Grenzenloser Bus- und Bahnverkehr stark eingeschränkt

Wiederholt sich 2015? Aus heutiger Sicht keine Bahn-Komplettsperre geplant

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Salzburg/Freilassing/Bad Reichenhall -  Der grenzüberschreitende, öffentliche Verkehr ist bereits stark eingeschränkt. Aus heutiger Sicht ist jedoch keine Bahn-Komplettsperre geplant.

Der Grenzüberschreitende, öffentliche Verkehr ist stark eingeschränkt, derzeit verkehrenzwischen Salzburg und Freilassing nur noch die Buslinie 24, sowie diebeiden S-Bahn-Linien, alle Busverbindungen zwischen der Stadt Salzburg und dem Pinzgau über das Kleine Deutsche Eck sind eingestellt. Ob in den nächsten Tagen auch der Bahnverkehr zwischen Salzburg und Freilassing und in weiterer Folge nach München wie zuletzt im Herbst 2015 komplett unterbrochen wird ist derzeit unklar, allerdings lassen die bayerischen Anbieter Meridian und Südostbayernbahn ihre Züge bereits seit Montag in Freilassing enden. Nach Auskunft von Matthias Knott von der Bundespolizeidirektion in München ist„mit Stand heute keine Einstellung der Zugverbindungen zwischen Deutschland und Österreich geplant“, allerdings sei man in einem „dynamischen Prozess“, was wohl heißt dass keine weiteren Maßnahmen und Sperren auszuschließen sind.


In Österreich fahren die Bus- und Bahnunternehmen wegen der sinkenden Fahrgastzahlen in Zusammenhang mit den behördlich gesetzten Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus weiter zurück. Zwischen Freilassing und Salzburg verkehrt weiterhin die Linie 24, sowie die S-Bahnen. Sollte es hier zu weiteren Einschränkungen des Bahnverkehrs oder zu einer kompletten Sperre des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs wie zuletzt im Herbst 2015 kommen würden die S-Bahn auf der Salzburger Seite in Liefering enden. Derzeit gibt es nach Auskunft des Salzburger Verkehrsverbundes zwar keine Hinweis auf eine komplette Sperre, aber es sei bezeichnend dass die Südostbayernbahn und der Meridian nicht mehr nach Salzburg fahren würden, sowie das Kleine Deutsche Eck für Postbusse gesperrt sei. Der Betreiber des Meridians rechtfertigt die Einstellung damit, dass die Bundesregierung dasSchließen der Grenzen zwischen Deutschland und Österreich erklärt hätte, daher sei auch kein Schienenersatzverkehr möglich. Derzeit sei eine Einstellung des Bahnverkehrs nicht geplant, so ein Sprecher der Bundespolizei.

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Das Kleine Deutsche Eck ist für den Regionalen Busverkehr bereits seit Montag gesperrt, der Grund: Von den Einreisebeschränkungen sind neben deutschen Staatsbürgern nur so genannte Berufspendler ausgenommen, also zum Beispiel Österreicher die in Bayern arbeiten oder wohnen. Transitpendler von Lofer über Bad Reichenhall in die Stadt Salzburg würden demzufolge nicht unter die Ausnahmeregelung fallen.

So fährt die Buslinie 180 nur bis Großgmain, die Weiterfahrt nach Bad Reichenhall ist nicht möglich. Die Buslinie 260 fährt seit Montag ebenfalls nur im Pinzgauer Abschnitt zwischen Zell am See und dem Steinpass, die Buslinie 840 verkehrt nur noch am Abschnitt Bad Reichenhall–Marktschellenberg im Stundentakt

Die von den ÖBB betriebenen S-Bahnen S2 und S3 werden ab Montag nächster Woche grundsätzlich auf einen Stundentakt reduziert. Die Busse in der Stadt Salzburg, sowie im Flachgau und Tennengau (Hallein), also Obusse, Albus und Regionalbusse fahren derzeit nach demSamstagsfahrplan. Einzelne Frühverbindungen werden weiterhin zusätzlich angeboten.

Im Bahnverkehr wird es ab Montag weitere Einschränkungen auf österreichischer Seite geben, alles wegen der geringeren Nachfrage. Nach Angaben von Johannes Gfrerer vom Salzburger Verkehrsverbund zeichnen sich derzeit folgende Regelungen ab Montag ab: „Die S-Bahnen S2 und S3 werden im Stundentakt geführt, die REX-Verbindung nach Braunau wird im 2-Stundentakt verkehren. Nach Saalfelden wird ebenso ein REX im 2- Stundentakt geführt“.

Von Michael Hudelist

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