Stadtrat uneins über geplante Sanierungsmaßnahme

Muss die Straße ins Nonner Unterland unbedingt saniert werden?

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Die Straße ins Nonner Unterland soll saniert werden. "Muss nicht unbedingt sein", finden einige Stadträte.
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Bad Reichenhall - Eine scheinbare Formalität hat im Bad Reichenhaller Stadtrat am Dienstagabend, 9. Juli, für Diskussionen gesorgt. Nach der Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung möchte die Stadt den Sanierungsstau beenden. Die Frage ist, warum ausgerechnet mit dieser Straße?

Stadtbauamtsleiter Thomas Knaus hat am Dienstagabend (9. Juli) im Bad Reichenhaller Stadtrat die Pläne für die Sanierung der Straße ins Nonner Unterland von der Nonner Kirche bis zum Anwesen Gablerhof vorgestellt. Es handelt sich um ein 65 Meter langes Straßenstück unterhalb der Kirche, das abgefräst und neu asphaltiert werden soll, um die vorhandenen zahlreichen Schlaglöcher zu beseitigen.

Außerdem soll im weiteren Verlauf einer Strecke von 180 Metern der kaum genutzte Gehweg entfernt und die Straße auf vier Meter verbreitert werden. Statt dem Gehweg sollen Rasengittersteine eingebaut werden, um zum einen den Begegnungsverkehr zu ermöglichen und zum anderen der Straßenentwässerung zu dienen. Ein neuer Fahrbahnbelag ist ebenfalls angedacht.

"Die Finanzmittel für die Straßensanierung sind im Haushalt 2019 eingestellt", schloss Thomas Knaus seine Ausführungen. Das Zeichen für die Stadträte, den Beschlussvorschlag, das Einvernehmen zu erteilen, zu diskutieren.

Sanierungswürdigere Straßen im Stadtgebiet?

Die FWG-Stadträte Gerhard Fuchs und Fritz Grübl, sowie Sebastian Renoth von der CSU stellten die Frage in den Raum, warum es ausgerechnet diese Straße seien müsste, die als erstes saniert werde. Es gebe vor allem im Stadtgebiet sanierungswürdigere Straßen. Fuchs nannte beispielsweise die Luitpold- und die Maximilansstraße.

"Die Luitpold- und Maximilansstraße sind sehr spezielle Fälle", beantwortete Knaus die Frage umgehend. "Dort müssen wir uns überlegen, wenn Straßenbreite und die Bäume an der Straße erhalten bleiben, ob wir die Verkehrsführung nicht gänzlich auf beispielsweise Einbahnstraßen ändern." Der Stadtbauamtsleiter stimmte auch zu, dass es sanierungswürdigere Straßen als die Straße ins Nonner Unterland gebe. "Dort weiß ich aber nicht, ob die Stadtwerke da bald eine Fernwärmeleitung verlegen wollen und wir dann wieder aufreißen müssen."

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Deshalb habe sich das Stadtbauamt als erste Sanierung, um den Sanierungsstau zu beenden, die Straße ins Nonner Unterland ausgesucht. Eine Tatsache, die die CSU-Stadträte Andreas Staller und Florian Halter begrüßten. "Die Straße passt zum Alpenhotel Fuchs", so Staller. "Sie ist eine Zumutung." Halter sah außerdem den Vorteil für den Gablerhof, der als Beherbungsbetrieb von einer sanierten Straße profitieren würde.

Letztlich stimmte der Stadtrat mit acht Gegenstimmen für die Sanierung der Straße ins Nonner Unterland. Die Maßnahme soll jetzt ausgeschrieben und in der September-Sitzung zur Beauftragung vorgeschlagen werden. Der Ausführungszeitraum soll von Ende September 2019 bis Ende Juni 2020 festgelegt werden.

cz

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