Stadtrat Bad Reichenhall trifft Entscheidung

So geht es weiter mit der Sicherheitswacht

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v.l.: Bernhard Dusch (Leiter PI Bad Reichenhall), Judith Willberger Sicherheitswacht Freilassing, Robert Kopp(Polizeipräsident)
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Bad Reichenhall - Schon seit einiger Zeit wird in Bad Reichenhall über die Einführung einer Sicherheitswacht diskutiert. Nun hat der Stadtrat eine Entscheidung getroffen:

Viele Städte und Gemeinden haben mittlerweile eine Sicherheitswacht. In Bayern liegt diese Zahl bereits bei 131 Teams. Auch in Bad Reichenhall wurde eine mögliche Einführung schon des öfteren diskutiert

Für die vergangene Stadtratssitzung stand die Entscheidung über eine mögliche Einführung nun auf der Tagesordnung. Um die Mitglieder des Stadtrats und die interessierten Bürger bestmöglich über die Arbeit einer Sicherheitswacht aufzuklären, war Polizeipräsident Robert Kopp persönlich anwesend, begleitet von dem Leiter der Polizeiinspektion Bad Reichenhall Bernhard Dusch und einer Mitarbeiterin der Sicherheitswacht Freilassing.

"Ich bin sehr froh, dass mir die Gelegenheit gegeben wird die Sicherheitswacht vorzustellen. Gerade in der heutigen Zeit bedeutet sie ein zusätzliches Stück Sicherheit, auch wenn Sie hier in einer traditionell sehr sicheren Gegend leben", so Polizeipräsident Robert Kopp. Und ergänzt: "Mir ist ganz wichtig zu betonen, dass eine Sicherheitswacht zwar für die Sicherheit steht, aber keine polizeilichen Aufgaben wahrnimmt

Die Mitarbeiter sind keine Hilfssheriffs, sondern ehrenamtlich engagierte Bürger, die gemeinsam etwas für die Sicherheit in ihrer Heimat tun. Wir werden seitens der Polizei kein Personal abbauen, sondern haben sogar neues Personal bewilligt bewilligt bekommen und wir wollen auch keine 'Gschaftlhuber' auf unsere Bürger loslassen

Das wichtigste Element bei der Sicherheitswacht ist das Funkgerät, mit dem sie die Polizei rufen können, wenn etwas zu tun ist. Ansonsten ist die Sicherheitswacht Ansprechpartner für die Bevölkerung und hat Zeit sich um Dinge zu kümmern, für die unsere Polizei oft keine wirkliche freie Zeit hat".

Über die Geschichte der Sicherheitswacht

  • 1994 trat das Sicherheitswachterprobungsgesetz in Kraft - es folgte ein 3-jähriger Modellversuch in Nürnberg, Ingolstadt und Deggendorf
  • 1996 trat das Sicherheitswachtgesetz in Kraft
  • 2010 wurde es ausgeweitet auf rund 1.000 Angehörige
  • 2016 wurde ein weiterer Aufbau auf 1.500 Angehörige genehmigt

Mittlerweile gibt es in 131 Städten und Gemeinden eine Sicherheitswacht, circa 300 Mitglieder sind Frauen und 38 ausländische Mitbürger

Das sind die Aufgaben einer Sicherheitswacht

  • Präsenz in der Öffentlichkeit
  • Ansprechpartner für die Bürger
  • Stärkung des objektiven Sicherheitsgefühls
  • Ergänzung zur Polizei mit Präsenz vor Ort

Präsenz zeigen werden die Mitarbeiter der Sicherheitswacht an verschiedenen Orten. Dazu gehören zum Beispiel:

  • In Parks und Grünanlagen
  • In Einkaufs- und Freizeitzentren
  • In Tief-, bzw. Parkgaragen
  • In größeren Wohnsiedlungen
  • Bei Sportveranstaltungen
  • In der Nähe von Asylbewerberheimen
  • An Haltestellen öffentlicher Verkehrsmitteln

Diese Befugnisse haben die Mitglieder einer Sicherheitswacht

"Die Sicherheitswacht hat das Jedermannsrecht, dass jeder Bürger hat. Das bedeutet, wenn man sieht, dass jemand eine Straftat verübt oder jemanden belästigt, kann jeder Bürger diesen solange festhalten, bis die Polizei kommt. Außerdem hat die Sicherheitswacht das Recht denjenigen nach seinem Namen zu fragen. Wir wollen die Leute nicht in Gefahr bringen, jemanden durchsuchen zu müssen oder ähnliches. Das ist weiterhin Aufgabe der Polizei", so Bernhard Kopp. 

Kosten für die Städte oder Gemeinden entstehen keine. Die interessierten Bürger erhalten eine 40-stündige Ausbildung durch die Polizei. Erkennbar ist die Sicherheitswacht an ihrer einheitlich blauen Bekleidung.

Diese Voraussetzungen muss man mitbringen

  • Mindestalter 18 Jahre, maximales Eintrittsalter 62 Jahre
  • abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung
  • Zuverlässigkeit und guter Ruf
  • Verantwortungsbereitschaft
  • Kommunikation
  • Zeitaufwand mindestens fünf Stunden pro Monat
  • Ortsansässiger Bürger

Diskussion im Stadtrat

Nach der Präsentation durch den Präsidenten startete eine rege Diskussion unter den Stadträten. Vor allem aus den Reihen der SPD und der Freien Wähler kam immer wieder die Frage auf "Sind wir jetzt schon so weit gekommen, dass wir eine Sicherheitswacht brauchen?"

Polizeipräsident Kopp betonte immer wieder, dass die Sicherheitswacht nicht die Aufgaben der Polizei übernehmen würde, sondern dass eine Sicherheitswacht für die Bevölkerung viele Vorteile bringen würde. Diese haben wesentlich "mehr Zeit mit der Bevölkerung auch einmal zu reden, sich um einen Obdachtslosen zu kümmern, den jemand im Winter auf einer Parkbank liegen seht, einen unangeleinten Hund im Park oder ein verängstigtes Kind, und vieles mehr."

Mit fünf Gegenstimmen entschied sich schließlich der Stadtrat für die Einführung einer Sicherheitswacht in Bad Reichenhall.

So geht es nun weiter

Der nächste Schritt wird nun eine Pressekonferenz sein, auf der sich interessierte Bürger über die Arbeit informieren und sich anschließend für diese Tätigkeit bewerben können.

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