Stadtrat beschließt Generalsanierung in Marzoll

So geht es mit Schule und Kindergarten weiter

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Bad Reichenhall - Der Kindergarten, die Schule und die Mehrzweckhalle in Marzoll müssen saniert werden. Das sind die nächsten Schritte:

Am 11.10.2016 hat der Stadtrat Bad Reichenhall die Verwaltung beauftragt, sich um die Ausarbeitung eines Sanierungskonzepts für den Gebäudekomplex Mehrzweckhalle, Kindergarten und Schule in Marzoll zu kümmern. Nun geht der Prozess weiter.

So soll saniert werden

Bei der Sanierung sollen folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Sanierung der veralteten Elektroanlagen
  • komplette Erneuerung des Trinkwassernetzes
  • Austausch diverser Heizkörper
  • Sanierung der bestehenden Lüftungsanlage
  • energetische Sanierung aller drei Gebäudeteile

Wie sieht die zukünftige Nutzung aus?

Auch hinsichtlich der zukünftigen Nutzung sind diverse Punkte zu berücksichtigen. Dazu gehören:

  • Entwicklung zukunftsfähiger Konzepte für die Hauptnutzungen
  • Schaffung räumlicher Entwicklungsmöglichkeiten im Hinblick auf die zu erwartende zukünftige demografische Entwicklung
  • Lösungen, die eine gewisse Flexibilität der Funktionen gewährleisten
  • Überlegungen im Hinblick auf neue und aktuelle pädagogische Konzepte
  • Herstellung der erforderlichen Barrierefreiheit im gesamten Schulgebäude
  • Schaffung von adäquaten Räumlichkeiten für die Mittagsbetreuung und von zusätzlichen Lagerräumlichkeiten
  • Erreichung eines KfW-70- Standards durch die energetische Sanierung

Die Kostenschätzungen variieren stark nach Planung und liegen zwischen 3.157.000,-- € und 6.953.000,-- € (jeweils brutto)

So wäre je nach Planungsvariante zum Beispiel die Errichtung von Neubauten möglich, eine Teilnutzung für Wohneinheiten, etc. 

Blick in die Zukunft

Im Finanzplanungszeitraum 2017 bis 2021 sind derzeit für die Generalsanierung aller drei Gebäude insgesamt rd. 3.2 Mio. veranschlagt. Dazu kommt eine grundsätzliche Förderfähigkeit je nach Variante, für die sich letztendlich entschieden wird.

Ebenfalls untersucht wurden die baulichen Investitionen auch unter den absehbaren und prognostizierbaren Bevölkerungsentwicklungen im Einzugsgebiet. 

So hat der Schulsprengel Grundschule  St. Zeno / Marzoll zum 31.05.2017 folgende Kinderstruktur

  • Im Alter von 1-2 Jahren: 48 Kinder 
  • Im Alter von 2-3 Jahren: 59 Kinder
  • Im Alter von 3-4 Jahren: 54 Kinder 
  • Im Alter von 5-6 Jahren: 46 Kinder 
  • Im Alter von 6-7 Jahren: 41 Kinder

Ebenfalls zu berücksichtigen sind auch bauliche Entwicklungen im Wohnungsbausektor für den Einzugsbereich des Schulsprengels Grundschule St. Zeno/Marzoll. Dazu zählen zum Beispiel die Strassenzüge Auenstraße, Barbarossastraße, Frühlingstraße und Salzburger Straße.

Die Zuordnung zu den verschiedenen Kindertageseinrichtungen und den beiden Grundschulen (St. Zeno/Marzoll) erfolgt variabel. Diese ist abhängig vom Bedarf und den jeweils vorhandenen Kapazitäten.

Und dann kommt natürlich auch der Bedarf zur Unterbringung in der Mittagsbetreuung zu. So sind zum Beispiel im Schuljahr 2017/2018 aktuell 26 Kinder in der Mittagsbetreuung in Marzoll untergebracht. 

Nachfrage besteht ebenfalls bereits für eine Betreuung bis 17:00 Uhr, d.h. entsprechende zusätzliche Räumlichkeiten könnten benötigt werden und der Kindergarten erreicht bereits jetzt seine maximale Kapazität.

Das hat die Ergebnisauswertung ergeben

Auf Basis der Ergebnisse aus der Mehrfachbeauftragung und der ermittelten, tendenziell steigenden Kinderzahlen empfehlen die verantwortlichen Planer im ersten Schritt den Neubau eines 1-gruppigen Kindergartens und einer 1-gruppigen Kinderkrippe.

Der Neubau des Kindergartens könnte damit konsequent in einem einheitlichen, den Stand der Technik entsprechenden energetischen Standard errichtet werden. 

Die Kosten für den Neubau eines 1-gruppigen Kindergartens mit angeschlossener 1- gruppiger Kinderkrippe werden auf rund 1.350.000,- € (brutto) geschätzt. Der Planungsbeginn wäre im Jahr 2018, der Ausführungsbeginn frühestens 2019 vorgesehen

Aufgrund des geplanten Bauablaufes in sukzessiven Bauabschnitten des Neubaus wäre für den Kindergarten Marzoll während der Bauphase kein Ersatzquartier erforderlich.

Zweiter Schritt

Im einem zweiten Schritt könnten die bestehenden Kindergartenräumlichkeiten für die erforderliche und stetig wachsende Mittagsbetreuung entsprechend adaptiert und dann gemeinsam mit der Mehrzweckhalle einer Generalsanierung unterzogen werden. 

Auch die Erdgeschossbereiche könnten in diesem Zuge ebenfalls barrierefrei umgestaltet werden. Von einer Herstellung der Barrierefreiheit des gesamten Komplexes wurde aus wirtschaftlichen Überlegungen abgesehen. Ein Fenstertausch und eine energetische Sanierung der Gebäudeteile sind ebenfalls erforderlich. 

Die Kosten für die Generalsanierung des Gebäudekomplexes werden aktuell auf rund 1.551.000,-- € (brutto) geschätzt. Der Planungsbeginn ist frühestens 2019, der Ausführungsbeginn frühestens für 2020 angedacht.

Dritter Schritt

Im dritten Schritt könnte dann die Schule entsprechend des erarbeiteten Konzeptes barrierefrei und vor allem im Bereich des Zwischentraktes räumlich erweitert bzw. saniert werden. 

Die Kosten für die Generalsanierung werden aktuell auf rund 1.608.000,-- € (brutto) geschätzt. Der Planungsbeginn hierzu ist frühestens im Jahr 2020, Ausführungsbeginn frühestens 2022 vorgesehen.

Nach Rückprache mit dem Liegenschaftsamt hat sich herausgestellt, dass unter Berücksichtigung der vertraglichen Kündigungsfristen die Wohnungen grundsätzlich zeitgerecht bei Baustart frei gemacht werden könnten. 

Lediglich eine Hausmeisterwohnung würde am Standort verbleiben. 

Das 1. OG und das DG könnten auf Empfehlung der Verwaltung möglicherweise als Büro oder für eine mögliche Schulerweiterung genutzt werden. 

So hat sich nun der Stadtrat entschieden

Um das Projekt und die erforderlichen Planungen weiter vorantreiben fasste der Stadtrat auf der vergangenen Sitzung folgenden Grundsatzbeschluss.

1. Der Stadtrat beschließt aufgrund des absehbaren künftigen Bedarfs grundsätzlich den Neubau eines 1-gruppigen Kindergartens mit angeschlossener 1-gruppiger Kinderkrippe am Standort Marzoll und beauftragt die Verwaltung, nach Abstimmung mit der Förderbehörde mit den ersten Planungsphasen zur Umsetzung zu beginnen.

2. Der Stadtrat beschließt grundsätzlich in der weiteren Folge die Generalsanierung der Mehrzweckhalle und des Kindergartens sowie die Umnutzung des bestehenden Kindergartens in Marzoll zum Zwecke der Mittagsbetreuung und beauftragt die Verwaltung, diese bei der Vergabe der Planungsleistungen in die Gesamtplanung mit einzubeziehen

3. Der Stadtrat beschließt grundsätzlich in der weiteren Folge die Generalsanierung, die räumliche Erweiterung und Herstellung der Barrierefreiheit der Grundschule Marzoll im Zuge der Maßnahmen und beauftragt die Verwaltung, diese bei der Vergabe der Planungsleistungen in die Gesamtplanung mit einzubeziehen.

Die Vorlage wurde im Vorfeld der Sitzung mit dem Schulreferenten des Stadtrates, Herrn Stadtrat Kantsperger, abgestimmt.

Rubriklistenbild: © dpa

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