Substanz erhalten und Perspektive schaffen

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"Neue Perspektiven - Martin Knabenreich" - mit ihm will die FWG ins Bad Reichenhaller Rathaus einziehen.

Bad Reichenhall - "Bad Reichenhall 2020 - das Zukunftsprogramm" lautet der Titel des Werks, das die FWG Bad Reichenhall zusammen mit ihrem OB-Kandidat erarbeitet hat.

Neun Seiten umfasst das Programm, mit dem sich Martin Knabenreich in den Wahlkampf um den Oberbürgermeister-Sessel in Bad Reichenhall stürzen will. Eines ist ihm dabei klar: "Mein Hauptproblem ist die mangelnde Bekanntheit, trotzdem werde ich die Reichenhaller nicht an ihrer Haustür belästigen." Nein, der Wahlkampf soll 'klassisch' geführt werden. Wahlkampfveranstaltungen im Bürgerbräu, in Karlstein und Marzoll gehören genauso dazu wie ein politischer Aschermittwoch und der Straßenwahlkampf. "Es wird aber sicher eine Überraschung geben", verspricht der Vorsitzende Friedrich Hötzendorfer.

Auf alle Fälle wird Knabenreich sein umfangreiches Programm bei den verschiedenen Veranstaltungen vorstellen. "Ich werde sicher nicht die neun Seiten per Hauswurfsendung oder auf der Straße verteilen." Wie üblich werde es Werbematerialen mit Schlagworten geben. "Das Programm kann aber unter www.martin-knabenreich.de als pdf runtergeladen oder angesehen werden." Zur Diskussion über seine Themen ist der 42-Jährige auch bereit. "Ich ecke auch gerne mal an, muss nicht immer Everybodys Darling sein."

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Mit den Themen Fachhochschule, Haus der Jugend, Citymanagement, Investitionen in neue Hotels, Predigtstuhl, Kur GmbH, Philharmonisches Orchester, Stadtmuseum und Kirchholztunnel wird das sicher passieren. Es gibt viele Baustellen, die in der Kurstadt seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten diskutiert werden. Seinen Standpunkt - und den der FWG - macht der Bielefelder im Wahlprogramm klar.

"Wir werden mit den Verantwortlichen der Fachhochschule Bad Honnef - Bonn das Gespräch suchen", erklärt er auf Nachfrage von BGLand24. "Es braucht neue Studeinformen, um die Studierendenzahlen zu erhöhen." Er denke beispielsweise an berufsbegleitende Studiengänge oder Bildung für Ältere. Das Haus der Jugend müsse aus Sicht Knabenreichs offener gestaltet werden. Vereine könnten beispielsweise die Möglichkeit bekommen, die Räumlichkeiten zu nutzen, so sein Vorschlag.

Beim Citymanagement scheiden sich seit Jahren die Geister. Der FWG-OB-Kandidat sieht die Chance der Stadt darin, 'sich nach innen darzustellen'. "Mit professionellen Strukturen könnten der Einzelhandelsmix und die Attraktivität der Ausflugsstadt Bad Reichenhall gesteigert werden", ist er sich sicher. Für Hotels will der gebürtige Berliner ein investitionsfreudiges Klima schaffen, Pläne und Vorhaben zusammen mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land unterstützen. Ähnliches gilt für den Predigtstuhl. Gesundheitstouristische Angebote schweben im Kopf des gelernten Volkswirts, auch Seminare der Kunstakademie seien möglich. Auf alle Fälle müsse dieses Wahrzeichen Bad Reichenhalls nicht nur erhalten, sondern wieder mit Leben gefüllt werden. Knabenreich ist sich sicher, dass ein OB da Einfluss nehmen kann. Genau wie bei der Kur GmbH. "Es ist bekannt, dass sich der Freistaat Bayern nach 2023 aus dem Staatsbad zurückziehen könnte. Auf alle Fälle wird die Stadt zusammen mit Bayerisch Gmain dann Mehrheitsanteiler sein. Jetzt ist also die Zeit, Interessen für die Kurstadt zu prägen", appelliert er.

Die Bad Reichenhaller Philharmonie sieht Martin Knabenreich nicht nur als festen Bestandteil der Stadt. Er wünscht sich sogar einen unabhängigeren Trägerverein. "Die Entscheidungen, wer künstlerisch die Fäden in der Hand hat, sollte nicht politisch getroffen werden", so der OB-Kandidat. Die Entscheidung, wie die Alpenklassik künftig aussehen könnte, sollte allerdings etwas mehr auf Bad Reichenhall ausgelegt werden. "Ich muss mir vorher überlegen, was ich damit erreichen will. Zumindest einer dieser vier Punkte sollte deshalb erfüllt werden, um das Kammermusik-Festival auf Dauer zu etablieren. Es sollte Gäste in die Stadt locken, die Einheimischen sollten es annehmen, es sollte imagefördernd sein oder es bringt Geld." Das erwartet der 42-Jährige auch vom Stadtmuseum. "Es wurden 3,5 Millionen Euro investiert, aber was passiert jetzt", stellt er die Frage in den Raum. Das Ausstellungskonzept sollte so gut sein, dass es die Einheimischen mindestens zweimal im Jahr hineinlocke. Außerdem könnte man überlegen, die Räumlichkeiten auch für Veranstaltungen oder ähnliches zu vermieten.

Die FWG-Spitze, ihr Kandidat und das Programm: Gerhard Fuchs, Martin Knabenreich, Friedrich Hötzendorfer und Hans Frankenbusch (v.l.).

Der wohl stritikste Punkt im FWG-Wahl-Programm ist der Kirchholztunnel. Dazu Knabenreich: "Wir sind für den Kirchholztunnel, mit ja und aber. Der Flächenverbrauch am Golling ist bedenklich, da muss über Alternativen verhandelt werden. Aber es wäre fahrlässig, das Konzept jetzt zu beerdigen, ohne eine Alternative zu haben."

"Sie sehen, man kann Martin Knabenreich mit örtlichen Themen nicht mehr in Verlegenheit bringen", bilanzierte Hötzendorfer abschließend. "Die wichtigsten Themen der Stadt in 13 Kategorien und 39 Unterpunkten ist für uns die Weichenstellung für die Zukunft - nicht die Zukunft Knabenreichs, sondern die Zukunft der Stadt."

Darüber entscheidet Bad Reichenhall am 11. März 2011. Bisher stehen neben Knabenreich der amtierende Oberbürgermeister Herbert Lackner für die CSU und Adelheid Rupp für die SPD als Kandidaten fest. Die Piratenpartei will Wolfgang Britzl ins Rennen schicken, der benötigt aber zuerst 180 Unterstützer-Unterschriften. Die Listen liegen im Januar im Bad Reichenhaller Rathaus aus.

cz

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