrophen, Unglücksfällen, Amtshilfe, Nothilfe und dringender Eilhilfe.

Hauptmann Schuster berichtete daraufhin von den Unterstützungsleistungen der Gebirgsjägerbrigade 23 bei der Flüchtlingshilfe. Bei 32 Einsatzaufträgen an 14 verschiedenen Orten Südbayerns wurden mehr als 1.000 Soldaten zur Unterstützung gefordert.

Der Schwerpunkt lag dabei auf dem Wartezentrum in Erding: Hier wurden durch das Gebirgspionierbataillon 8 aus Ingolstadt in über 32.000 Arbeitsstunden der Auf- und Umbau eines Bundeswehrflugplatzes zu einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge verwirklicht.

Im Verlauf der Flüchtlingskrise wurde der Betrieb des Wartezentrums von September 2015 bis Juli 2016 durch Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 unterstützt.

Herr Thomas Bigl vom Landratsamt Bad Tölz berichtete über die Verteilungs- und Organisationsrealität innerhalb der Kommunen des Landkreises und lobte explizit die ehrenamtlichen Helfer. Er konnte von einem Kraftakt der Bürger und der öffentlichen Verwaltung berichten, aber auch von einer Entspannung der Lage innerhalb des Landkreises seit der Schließung der Balkanroute.

Nichtsdestotrotz werden vereinzelt Unterkunftskapazitäten vorgehalten, um einen erneuten Anstieg des Flüchtlingsaufkommens bestmöglich bewältigen zu können.

Neuer Newsletter der Gebirgsjägerbrigade 23

Als Abschluss stellte Oberstleutnant Hans Rambold den Newsletter der Gebirgsjägerbrigade 23 vor, der in den Landkreisen ausgelegt werden soll. Er dient nach dem Wegfall der Wehrpflicht als Möglichkeit der Information und Ansprache im Rahmen der Nachwuchswerbung. Zudem wurden die Fähigkeiten sowie die gute Ausbildung von Soldaten beschrieben, die nach dem Ende ihrer Verpflichtungszeit in verschiedenen kommunalen Bereichen angestellt werden könnten.

Ein Treffen in einer solchen Runde soll weiterhin jährlich stattfinden und die zivil-militärische Zusammenarbeit, nicht nur im Katastrophenfall, stärken. Im Anschluss an dieses Treffen konnten Interessierte noch an einer Besichtigung des neuen Bergwacht-Zentrums für Sicherheit und Ausbildung in Bad Tölz teilnehmen.

Besichtigung des Bergwacht-Zentrums für Sicherheit und Ausbildung.

Pressemeldung Gebirgsjägerbrigade 23

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