Transitverkehr im kleinen deutschen Eck

Schneizlreuth und Karlstein: "Wir wollen Hilfe!"

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Dieses Bild hat die Gemeinde Schneizlreuth auf den Plan gerufen. Sie wollen den Verkehr des kleinen deutschen Ecks nicht alleine tragen.
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Bad Reichenhall/Schneizlreuth - Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Herbert Lackner will die Wogen zwischen der Karlsteiner Bürgerinitiative 'Transitfreies Karlstein' und den Schneizlreuthern glätten. Deshalb will er alle an einen Tisch holen.

Für die letzte Februarwoche hat Lackner sowohl Vertreter von 'Transitfreies Karlstein' als auch den 1. Bürgermeister der Gemeinde Schneizlreuth, Wolfgang Simon, sowie Vertreter der Schneizlreuther Initiative, deren Gründung Stefan Häusl in der jüngsten Schneizlreuther Gemeinderatssitzung angekündigt hatte, ins Reichenhaller Rathaus geladen. "In der Sitzung sollen zunächst die Meinungen ausgetauscht und geprüft werden, ob gemeinsame Ziele bestehen und wie man zusammenarbeiten kann", heißt es aus dem Bad Reichenhaller Rathaus.

Für alle Beteiligten ein guter Ansatz. "Dieses Gespräch nimmt hoffentlich die Emotionen aus dem Thema, die sofort entstehen, wenn sich einer benachteiligt fühlt", hofft Schneizlreuths Bürgermeister. Er wäre auch gerne vor der Gründung der Bürgerinitiative in Karlstein informiert worden, hätte gerne mit den Karlsteinern das Gespräch gesucht. "Aber wir wollen ein Hauen und Stechen vermeiden. Der Ton macht die Musik."

Wolfgang Simon will eine gemeinsame dauerhafte Lösung für alle Betroffenen.

Das bestätigt die Sprecherin von 'transitfreies Karlstein', Helma Türk, gegenüber BGLand24: "Wir erwarten uns von dem Gespräch, dass wir ihm in Ruhe von den Nöten, Sorgen und Problemen der Anwohner Karlsteins berichten können." Vor allem Lärmschutzmaßnahmen aber auch der Schutz des Gebietes am Thumsee stehen dabei ganz oben.

Nachtfahrverbot, Lärmschutzmaßnahmen und Tonnagebeschränkung

Sowohl aus Karlstein, als auch aus Schneizlreuth gibt es erste vorsichtige Annäherungen, wie man zusammenarbeiten könnte. "Beispielsweise könnte man gemeinsam ein Nachtfahrverbot konsequent verfolgen und durchsetzen", so Türk. "Weiterhin sollte man sich für die dringend erforderlichen Lärmschutzmaßnahmen an beiden Straßen (B 21 + ST 2101) einsetzen und natürlich sollte sich allen Beteiligten für den Schutz des Gebietes rund um den Thumsee engagieren."

Für Wolfgang Simon ist der Thumsee auch nicht die richtige Transitstrecke, aber die B21 sollte es auch nicht sein. Er ist sich sicher, dass man gemeinsam Ziele wie Lärmschutzmaßnahmen, Nachtfahrverbote und Tonnagebeschränkungen erreichen könnte. "Es ist aber nicht unser Thema. Wir brauchen Hilfe, von denen, die das entscheiden können." Dafür will sich Simon zuerst einmal den Deutsch-Österreichischen Staatsvertrag durchlesen. "Wir müssen klären, wer darf da überhaupt fahren. Dann müssen wir für strengere Kontrollen gegebenenfalls die Polizei ins Boot holen."

Noch vor dem Gespräch im Bad Reichenhaller Rathaus befasst sich der Stadtrat mit dem Thema. Am Dienstagabend (19.2., 18 Uhr) steht die Tonnagebeschränkung am Thumsee auf der Tagesordnung. Sämtliche im Stadtrat vertretenen Gruppierungen haben dazu einen Antrag gestellt.

cz

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