Taxler-Krisengipfel: Ende des Boykotts

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Zufriedene Gesichter nach dem Krisengipfel im Landratsamt: Peter Tutschku, Georg Grabner und Wolfgang Giese.
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Bad Reichenhall - Nach den Schleusungsvorwürfen boykottierten Salzburger Taxler das Nachbarland. Nun einigte man sich wieder - und Landrat Grabner freute sich aus einem ganz speziellen Grund.

Letztendlich war man sich wieder einig, doch jedem war anzumerken, dass das Thema in den vergangenen Wochen Emotionen hochschlagen ließ: Ein österreichischer Taxifahrer, der illegale Einwanderer über die deutsche Grenze schleust? So sah es jedenfalls die Bundespolizei im April: Die Asylbewerber hatten keine Papiere bei sich, der Taxler wurde festgenommen. "Wir werden uns das in Zukunft nicht mehr gefallen lassen. Vielleicht fahren wir gar nicht mehr nach Freilassing", so Peter Tutschku von der Salzburger Funktaxivereinigung damals. Gesagt, getan: Tutschku gab seinen Taxlern die Empfehlung, nicht mehr über die Grenze zu fahren. Rund sechs Wochen wurde dieser "Boykott" aufrecht erhalten.

"Es war ein Maß erreicht, wo wir ein Zeichen setzen mussten", begründete Tutschku am Mittwoch in Bad Reichenhall diesen Schritt. Alle Seiten kamen zusammen: Taxler, Staatsanwaltschaft, Polizei, Landratsamt. Man wurde sich einig. Ab dem heutigen Donnerstag rollen die Taxis auch wieder grenzüberschreitend. Wie kommt's? Die Polizei versprach, Taxifahrer-Kontrollen so schnell wie möglich abzuhandeln und sie stellte klar: Die Fahrer sind nicht verpflichtet, sich die Ausweise ihrer Fahrgäste zeigen zu lassen. "Trotzdem empfehlen wir die Kontrolle im Zweifelsfall", so Ludger Otto von der Bundespolizei.

Restrisiko bleibt aber

Tutschkus Salzburger Funktaxizentrale betreut etwa 950 Fahrer auf 400 Taxis. Von den rund 3000 täglichen Fahrten haben circa 50 Bayern zum Ziel. "Auch wenn wir nicht ausschließen können, dass so etwas wieder passiert: Ein Restrisiko ist immer vorhanden. Es war jetzt um jede verlorene Fahrt schade", so Tutschku. Vor allem aus Gastronomie und Unternehmen kamen Klagen, dass Gäste und Geschäftsleute keine Fahrten mehr vermittelt bekommen hätten.

Trotzdem: An der rechtlichen Lage ändert sich nichts. Die Polizei kann Taxifahrer im Fall der Fälle nicht besser behandeln als Schleuser. Das Verfahren gegen den im April festgenommenen Salzburger Taxler läuft derweil noch immer. "Sollte sich der Verdacht der Schleusung gegen ihn bestätigen, wird er angeklagt", so Wolfgang Giese von der Staatsanwaltschaft Traunstein.

Auch Landrat Grabner zufrieden

Schließlich gab es aber auf beiden Seiten der Grenze Aufatmen und zufriedene Gesichter. Nicht zuletzt bei Landrat Georg Grabner: "Jetzt kann ich wieder unbesorgt mit der S-Bahn ins Müllner Bräustübl fahren und mit dem Taxi wieder heim."

xe

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