Wie sauber ist das (Ab-)wasser in Bad Reichenhall?

Für eine gesunde Natur: Umweltsündern auf der Spur

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Einbau eines Fettabscheiders
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Bad Reichenhall - Ein Umweltbüro beschäftigt sich derzeit mit der Erstellung eines Indirekteinleiterkatasters. Diese Ergebnisse wurden herausgefunden:

Am 08. März 2016 beauftragte der Stadtrat das Umweltbüro Edith Ober, Maitenbeth, mit der Erstellung eines Indirekteinleiterkatasters für die Stadt Bad Reichenhall. 

Indirekteinleitungen sind alle Einleitungen von Abwasser in das (kommunale) Kanalnetz. Von dort geht es weiter zur Kläranlage, wird dort behandelt und anschließend in den Vorfluter, also ein Gewässer geleitet.

Bitte aufpassen, was ins Abwasser geht!

Sowohl Privathaushalte als auch Unternehmen sind dazu verpflichtet, darauf zu achten, was ins Abwasser eingeleitet wird. Je nach Unternehmensgruppen sind diese verpflichtet, zum Beispiel Öl- und Fettabscheider einzusetzen, damit diese Stoffe nicht ins Grundwasser gelangen.

Ende Dezember 2016 zeigte sich folgender Bestand an Abwasservorbehandlungsanlagen im Stadtgebiet:

  • 12 Amalgamabscheider bei Zahnärzten 
  • 31 Leichtflüssigkeitsabscheider bei Tankstellen und Werkstätten 
  • 63 Fettabscheider im Bereich der Gastronomie
  • 3 Gipsabscheider
  • 4 sonstige Spezialabscheider

Außerdem stellte sich heraus, dass weitere 35 Fettabscheider fehlen, manche Abwasservorbehandlungsanlagen zu klein dimensioniert sind und oftmals die notwendigen Unterlagen der Eigenüberwachung, wie zum Beispiel Entsorgungsnachweise, Jahresberichte und Nachweise einer Generalinspektion, nicht vorliegen.

Aufforderung zur Generalinspektion

2017 wurden insgesamt 38 Betriebe zur Durchführung einer Generalinspektion aufgefordert. Bisher wurden davon 13 Generalinspektionen durchgeführt. 

Alle Zahnarztpraxen und Labors erhielten unter Beratung von Frau Ober einen gültigen Wasserrechtsbescheid. Mehrere zu klein dimensionierte Fettabscheider mussten von den Betreibern nachgerüstet werden. Auch für das Jahr 2018 stehen noch einige Fettabscheider zur baulichen Nachrüstung an.

Vorsicht bei den Reinigungsmitteln

Außerdem erhielt auch ein Teil der Betriebe Empfehlungen zur Umstellung der Reinigungsmittel. So enthielten die bisher verwendeten Reinigungsmittel häufig organische Phosphorverbindungen, die nicht aus dem Abwasser entfernt werden können und somit den Ablaufwert der Kläranlage negativ beeinflussen würden. Vier größere Betriebe stellten Ihre Reinigungsmittel auf andere Produkte um.

Verständnis bei allen Beteiligten

Im Zuge der Bearbeitung stellte sich auch heraus, dass zwei größere Labors ihre Laborabwässer über die Kanalisation entsorgten, obwohl es sich hierbei um „Abfall“ handelte. Laut Satzung ist die Einleitung dieser Stoffe in das Abwassernetz verboten. In diesen Labors wird eine Umstellung des Entsorgungsweges erfolgen.

"Insgesamt konnte bei den meisten Betreibern durchaus Verständnis für die Notwendigkeit der Behandlung des Abwassers durch die entsprechenden Abscheideranlagen geweckt werden", so die Stadtverwaltung Bad Reichenhall.

2018 geht´s weiter

Der Prozess Indirekteinleiterkataster ist noch nicht abgeschlossen. Im Jahr 2018 müssen noch weitere Anlagen saniert werden. Die Überprüfung der Unterlagen der Generalinspektionen sowie der Jahresberichte ist ein weiterer Arbeitsbereich für das Jahr 2018.

Erst wenn alle Anlagen im Stadtgebiet auf dem technischen Stand sind, was noch einige Jahre beanspruchen wird, kann das Projekt Erstellung eines Indirekteinleiterkatasters als abgeschlossen betrachtet werden

Im Anschluss folgt die Phase der Überwachung der Indirekteinleiter anhand der Entsorgungsnachweise, Jahresberichte und Generalinspektionen, die parallel zum Projekt Erstellung bereits anläuft.

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