Schwerlastverkehr-Beschränkung am Thumsee

Lackner: "Es geht um knallharte Rechtsfrage"

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Oberbürgermeister Herbert Lackner will einen ersten Entwurf zur Begründung der Tonnagebeschränkung am Thumsee von der Verwaltung optimieren lassen.
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Bad Reichenhall - Alle Gruppierungen des Bad Reichenhaller Stadtrates haben einen Vorschlag zur Begründung einer Schwerlastverkehr-Beschränkung am Thumsee vorgelegt. Diesen soll die Verwaltung optimieren.

"Es muss endlich Druck auf die Regierung von Oberbayern ausgeübt werden", forderte Fritz Grübl von der FWG am Dienstagabend (9. Juli) in der Stadtratssitzung. "Wir müssen unser Anliegen, die Staatsstraße 2101 am Thumsee für Lastwagen über 7,5 Tonnen zu sperren, mit Nachdruck verfolgen. Zur Not müssen wir 'sauber' streiten."

Oberbürgermeister Herbert Lackner konnte den emotionalen Ausbruch von Fritz Grübl durchaus verstehen. Immerhin fordert der Stadtrat diese Beschränkung schon seit Jahren. "Aber es geht hier um eine knallharte Rechtsfrage", konterte der Oberbürgermeister. "Die Voraussetzungen, mit der Tonnagebeschränkung Erfolg zu haben, sind extrem schwierig. Wir brauchen knallharte juristische Fakten, anders kommen wir da nicht weiter."

Die ersten Fakten lieferten jetzt alle Gruppierungen des Stadtrates. In ihrem Auftrag hat sich Ulrich Scheuerl von der Verkehrsinitiative transitfreies Karlstein an einen ersten Entwurf gesetzt. Dieser Entwurf soll jetzt von der Verwaltung optimiert und dann der Regierung von Oberbayern vorgelegt werden. Lackner versprach, sich vorab bereits zu erkundigen, ob der Entwurf Aussicht auf Erfolg habe.

Weniger Verkehr - Mehr Erholungsqualität

Scheuerl führt in seinen Ausführungen an, dass eine entsprechende Anordnung dann Erfolg haben könnte, wenn eine Verhütung anders nicht vermeidbarer Belästigungen durch den Fahrzeugverkehr in Landschaftsgebieten, die überwiegend der Erholung dienen - wie der Thumsee -, sowie in unmittelbarer Nähe von Erholungsstätten außerhalb geschlossener Ortschaften, möglich ist. Kurz: weniger Verkehr könnte die signifikante Steigerung der Erholungsqualität im Naherholungsgebiet Thumsee nach sich ziehen. Ein Argument, das ausreichen könnte.

Zur Sicherheit weißt Scheuerl noch einmal darauf hin, dass der Unterschied zwischen dem Weg über die St2101 oder die B21 genau 1,5 Kilometer betrage. Eine Datenauswertung des Staatlichen Bauamt Traunstein habe ergeben, dass für beide Strecken genau 9 Minuten von Bad Reichenhall nach Schneizlreuth gebraucht werden. In den Jahren 2005, 2010 und 2015 sei der Verkehr auf der Thumseestrecke merklich angestiegen. Die seit 1. Juli 2018 gültige Lkw-Maut sorge dafür, dass auch die Lkws vermehrt die Route über den Thumsee statt über den Saalachsee nehmen.

Abschließend gibt Scheuerl zu bedenken, dass "insgesamt betrachtet das Ausschließen schwerer Lkw von der Benutzung der St2101 rechtlich kein zweifelsfreies Vorhaben ist." Für die Strecke Bad Reichenhall - Inzell würde die Umleitung für Unternehmer möglicherweise erhebliche Kosten bedeuten. "Zumindest eine Beschränkung hinsichtlich der Verkehrsbeziehung Bad Reichenhall - Schneizlreuth für das Thumseegebiet erscheint jedoch als geboten."

cz

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