Schwerlastverkehr soll über großes deutsches Eck umgeleitet werden

Bad Reichenhalls OB will Bevölkerung vor Verkehrskollaps schützen

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Oberbürgermeister Herbert Lackner will die Bad Reichenhaller Bevölkerung vor einem Verkehrskollaps schützen.
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Bad Reichenhall - Der Stadtrat hat sich am Dienstagabend mit dem Eilantrag der FWG-Fraktion beschäftigt, während der Vollsperre der B21 zwischen Schneizlreuth und Unterjettenberg im Juli den Schwerlastverkehr über das große deutsche Eck umleiten zu lassen. Oberbürgermeister Herbert Lackner ist bereits tätig geworden.

Update, Donnerstag, 27. Juni:

In der Sitzung am Dienstagabend hatte Oberbürgermeister Herbert Lackner bereits angekündigt, sich an den Bayerischen Verkehrsminister Hans Reichhart zu wenden, um eine großräumige Umleitung des Schwerlastverkehrs über das große deutsche Eck zu erreichen. Es geht um den Zeitraum der Vollsperre auf der B21 zwischen Schneizlreuth und Unterjettenberg Mitte bis Ende Juli. Mittlerweile liegt der Redaktion der Brief an den bayerischen Verkehrsminister vor.

Lackner bittet darin darum, die Umleitung zum Schutz der Bevölkerung sowie des Naherholungsgebietes und Landschaftsschutzgebietes „Thumsee“ zu erwirken. Der Oberbürgermeister führt dabei auch die immer noch drohende Problematik aus Salzburg an, sollte der Stau durch die Grenzkontrollen dazuführen, dass der Verkehr über Berchtesgaden geleitet wird. Dann würde auch Bad Reichenhall einiges an Verkehr abbekommen.

Landrat Georg Grabner hat diesbezüglich schon veranlasst, dass der Verkehr direkt an der Grenz zu Marktschellenberg auf die Tauernautobahn zurückgeleitet werden soll.

Erstmeldung, Mittwoch, 26. Juni:

Mitte Juli wird die Bundesstraße B21 zwischen Schneizlreuth und Unterjettenberg wegen Asphaltierungsarbeiten für zwei Wochen voll gesperrt. Eine Ankündigung, die die FWG-Fraktion des Bad Reichenhaller Stadtrates in Alarmbereitschaft versetzte. Sie stellte einen Eilantrag, dass der Stadtrat beschließen solle, eine Umleitung des Schwerlastverkehrs über das große Deutsche Eck zu erwirken.

Oberbürgermeister Herbert Lackner kam dem Wunsch der Fraktion nach und setzte den Antrag kurzfristig für Dienstagabend (25. Juni) auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung. Der Auftrag der Räte am Tag danach ist klar: "Unser Antrag ist einstimmig befürwortet worden", so der stellvertretende FWG-Fraktionssprecher Friedrich Hötzendorfer auf Nachfrage von BGLand24. "Der Oberbürgermeister hat jetzt den Auftrag, sich dafür einzusetzen, dass für die Zeit der Vollsperrung der B21 eine Umleitung für den Schwerlastverkehr über das große deutsche Eck, sprich die Autobahn, erfolgt."

Tempo 30 am Thumsee?

Lackner versprach, nicht nur mit dem Staatlichen Bauamt Traunstein Kontakt aufzunehmen, sondern sich auch an Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart zu wenden. "Aus unserer Sicht ist es absolut sinnvoll, den Minister einzuschalten", lobte Hötzendorfer. Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt Traunstein bremste die Euphorie der Stadträte nämlich bereits ein: "Wir sehen zur Durchführung der Maßnahme und zur Art und Weise der von uns geplanten Baudurchführung (Vollsperrung der B21 für zwei Wochen, Zeitpunkt) keine Alternative. Die Auffassung der FWG, die auch die Verkehrsbehörde der Stadt vertritt, teilen wir in der Art, dass die ohnehin vorhandene Verkehrsgefährdung am Thumsee durch die hohe Verkehrsbelastung zu Zeiten des Badebetriebs durch den umleitungsbedingten Mehrverkehr erhöht wird. Allerdings kann die Verkehrsbehörde in eigener Zuständigkeit verkehrsrechtliche Maßnahmen ergreifen, die hier mit der entsprechenden Überwachung durch die Polizei Abhilfe schaffen können."

Diese Abhilfe sei Plan B, bestätigte der FWG-Sprecher. Der Stadtrat habe darüber diskutiert, während der Baustelle am Thumsee Tempo 30 auszuschildern. "Diese Maßnahme kommt aber erst zum Tragen, wenn wir mit unserem eigentlichen Ansinnen keinen Erfolg haben." Die Frage, ob es zeitlich und rechtlich möglich ist, eine solche Umleitung durchzusetzen, konnte nicht abschließend beantwortet werden. Hötzendorfer betonte aber: "Es ist nicht unser Problem, das herauszufinden. Wir müssen alles probieren, um die Umleitung durchzusetzen."

Das Staatliche Bauamt Traunstein führt im Juli Asphaltierungsarbeiten und die Erneuerung des Deckenbelags auf der B21 zwischen Schneizlreuth und Unterjettenberg durch. Nach Auskunft des Bauamtes lässt sich der Deckenbau nicht mehr aufschieben, zumal er in den vergangenen Jahren immer wieder Opfer von dringenderen Projekten wurde. Am 1. Juli beginnen bereits die Vorbereitungen zum Deckenbau, die unter Aufrechterhaltung des Verkehrs durchgeführt werden können. Bis zur Vollsperrung der Bundesstraße voraussichtlich ab dem 15. Juli müssen die zurzeit laufenden Asphaltierungs- und Felssicherungsarbeiten auf der Thumseestraße und unterhalb von St. Pankraz abgeschlossen sein. Zwischen dem 15. und dem 28. Juli wird der Transitverkehr auf dem sogenannten Kleinen deutschen Eck am Thumsee vorbei durch Karlstein nach Bad Reichenhall umgeleitet.

cz

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