Heeresbergführer-Ernennung am Gebirgskampfzentrum Saalfelden

"Vom Privileg im Gebirge Dienst tun zu dürfen"

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Auf dem Rathausplatz von Saalfelden traten Ausbilder und Lehrgangsteilnehmer zur HBF-Ernennung an.

Saalfelden/Bad Reichenhall - Am Gebirgskampfzentrum des österreichischen Bundesheeres wurden am 19. April insgesamt 21 neue Heeresbergführer aus Deutschland, Österreich, Großbritannien und Schweden ernannt.

Die Absolventen, unter denen sich auch neun deutsche Soldaten befanden, hatten zuvor den deutsch-österreichischen Heeresbergführerlehrgang erfolgreich abgeschlossen. In einer Kooperation von Bundeswehr und Bundesheer – diesmal unter der Federführung von Österreich – wurde dieser Lehrgang zum zweiten Mal als Pilotlehrgang durchgeführt.

Der Stellvertretende Kommandeur des Ausbildungskommandos, Brigadegeneral Hartmut Renk, sowie der Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Brigadegeneral Alexander Sollfrank, waren als Repräsentanten der Bundeswehr angereist.

Auch von österreichischer Seite nahmen einige Generale teil. Darüber hinaus waren die Kommandeure sowie viele Vertreter aus den Einheiten, aus denen die angehenden Heeresbergführer (HBF) stammen, sowie Familien und Freunde vor Ort.

Auch der Ausbildungsstützpunkt Gebirgs- und Winterkampf, der den HBF-Lehrgang in Kooperation mit dem Gebirgskampfzentrum Saalfelden durchgeführt hatte, war mit dem Stützpunktleiter, Oberstleutnant Andreas Bockmann, einer Fahnenabordnung und seinen HBF-Ausbildern vertreten.

Darüber hinaus nahmen auch Abordnungen vom Kameradenkreis der Gebirgstruppe, vom Verband Deutscher Heeresbergführer und von mehreren Veteranenvereinen aus den Patengemeinden mit ihren Fahnenabordnungen teil.

Als erster Festredner beim Empfang in der Anton-Wallner-Kaserne hieß Oberst Rohdewald, der Kommandant des Gebirgskampfzentrums, alle Gäste willkommen und dankte den Durchführenden des Lehrgangs, insbesondere dem Lehrgangskommandanten Major Philipp Egele und dem deutschen Hörsaalleiter Hauptmann Georg Klauser für ihren Einsatz.

Die beiden hätten zusammen mit ihren Ausbildern „durch Kompetenz, vorbildliches Verhalten und umsichtiges Vorgehen dafür gesorgt, dass fast alle das Ausbildungsziel erreichen konnten.“ Außerdem dankte er dem Leiter des Ausbildungsstützpunktes Gebirgs- und Winterkampf für die Zusammenarbeit und den Kommandeuren der deutschen Gebirgsjägerbrigade 23 und des österreichischen Jägerbataillons 26 für die Unterstützung mit zusätzlichem Ausbilderpersonal.

Oberst Rodewald (hi.r.), der Kommandant des Gebirgskampfzentrums, zeichnete das deutsch-österreichische Ausbilderteam als Dank für die erfolgreiche Lehrgangsdurchführung mit einer Glasskulptur aus.

Als Erinnerung überreichte Oberst Rodewald allen Genannten eine Glasskulptur mit den beiden Wappen der Heeresbergführer von Deutschland und Österreich.

Anschließend wandte sich Oberst Rodewald an die angehenden Heeresbergführer: „Sie sind nun Führer, die die ihnen anvertrauten Soldaten durch schwieriges Gelände bei schwierigem Klima und Wetterbedingungen anführen und Ausbilder, die dafür sorgen, dass unsere Soldaten unter den Bedingungen bestehen.“ Mit ihrer Ausbildung hätten sie nun den Grundstein gelegt, allerdings seien ständige Aus- und Weiterbildung unerlässlich. „Genießen Sie das Privileg, im Gebirge Dienst leisten zu dürfen“, forderte er die Bergführer auf. Der Schlüssel zum Erfolg seien Mut, Entschlossenheit, Können, Verantwortungsbewusstsein und eine prägende Persönlichkeit.

Oberstleutnant Bockmann, der selbst vor 22 Jahren die Ausbildung zum Heeresbergführer durchlaufen hat, erinnerte sich unter anderem an die Mühen, die mit dem fordernden Lehrgang verbunden waren und sprach den Absolventen des Lehrgangs seine Anerkennung aus. Die beiden Hörsaalleiter resümierten die 30-wöchige Ausbildung und zeigten ein Video mit Impressionen aus dem zurückliegenden Lehrgang.

Auch der Leiter des Ausbildungsstützpunktes Gebirgs- und Winterkampf, Oberstleutnant Bockmann, gratuliert den frisch ernannten Heeresbergführern zu ihrer herausragenden Leistung.

Major Egele dankte seinen Vorgesetzten für das entgegengebrachte Vertrauen und die Freiheit bei der Ausgestaltung des Lehrganges. Hauptmann Klauser forderte seine Kameraden dazu auf, die Freude am Bergsteigen und an den Bergen in die Verbände zu tragen. Oberst Thomas Abfalter, der Präsident des Österreichischen Heeresbergführerverbandes, nahm die Ehrung des Lehrgangsbesten vor. In diesem Durchgang konnte Oberleutnant Lamprecht vom österreichischen Bundesheer die Ausbilder mit herausragenden Leistungen überzeugen.

Der Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Brigadegeneral Sollfrank, überreicht einem internationalen Absolventen des Lehrgangs die Ernennungsurkunde zum Heeresbergführer.

Am Abend fand die feierliche Ernennung zum Heeresbergführer auf dem Rathausplatz in Saalfelden statt. Zu dieser waren die Militärmusik Salzburg, die Fahnenabordnungen des Gebirgskampfzentrums und des Ausbildungsstützpunktes Gebirgs- und Winterkampf, ein Ehrenzug des Bundesheeres, die angehenden Heeresbergführer mit ihren Ausbildern, die Fahnenabordnungen der regionalen Veteranenvereine sowie die Abordnungen der Bataillone der Gebirgsjägerbrigade 23 angetreten waren.

Im Anschluss an die Reden hochrangiger Vertreter aus Militär und Politik zeichneten die deutschen und österreichischen Generale die angehenden Heeresbergführer mit dem begehrten Abzeichen und einer Urkunde aus.

Das Antreten, zu dem die Militärmusik Salzburg auch die Märsche des Gebirgskampfzentrums und des Ausbildungsstützpunktes Gebirgs- und Winterkampf spielte, fand seinen krönenden Abschluss im Großen Österreichischen Zapfenstreich, einem militärischen Zeremoniell mit Trommelrufsignalen und Traditionsmärschen, das nur zu besonderen Anlässen gespielt wird.

Pressemeldung Pressestelle Gebirgsjägerbrigade 23

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