Gebirgsjägerbrigade 23 fordert ihre Anwärter in den Westalpen

Heeresbergführernachwuchs beim Winterbergsteigen im Val Grisenche

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Letzter Aufschwung zum Bassac Nord.

Bad Reichenhall/Aosta (ITA). Muss das sein? Muss man bis in die Westalpen fahren, um den Heeresbergführernachwuchs der Gebirgsjägerbrigade 23 auf den anschließenden Heeresbergführerlehrgang vorzubereiten, wenn vor der Haustür so viele verschneite Berge stehen?

Die Grundlagen müssen vorher beherrscht werden 


Bassac Nord (3387): Unwegsam geht es über Geröll hinauf zum Grat.

Um Heeresbergführer werden zu können, muss ein deutlich überdurchschnittliches alpines Können vorausgesetzt werden, denn auf dem Ausbildungslehrgang soll der Alpinist zum Führer ausgebildet werden und die alpinen Fähigkeiten bereits mitbringen. Nur wer nicht mit sich selbst beschäftigt ist, kann führen. Daher führt die Gebirgsjägerbrigade 23 für ausgewählte Soldaten das Heeresbergführeranwärterprogramm durch, um diese bestmöglich auf den anstehenden Lehrgang vorzubereiten. Im Juni eines jeden Jahres beginnt der Heeresbergführerlehrgang am Ausbildungsstützpunkt für Gebirgs- und Winterkampf in Mittenwald. Zeit, um an den letzten Feinheiten zu feilen und die jungen Anwärter in besonders anspruchsvollen, unbekannten und weitgehend einsamen Berggelände herauszufordern.


Westalpen bieten einmalige Ausbildungsmöglichkeiten 

Punta Maurin – die letzten Meter bis zum Gipfel.

Das Val Grisenche ist ein kleines Tal nahe Aosta. Diese Berge der Westalpen zwischen Mont Blanc und Gran Paradiso bieten den Anspruch von vergletschertem Gelände, Höhen von bis zu 3.700 Meter und vor allem entgegen vieler Gebiete nahe der Heimat, endlos unverspurte Ziele und Routen. Hier lernt der Heeresbergführeranwärter, was er benötigt: Orientieren, Anlegen von Spuren, Schneedeckenbeurteilung und Einzelhangentscheidungen sowie Klettern im kombinierten winterlichen Gelände, das beherrscht werden muss, um in diesem später führen zu können.

Viele Höhenmeter und eiskalte Temperaturen waren zu bewältigen 

Letzter Aufschwung zum Bassac Nord.

Vom 19. bis 28. März 2018 waren drei Heeresbergführer mit insgesamt 10 Anwärtern im Val Grisenche. Der Weg zum Quartier, der Rifugio Bezzi ist weit. 12 Kilometer zieht sich das Tal nach hinten, bis die Gruppe die langersehnte Hütte erreicht. Die Soldaten tragen Ausrüstung für die gesamten zehn Tage, insgesamt zwischen 30 und 35 Kilogramm. Dabei gingen auch dieses Jahr wieder diverse Unterrichtsmaterialien wie Laptop und Beamer sowie Medikamentenkoffer mit auf den Berg. Von einem Ausbildungstag im Bereich der Hütte abgesehen, wurden täglich 1.500 bis 2.000 Höhenmeter im Aufstieg bewältigt. 

Punta Maurin – der Aufstieg startet durch eine 600 Meter lange Rinne.

Die niedrigen Temperaturen gingen den Soldaten in die Knochen. Die ersten vier Nächte lagen die Anwärter und eine Anwärterin mit Mütze, Socken und langen Unterhosen im Bett. Ausbildungsleiter Oberstleutnant Johannes Schwegler betont, dass auch diese Umstände Grund für die Wahl des Ausbildungsortes sind. „Wir haben was wir brauchen und wenn nach dem Abendessen wegen der kühlen Räumlichkeiten die Mannschaft das Bett gegenüber einem Hüttenzauber vorzieht, schadet das nicht. Mit Entbehrungen zu leben, gehört mit zur Aufgabe eines militärischen Bergführers.“ Ohne Verletzungen und wohlbehalten kehrten die Bergführeranwärter an ihre Standorte von Füssen bis hinüber ins Berchtesgadener Land heim. Jetzt müssen sie selbst engagiert bleiben, bis zum Lehrgangsbeginn die Form halten und letzte Mängel abstellen.

Pressemeldung Gebirgsjägerbrigade 23

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