Ein "Sahnestück" als Unterkunft für Flüchtlinge?

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Das ehemalige Gasthaus "Am Schroffen", hoch über der Kurstadt.
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Bad Reichenhall - Es wird Zeit für die Stadt, ein Asylbewerberheim zu bestimmen! Doch ob es ein vermeintliches "Sahnestück" mit bester Aussicht sein soll, daran scheiden sich die Geister.

"Als der Max Aicher das alte Gasthaus ,Schroffen' gekauft hat, hab' ich noch gedacht, da wird jetzt was angeschoben - so wie am Predigtstuhl. Die Firma ,Brand Trust' legte uns doch nahe, das Image zu verbessern und jetzt wird dort das Asylthema forciert. Das ist kontraproduktiv! In Ostdeutschland sind ganze Städte leer, warum kommen die Asylanten nicht da hin?" Die Debatte im Stadtrat, ob der "Schroffen" ein geeignetes Flüchtlingsheim sein könnte, ließ so manchen, wie Fritz Grübl, harte Töne anschlagen. Doch auch Bad Reichenhall muss Verantwortung übernehmen.

Letztlich ist es zwar eine Entscheidung zwischen Eigentümer Aicher und dem Landratsamt, doch auch im Stadtrat sollte das Thema auf die Tagesordnung kommen: Ein ehemaliges Gasthaus in Kibling, ein Gebäude am Werkmeisterweg und der besagte "Schroffen" standen als mögliche Asylbewerberheime zur Debatte. Vor allem bei Letzterem waren manche Stadträte der Meinung, so ein "Sahnestück" lieber für einen möglichen Hotelinvestor freizuhalten.

"Sahnestück" oder "heruntergekommene Hütte"?

Hoch über der Stadt liegt das ehemalige Gasthaus, mit bestem Blick auf Bad Reichenhall. Ein Investor ließ sich in den vergangenen Jahren nicht finden. Doch das wollten manche Stadträte nicht wahrhaben: "Ja, wir brauchen Unterkünfte, aber der Schroffen ist nicht geeignet - lieber ein schönes Hotel dort", so beispielsweise Werner Mägerle, der sich bereits im Bauausschuss gegen die Pläne aussprach.

"Die Not dieser Menschen ist sehr groß, wir dürfen dieses Problem nicht wieder ewig verschleppen", meinte dagegen Ulrich Derwart. Am Werkmeisterweg könnten, nach Vertragsunterzeichnung zwischen Aicher und Landratsamt, in etwa drei Monaten Flüchtlinge einziehen, beim Schroffen wäre es etwa im dritten Quartal möglich, informierte Derwart. Und dass der "Schroffen" inzwischen eine "obakemmane Hüttn" sei, merkte Gerhard Fuchs an.

Infoveranstaltung, bevor es so weit ist

Abgestimmt würde schließlich getrennt über die drei Gebäude: Beim "Schroffen" sprachen sich drei Räte gegen die geplante Nutzung aus, für das Gebäude am Werkmeisterweg fand sich eine Gegenstimme (Wolf Guglhör), beim ehemaligen Wirtshaus in Kibling war man sich dagegen einig, auch wenn es auf dem Gemeindegebiet von Schneizlreuth liegt. Jeweils bis zu 40 Flüchtlinge könnten unterkommen.

Überrascht werden sollen die Reichenhaller jedenfalls nicht: "Ich habe mich beim Landratsamt dafür eingesetzt: Bevor die ersten Asylbewerber einziehen, wird es eine zentrale Informationsveranstaltung geben", so Stadtoberhaupt Herbert Lackner.

xe

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