Hochstaufen-Kaserne im Visier der Ermittler

Bundeswehr bestätigt Mobbing-Vorwürfe in Reichenhaller Kaserne

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Bad Reichenhall/Pfullendorf - Der Skandal um entwürdigende Rituale in der Pfullendorfer Bundeswehr-Kaserne schlägt seit Anfang des Jahres hohe Wellen. Auch die Reichenhaller Kaserne ist nun im Visier der Ermittler:

Update 10.45 Uhr: Soldat noch immer bei der Bundeswehr

Demütigende Rituale, Mobbing und sexuelle Nötigung - darum ist die Bundeswehr seit Anfang des Jahres in den Schlagzeilen. Auch die Reichenhaller Hochstaufen-Kaserne ist nun ins Visier der Ermittlungen gekommen. Wegen der Mobbing-Vorwürfe eines Soldaten aus der Hochstaufen-Kaserne im oberbayerischen Bad Reichenhall hat die Bundeswehr die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. „Wir ermitteln den Sachverhalt“, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein am Donnerstag. Wie der BR nun erfahren hat, ist der betroffene Soldat nicht mehr bei den Gebirgsjägern in der Hochstaufen-Kaserne stationiert. Allerdings sei er noch immer Angehöriger der Bundeswehr. Ob sich das Mobbing und die sexuelle Belästigung zwischen Vorgesetzten und Untergebenen oder unter Kameraden abgespielt haben soll, wollte er wegen des laufenden Verfahrens nicht sagen, so der BR weiter. Auch ein Pressesprecher der zuständigen 10. Panzerdivision in Veitshöhcheim habe den Vorwurf eines Soldaten nun bestätigt, so der BR.

Vorbericht 7.10 Uhr:

Im Skandal um demütigende Rituale und sexuelle Nötigung in einer Bundeswehr-Kaserne im baden-württembergischen Pfullendorf hat ein interner Bericht des Verteidigungsministeriums Mitte Februar weitere Details zutage gebracht. Dem Ermittlungsbericht zufolge hatten die Erniedrigungen auch einen sexuellen Hintergrund. Ausbilder zwangen untergebene Soldatinnen zum Tanz an der Stange und tasteten sie im Intimbereich ab. Der Bericht nimmt Bezug auf Schilderungen einer Soldatin, die 2016 in Pfullendorf als Oberfähnrich war.

"Die Bundeswehr nimmt die Sache sehr ernst"

Nun gerät auch die Hochstaufen-Kaserne in Bad Reichenhall ins Visier der Ermittler: Wie Hauptmann Ariane Houben, Presseoffizier in Bad Reichenhall, auf Nachfrage von BGLand24.de bestätigt, ist in der Brigade bekannt, dass ein Soldat eine Eingabe an den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages - Hans-Peter Bartels - gemacht habe. "Die Ermittlungen laufen. Die Bundeswehr nimmt die Sache sehr ernst", so Houben weiter. Die Sache wurde demnach an die Staatsanwaltschaft übergeben.

Noch viele offene Fragen

Wie die Heimatzeitung.de berichtet, soll es sich bei dem Fall um einen Mann handeln, der gemobbt worden sei, wobei es auch zu einer sexuellen Komponente gekommen sein soll. Dies konnte Hauptmann Ariane Houben auf Nachfrage von BGLand24.de allerdings nicht bestätigen: "Die Ermittlungen laufen. Deshalb können wir keine weiteren Auskünfte geben." Weiterhin offen ist auch, ob es zu internen disziplinarischen Maßnahmen gekommen ist und auch, ob es sich um einen Vorfall unter Kameraden oder zwischen Untergebenen und Vorgesetzten handelt.

mh

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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