„der Gebirgskampf im I. Weltkrieg im Raum Isonzo“

Gebirgsjägerbrigade 23 auf historischer Weiterbildung

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Bad Reichenhall - Vom 9. bis 13. September haben Offiziere der Gebirgsjägerbrigade 23 eine taktische Weiterbildung im italienischen "Isonzo" besucht und dabei viel über den Infanteriekampf im 1. Weltkrieg erfahren.

Pressemeldung im Wortlaut:

Vom 9. bis 13. September führte die Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“ mit seinen Offizieren, darunter studierende Offiziere der Universitäten der Bundeswehr sowie einem österreichischen Kameraden eine taktische Weiterbildung in Form einer militärhistorischen Geländebesprechung „der Gebirgskampf im I. Weltkrieg im Raum Isonzo“ durch. 

Am ersten Besprechungspunkt beim Grenzübergang Arnoldstein begrüßte Projektoffizier Oberstleutnant Michael Herrmann die Offiziere und Oberst außer Dienst Manfred Benkel, der einen Einführungsvortrag zur politischen Entwicklung bis Mai 1915 hielt. 

Weiterbildungsthemen sollten die Besonderheiten des Kampfes im schwierigen Gelände während des 1. Weltkriegs sein. 

Anschaulicher Bericht von Erwin Rommel

Nach Anmarschweg und Frontverlauf wurde dann das Vorgehen des Württembergischen Gebirgsbataillons unter der Führung von Oberleutnant Erwin Rommel als Schwerpunkt gesetzt. Dessen Taktiklehrbuch „Infanterie greift an – Erlebnis und Erfahrung“ diente als anschauliche Grundlage.

 Oberst a. D. Manfred Benkel stellte später an verschiedenen Geländepunkten immer wieder die dazugehörigen Passagen aus dem Buch vor. Verschiedene Ablaufpunkte ermöglichten schnell einen Einblick in die damals vorhandenen Probleme.

 „Lassen Sie sich von dem heutigen Ausbau der Straße nicht täuschen: 1917 war die Straße wesentlich kurvenreicher und ließ nur einspurigen Verkehr bei wenigen Ausweichstellen zu.“ Nach einer Besichtigung eines Soldatenfriedhofs für österreich-ungarische und bosnische Soldaten, welche bei den Kämpfen um den Berg Rombom gefallen sind, erläuterte der Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Brigadegeneral Jared Sembritzki, am Abend seine Ziele: „Erstens, die Vermittlung des Infanteriekampfes einschließlich taktischer Aufgaben. Zweitens, sich in diesem Kreis auch einfach einmal untereinander austauschen zu können.“

Fotostrecke

Verlauf der Frontlinie „Isonzo“ und Gedenken an gefallene Soldaten 

Der folgende Tag begann im Tal von Bovec und ermöglichte den Soldaten einen Überblick über den Verlauf der Frontlinie. Das Freilichtmuseum Ravelnik, der Aufstieg zu Artilleriestellungen, oder das beeindruckende Geländemodell im Museum in Karfreit, schufen ein gutes Lagebild über die damalige Situation. Der Höhepunkt des Tages war der Besuch des deutschen Beinhauses mit einer Kranzniederlegung durch den Brigadekommandeur.

Am Mittwoch wurde die sanitätsdienstliche Versorgung im 1. Weltkrieg durch Oberfeldarzt der Reserve Dr. Thomas Götz beleuchtet. Dieser veranschaulichte die Widersprüchlichkeit im Perfektionieren des Heilens einerseits und des Tötens andererseits. Gefolgt von einer Fahrt in den Raum Tolmin wurde Rommels Angriff zum Matajur an verschiedenen Geländepunkten veranschaulicht, bei denen die Soldaten Teile italienischer Stellungen bewerteten.

Verteidigung und Angriff im Infanteriekampf 

Mit einer taktischen Aufgabe konnten sich die Offiziere selbst in die Rolle der Verteidigung und des Angriffs im Jahr 1917 und zu heutiger Zeit hineinversetzen. 

Anschließend ergänzte Oberstleutnant Michael Schalin, Leiter der Joint Fire Support Coordination Group im Stab Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“, die Schwierigkeiten eines Mörsereinsatzes in diesem stark nach Norden und Süden abfallenden Gelände. Major Daniel Drobek, Leiter der Einsatzzentrale Logistik des Gebirgsversorgungsbataillon 8, veranschaulichte zudem den Einsatz der Versorgung.

Entscheidungsfreude wichtiger bei der militärischen Führung

„Für den Raum der Versorgung habe ich mich für eine Ortschaft südlich des Kolovrats entschieden. Viele vergessen oft, dass die Logistik auf Bataillonsebene einen Verfügungsraum von 10 bis 15 Quadratkilometern benötigt“, erklärte er. Am Donnerstag folgte der Marsch auf den Matajur, das damalige Angriffsziel des Württembergischen Gebirgsbataillons. 

„Was Rommel vor allem gezeigt hat war die Initiative des militärischen Führers und dazu ein hohes Maß an Entschlussfreude und Schnelligkeit“, schlussfolgerte Oberstleutnant Herrmann. Mit dieser Darstellung des Angriffs auf die Stellungen auf dem Kolovrat wurde deutlich, welchen Stellenwert Mut und eigenständiges Handeln im Sinne der übergeordneten Führung hat.

Pressemeldung Gebirgsjägerbrigade 23 

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