Sanierung dank Milchmädchen-Rechnung

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Bad Reichenhall - Lang diskutiert und nach einer Unterbrechung doch beschlossen. Stadtrat Bad Reichenhall will für Generalsanierung der Sporthalle viel Geld in die Hand nehmen.

"Es besteht ein schöner Standart, der bei einem Neubau nicht mehr zu gewährleisten wäre", analysierte Architektin Claudia Schreiber die Sporthalle an der Münchner Allee. Der Stadtrat Bad Reichenhall sollte am Dienstagabend über den Umfang der Generalsanierung der über 40 Jahre alten Halle diskutieren. Dabei kam die schon ad acta gelegte Diskussion eines Neubaus wieder auf.

Sowohl die Architektin, als auch Kämmerer Franz Rehrl machten deutlich, dass ein Neubau die Stadt höher finanziell belasten würde, da es für eine neue Dreifach-Turnhalle nur wenig Förderung geben werde. Gegen eine vielleicht billiger Zweifach-Turnhalle sprachen sich vor allem die FWG und die Grünen aus. FWG-Stadtrat Fritz Grübl brach eine Lanze für den Vereinssport in der Kurstadt und die dazu nötige große Halle.

Wirklich überzeugt waren die Stadträte aber noch nicht bis Friedrich Hötzendorfer von der FWG eine Milchmädchen-Rechnung aufstellte. Er legte dar, dass ein Neubau einer Zweifachturnhalle und die Generalsanierung die Stadt ungefähr das gleiche kosten würden. Dann sprach er sich für die Generalsanierung der Dreifach-Halle aus. Machte aber noch auf die Haushaltssituation aufmerksam: "Die fetten Jahre sind vorbei. Die Bürger müssen runter von dem hohen Standart und sich mit weniger zufrieden geben, dass die Stadt wirklich anfangen kann zu sparen."

Neben der Rupertus Therme entsteht derzeit ein neues Sport- und Familienbad.

Letztendlich fiel das Votum des Stadtrates einstimmig für eine Generalsanierung aus. Für 5,5 Millionen Euro bekommt die Sporthalle ein neues Dach, wird energetisch saniert, die Sanitäranlagen, der Boden und die Trennvorhänge werden erneuert, es werden moderne Prallwände installiert, sowie die Brandschutzmaßnahmen auf den neuesten Stand gebracht, wodurch die Tribüne wieder voll nutzbar sein wird.

Die Diskussionsbereitschaft des Gremiums war aber noch lange nicht erschöpft. Auch das Thema Fellnerhof wurde heiß diskutiert. Die Stadt Bad Reichenhall will für das Grundstück in Nonn einen Bebauungsplan aufstellen. Dort soll ein Resorthotel entstehen. Das ist allerdings umstritten und die Träger öffentlicher Belange sowie Privatpersonen haben im Rahmen der Bauleitplanung ihre Bedenken geäußert. Trotzdem sprach sich die Mehrheit im Stadtrat am Dienstag für den Fellnerhof aus. "Das heißt aber noch lange nicht, dass dort sofort ein Hotel gebaut wird", betonte Oberbürgermeister Herbert Lackner. "Bis zum Spatenstich ist es noch ein weiter Weg."

Einigkeit demonstrierten die Stadträte beim Thema Sport- und Familienbad. Die geplante Kinder-Sauna soll durch eine Reifenrutsche ersetzt werden. Ausschlaggebend waren öffentliche Zweifel an dem Nutzen der Kinder-Sauna. Die Rutsche schien allen Stadträten attraktiv und soll die einzige in einem großen Umkreis sein.

red-bgl24/cz

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Rubriklistenbild: © dpa/cz

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