Grüner Nürbauer über OB Lackner verärgert

Wahlkampfhilfe für Kaniber mit ausgeschlossenem Stadtrat?

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Michaela Kaniber und Reichenhalls Oberbürgermeister Herbert Lackner (Archivbild).
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Bad Reichenhall - OB Lackner, Landrat Grabner und Ministerin Kaniber - alle bei der CSU und alle zusammen bei der Eröffnung des "Grünen Klassenzimmers": Grünen-Stadtrat Nürbauer ist dagegen sauer, dass er "versetzt" wurde.

Als Michael Nürbauer (Grüne) und Wolf Guglhör (SPD) am Mittwoch pünktlich um 10 Uhr im Karlspark standen, war alles schon vorbei. Und auch das Pressefoto zur Eröffnung des "Grünen Klassenzimmers" mit Mittelschulleiter, Forstbetriebsleiter, OB Herbert Lackner, Landrat Georg Grabner und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber war anderthalb Stunden vorher längst gemacht. Steckte da Absicht dahinter?

"Harte Bandagen, weil die Umfragewerte so schlecht sind"

"Aus welchen Gründen auch immer", so Grünen-Stadtrat Nürbauer im Reichenhaller Tagblatt, habe es Oberbürgermeister Lackner "nicht für nötig gehalten, den Räten die Terminänderung mitzuteilen, obwohl sie ihm nachweislich bekannt war". Nürbauer vermutet: "Da wird jetzt mit harten Bandagen gekämpft, weil die Umfragewerte so schlecht sind." Unterm Strich sei es ein "Fototermin für die Ministerin" gewesen, so Nürbauer gegenüber dem Reichenhaller Tagblatt. 

Weshalb im Rathaus intern von 10 Uhr als Eröffnungstermin ausgegangen wurde, kann sich auch Lackner nicht erklären. Bei seiner Einladung, die während seiner Urlaubszeit einging, habe es 8.30 Uhr geheißen, "deshalb hatte ich nie einen Zweifel", so der Oberbürgermeister gegenüber dem Reichenhaller Tagblatt. Böse Absichten könne man ihm nicht unterstellen.

Über das "Grüne Klassenzimmer"

Bereits im Jahr 1999 wurde im Karlspark ein Baumkundepfad errichtet, auf dem 20 Tafeln über verschiedene Baumarten von heimischen und nichtheimischen Bäumen informieren. Schon dieser Baumkundelehrpfad dient den Reichenhaller Schulen zur Informationsvermittlung betreffend der Themen Baumkunde und Naturschutz. Zudem gilt der Karlspark als Paradies für Bienen und Insekten. 

Insektenfreundliche Blühstreifen durchziehen in einer breiten Schneise den Karlspark. Alleine hier blühen über 4000 Narzissen, die schon sehr früh im Jahr mit ihrer Blütenpracht Insekten anlocken. Dieser Blühstreifen wurde bereits 2012 angelegt und ist eine der zahlreichen Maßnahmen in der Alpenstadt gegen das Bienensterben. Einzelne Bienenkästen im Karlspark sind Heimat der gefährdeten Insekten. Die Bienenvölker dienen den Schülern als zusätzliches Anschauungsobjekt.

In unmittelbarer Nähe befindet sich eine zum Teich gefasst Quelle, die sogenannte Marienquelle, ein Biotop mit quakenden Fröschen und Kaulquappen. Direkt gegenüber wurde der Standort des Grünen Klassenzimmers ausgewählt, und das schon vor einigen Jahren. "Ein Projekt wie dieses bedarf einer langen Vorbereitungszeit, bis es so weit ist, das kommt nicht von ungefähr", verrät Stadtgartenmeister Haberlander. "Dieser Ort wurde schon vor Jahren so angelegt, mit dem Ziel, hier eines Tages ein Grünes Klassenzimmer entstehen zu lassen."

Eine kleine Hecke dient als Abgrenzung dieser Oase inmitten des Parks. Hier wachsen Ahorn, Buchen, Eschen, Rotbuchen, Weißbuchen und erfreulicherweise, wie Haberlander erklärt, trotz des Ulmensterbens auch Ulmen. Diese unterschiedlichen Baumarten dienen ideal zu Lehr- und Anschauungszwecken, ebenso wie die Biotopbäume, die Lebensraum auch für Käfer bilden - wertvolles Totholz, das mit verschiedenen Pilzarten mit unterschiedlich schnellem Zersetzungsmuster befallen ist. Einige von den Baumpilzen kann man sogar essen. Ein idealer Ort also, der den Schülern genügend Material für den Unterricht bietet.

xe/Pressemitteilung Stadt Bad Reichenhall

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