Stadtrat beschließt Konzept für Heimatmuseum

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So sah das Heimatmuseum vor der Generalsanierung aus.

Bad Reichenhall - Stadtheimatpfleger Lang hat sein Grobkonzept für das Heimatmuseum vorgelegt. Kritik kommt von den Freien Wählern und der SPD.

Das frisch renovierte – aber noch leer stehende - Heimatmuseum hatte sich in den letzten Wochen als ein beliebtes Thema für den Bad Reichenhaller Oberbürgermeisterwahlkampf herauskristallisiert. So beklagten beispielsweise die OB-Kandidaten Adelheid Rupp (SPD) und Martin Knabenreich (Freie Wähler) ein fehlendes Konzept für den künftigen Betrieb des Museums.

"Es muss schneller gehen"

Der allgemeine Tenor: „Es muss alles schneller gehen!“ In seiner gestrigen Sitzung hat der Bad Reichenhaller Stadtrat nun in der Sache für Bewegung gesorgt. Beschlossen wurde ein sogenanntes „Grobkonzept“, welches die Grundlagen für das neu entstehende Museum bilden soll.

Gliederung in verschiedene Schwerpunktthemen

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In der von Stadtheimatpfleger Dr. Lang, welcher als Konzipient für das Stadtmuseum vorgesehen ist, vorgetragenen Beschlussvorlage wurde als Hauptziel des künftigen Museums die Schaffung eines Gesamteindruckes vom Wesen, von der Vergangenheit und von der Zukunft der Stadt Bad Reichenhall ausgegeben. Lang verwies auf ein von ihm ausgearbeitetes Grobkonzept, welches bereits die Zustimmung der zuständigen Museumskommission erhalten habe. Darin enthalten sind einige Details, wie beispielsweise der Entwurf einer Raumplanung. So soll es zum Beispiel einen eigenen Raum für Filmvorführungen und Sonderausstellungen geben. Laut dem Grobkonzept soll sich das Heimatmuseum in verschiedene Schwerpunktthemen gliedern. Diese führen von der Entstehung der Reichenhaller Landschaft, über die Zeit der Kelten und Römer, bis hin zum Reichenhall des späten 19. Jahrhunderts.

„Die Entwicklung des Museums der letzten Jahre ist mehr als erfreulich“, betonte Dr. Lang am Rande seines Vortrages und gab damit abseits der vielen kritischen Meldungen der letzten Tage zur Abwechslung ein positives Resümee. Die Entscheidung des Stadtrates, das vom Bund zur Verfügung gestellte Konjunkturprogramm in Anspruch zu nehmen, sei vollkommen richtig gewesen. Und er setzt noch einen drauf: „Die Schritte in Bezug auf das Museum der letzten Jahre sind die wichtigsten aus 150 Jahren Museumsgeschichte.“

FW: Warum wird das Grobkonzept erst jetzt vorgelegt?

1,3 Millionen Euro hatte die Stadt Bad Reichenhall im Zuge des Konjunkturprogramms erhalten. Diese Mittel müssen nun nicht zurückgezahlt werden, da „wir alles rechtzeitig abgerechnet haben“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Lackner.

So erfreut sich die Herren Lang und Lackner zeigten, so kritische Stimmen gab es aber auch. Den Anfang machte der Fraktionssprecher der Grünen, Michael Nürbauer. Dieser begrüßt zwar – wie alle ihm folgenden Diskutanten auch – das Grobkonzept, vermisst aber ein entsprechendes Feinkonzept. „Das Feinkonzept baut auf das Grobkonzept auf, wir gehen hier Schritt für Schritt“, beruhigte ihn Stadtheimatpfleger Dr. Lang. Nicht damit zufrieden geben wollte sich allerdings Gerhard Fuchs, der Sprecher der Freien Wähler. Verwunderlich sei es, dass das Grobkonzept dem Stadtrat erst nun vorgelegt werde. Bereits seit dem Jahre 2010 stehe dies im Wesentlichen, sei aber seither in den Schubladen versteckt gewesen. „Warum hat man uns das nicht früher vorgelegt?“, hinterfragt Fuchs kritisch. Zwar sei das vorliegende Konzept schön und gut, aber ein Betriebskonzept sei dies nicht. „Nur weil wir dann ein wunderschönes Museum haben werden, brauchen wir nicht meinen, dass dorthin tausende von Besucher kommen werden, insbesondere nicht nach einer gewissen Neugierphase“, warnt Fuchs im weiteren Verlauf seiner Wortmeldung. Das Grobkonzept bezeichnet er als einen „zu kleinen und zu späten Schritt“. Nichts desto trotz trage ihn aber seine Fraktion mit.

Auch der Sprecher der SPD, Dr. Wolf Guglhör, meint, dass man in der Planung bereits „wesentlich weiter“ sein könne. Er wünscht sich eine rasche Eröffnung des Museums.

Am Ende nahm der Stadtrat den Beschlussvorlag der Verwaltung einstimmig an. Damit kann nun Seitens der Stadt Bad Reichenhall die inhaltliche Ausgestaltung des Stadtmuseums vorangetrieben werden.

stw

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