Pressemitteilung SPD Bad Reichenhall

Trauerspiel Friedwiese - SPD will schnelle Entscheidung

+
Vor fünf Jahren hat der Friedhofswart Franz Unterholzner die Einrichtung einer Friedwiese in St. Zeno gefordert und vor drei Jahren wurde sie beschlossen.

Bad Reichenhall - Vor fünf Jahren hat der Friedhofswart Franz Unterholzner die Einrichtung einer Friedwiese in St. Zeno gefordert und vor drei Jahren wurde sie im Stadtrat mit großer Mehrheit beschlossen.

Bis heute gibt es aber keine Möglichkeit, sich auf diese Weise bestatten zu lassen. Dabei, so Unterholzner hat er wöchentlich ein bis zwei Anfragen. Aber immer müsse er darauf verweisen, dass die Umsetzung des Beschlusses in der Stadtverwaltung noch ausstehe. Das führe dazu, dass Hinterbliebene ihre Verstorbenen nicht in Reichenhall bestatten ließen, sondern ausweichen, besonders ins benachbarte Grödig. Und bei den Anfragen für den möglichen Todesfall hört Unterholzner dann oft: "Vielleicht erlebe ich das ja noch".


Franz Unterholzner ist seit acht Jahren als Friedhofswart in St. Zeno im Auftrag der Stadt zuständig für alle Bestattungsangelegenheiten. Er ist engagiert in der Reichenhaller SPD und beklagt die städtische Unentschlossenheit, endlich die Möglichkeit dieser Art naturnaher Bestattung zu schaffen. Auf die Frage nach dem Grund der starken Nachfrage für die Friedwiese und warum das drei Jahre nach der Entscheidung noch immer nicht umgesetzt ist, meint Franz Unterholzner, entscheidend sei wohl die naturnahe Art der Grabstätte und dass keine weitere Pflege nötig sei. Warum es verzögert werde, könne er nur vermuten, dass es Widerstände gibt. Der Stadtrat will es, in der Verwaltung, "so scheint es, gibt's Bedenken".

Was ein solches Grab kosten würde, das müsse die Verwaltung erst noch entscheiden, so der Friedhofswart. Jedenfalls wäre es für die Stadt auch finanziell von Nutzen. Immerhin, auf der kleinen Fläche, die er vorgeschlagen habe, hätten etwa 600 Urnen Platz. Eine Einnahme, die bisher andernorts erzielt werde.


Zuletzt bezeichnete Franz Unterholzner das Reichenhaller Bestattungswesen allgemein als sehr teuer und ziemlich unverständlich geregelt. Für ihn als Friedhofswart ist schwer nachvollziehbar, warum mehr als 400 Euro zu bezahlen sind, wenn der Verstorbene nur bis zum nächsten Tag in der Leichenhalle liegt. "Das ist teurer als im Luxushotel", so Unterholzner. Richtig sei, Friedhöfe müssen generell kostendeckend betrieben werden, aber die ungewöhnlich hohen Steigerungen bei der Preisgestaltung der letzten Jahre führen mittlerweile zu sehr hohen Belastungen bei den Angehörigen. Immer mehr Gräber werden aufgelöst und die Kosten des Friedhofs müssen deshalb auf immer weniger umgelegt werden. Eine Kostenspirale, welche die Stadt in nächster Zeit zum Handeln zwingen werde.

Pressemitteilung SPD Bad Reichenhall

Kommentare