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Stadtrat Bad Reichenhall diskutiert über Beleuchtungskonzept Marzoll

"Jede Nacht sterben dort Millionen von Insekten"

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Bad Reichenhall - Der Grenzweg an der Bushaltestelle Marzoll ist am Abend ganz schön dunkel. Eine neue Straßenbeleuchtung soll Abhilfe schaffen. Wie irritierend wird die neue Lichtverschmutzung für die Insekten sein?

Die Stadtratsfraktion Bürgerliste Reichenhall -  Bündnis 90 die Grünen stellte im Oktober 2017 den Antrag die Straßenbeleuchtung in Marzoll am Grenzübergang zu verbessern. In der damaligen Stadtratssitzung beschloss die Verwaltung, die Installation weiterer Leuchten entlang des Weges von der Grenze bis zur Großgmainer Straße zu prüfen.

Wer ist für die Beleuchtung im Stadtgebiet zuständig?

Die Stadt Bad Reichenhall ist Eigentümerin und Betreiberin der kompletten Straßenbeleuchtung in den öffentlichen Straßen im Stadtgebiet. Sie ist dazu verpflichtet, diese zu warten und wird dabei von den Stadtwerken Bad Reichenhall KU und der Elektrizitätsgenossenschaft Karlstein unterstützt

Im gesamten Versorgungsgebiet der Stadtwerke KU befinden sich insgesamt 2.621 Leuchten. Im Jahr 2017 belief sich der Stromverbrauch auf insgesamt 942.901 Kilowattstunden.

Im Versorgungsgebiet der Elektrizitätsgenossenschaft Karlstein gibt es insgesamt 368 Leuchten, hier lag der Stromverbrauch im Jahr 2017 bei 141.950 Kilowattstunden.

Der finanzielle Gesamtaufwand der Stadt rund um die Straßenbeleuchtung liegt bei circa 530.000 Euro pro Jahr. Rund 250.000 entfallen davon auf den finanziellen Aufwand an sich und rund 230.000 Euro auf den Unterhaltungsaufwand.

In den letzten Jahren ist der Stromverbrauch stetig gesunken. Im Vergleich zum Jahr 2017, lag der Verbrauch vor 5 Jahren noch um 15% höher, vor zehn Jahren um 36% und vor 15 Jahren um 46% höher.

Größere Austausch-, bzw. Erneuerungsaktionen werden in der Regel nur zusammen mit Bauvorhaben durchgeführt. Auch für 2018 sind eine Reihe von Projekten vorgesehen, wie zum Beispiel:

  • der Austausch von circa 70 Leuchtenaufsätzen von quecksilberhaltigen HQL-Leuchtmitteln durch 19 Watt LED Lampen
  • der Ersatz der Betonmasten und Leuchten entlang der B20 vom Kreisverkehr bis zur Nonner Straße, sowie teilweise entlang der Nonner Straße an der Kaserne
  • die Beleuchtung entlang der Straße ins Nonner Oberland im Kanalneubaubereich

Beleuchtungsprojekt Grenzübergang Marzoll

Am Grenzübergang Marzoll führt ein Weg über die Grenze bis zu einer Haltestelle der Postbus Linie 180. Genutzt wird diese Linie sowohl von Gästen des Schlossberghofes Marzoll, als auch von Pendlern, die von hier aus mit dem Bus nach Salzburg fahren. Der Bus fährt von 5:30 Uhr bis circa 23 Uhr.

Laut Verwaltung würde die erweiterte Beleuchtung zu einer deutlichen Verbesserung der Begehbarkeit und Sicherheit des Weges führen. Um von der Landesgrenze bis zur Bushaltestelle an der Großgmainer Landesstraße eine Beleuchtung zu errichten, wären insgesamt circa 195 Kabelgraben erforderlich und drei Leuchten. Die Erdarbeiten die knapp neben der Fahrbahn im Bankett auf dem Straßengrundstück der Gemeinde Großgmain erfolgen würden, kosten rund 5.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer, das hierfür eingeholte Angebot stellt gerade einmal rund 1/5 des marktüblichen Preises dar. Die Gemeinde Großgmain würde zusätzlich noch Personal und Gerät für die Bauarbeiten zur Verfügung stellen

Sollten die Arbeiten durchgeführt werden, so haben die Stadtwerke Bad Reichenhall KU Interesse an der Mitverlegung eines Leerrohrs angekündigt und würden die Hälfte der Grabungskosten übernehmen. Für die Leuchten und Montagearbeiten würden sich Kosten in Höhe von unter 4.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer ergeben, sodass sich Gesamtkosten in Höhe von rund 6.500 Euro inklusive Mehrwertsteuer anfallen würden.

Die laufenden Stromkosten würden bei unter 70 Euro inklusive Mehrwertsteuer pro Jahr liegen, diese wären von der Stadt Bad Reichenhall zu tragen. Die Lampen könnten ab Mitternacht abgeschaltet werden. Die Beleuchtungsanlage auf Großgmainer Seite würde im Eigentum der Gemeinde Großgmain stehen und auch die Verkehrssicherungspflicht würde die Gemeinde Großgmain übernehmen.

Diskussion im Stadtrat

"Aus meiner Sicht ist es vertretbar, den ÖPNV und den öffentlichen Nahverkehr zu unterstützen", so startete Oberbürgermeister Dr. Lackner in die Diskussion zwischen den Stadtratsmitgliedern.

Nicht wirklich begeistert von den zusätzlichen Lampen zeigte sich Dr. Wolf Guglhör von der SPD: "Ich habe bereits darauf hingewiesen, dass wir auf den Insektenschutz achten sollen, denn die Situation hat sich massiv verschlechtert. Wir befinden uns hier in einem Außenbereich und jede Lichtquelle zieht Insekten massiv an; wirkt quasi wie ein Sauger. LED-Beleuchtung zieht zwar weniger Insekten an, aber trotzdem werden dort jede Nacht Millionen von Insekten sterben. Ich hätte mir gewünscht, dass bei der Ausarbeitung nicht nur die Lichtquelle berücksichtigt wird, sondern auch die Insekten, denn sie sind unsere Lebensgrundlage. Wir sind eine Biosphärenregion und Alpenstadt und sollten ganz besonders darauf achten, dass sich der Zustand nicht verschlechtert.

Es gibt jede Menge Alternativen, wie zum Beispiel die Abschirmung von Lichtquellen oder auch einfach eine Taschenlampe zu benutzen, die vom Schlossberghof oder Busfahrer im Bedarfsfall ausgegeben werden könnten. So humoristisch das klingt, sehe ich das als ein sehr ernstes Problem an".

Vera Kaniber von der FWG hingegen stellte die Frage: "Von wie vielen Leuten reden wir überhaupt, für die wir hier eine Beleuchtung installieren? Wäre es da nicht wichtiger, sich erst einmal um eine gescheite Beleuchtung im Kurgebiet zu kümmern?" Und Martin Schoberth von der CSU pflichtete ihr bei: "Frau Kaniber schießt in die richtige Richtung. Wir sollten hier ein Gesamtkonzept erstellen, was wir schließlich schon seit Jahren einfordern."

Letztendlich entschied sich der Stadtrat von Bad Reichenhall mit sechs Gegenstimmen dazu, die Beleuchtung am Grenzübergang Marzoll zu realisieren.

Rubriklistenbild: © dpa

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