Woge der Unterstützung für Saalachwelle

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Die Vertreter der Bürgerinitiative konnten sich über eine gelungene Präsentation der Saalachwelle im Magazin 4 freuen – und übten gemeinsam mit den Gastgebern von der CSU Bad Reichenhall in lockerer Atmosphäre den Surfergruß

Bad Reichenhall - Die Idee der Saalachwelle hat schon viel mediales Aufsehen erregt. Laut CSU habe es aber noch viele offene Fragen gegeben und lud deshalb zusammen mit den Initiatoren ins Magazin 4 ein.

Wie funktioniert das Konzept der Saalachwelle? Was ist der Nutzen? Und wieviel kostet es? Fragen genug, denen die CSU Bad Reichenhall auf den Grund gehen wollte und daher gemeinsam mit den Initiatoren des Projekts die Bevölkerung einlud, sich näher über die „Saalachwelle“ zu informieren.

Und die Resonanz war überraschend groß: Das Magazin 4 in der Alten Saline war mit über hundert Besuchern bestens gefüllt. Gerade viele junge Menschen hat das Thema „Saalachwelle“ angezogen, die damit auch ihre Unterstützung für das Projekt zum Ausdruck brachten.

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Nach der Begrüßung der CSU-Ortsvorsitzenden Stephanie Kunz sprach die Bewegungstherapeutin Margot Zeitvogel-Schönthier in einer humorvollen Einleitung von einem „Traum, der mit genügender Vorstellungskraft auch verwirklicht werden könnte“. Das Ziel ist klar: Das Surfen in Bad Reichenhall möglich zu machen. Holger Schönthier griff den Gedanken seiner Frau auf und machte deutlich, dass in der Idee großes Potenzial steckt. Zugleich erfordert sie auch einiges an Arbeit, denn es gilt noch einige Hürden zu überwinden. Wie das gelingen kann, wurde anschließend deutlich: Der kenntnisreiche Sachvortrag, den Merlin Schönthier, Dipl. Ing. (FH) Benjamin Di-Qual („Wenn die Welle kommt, werde ich Reichenhaller“) und Dipl. Ing. Stefan Klotz im lebendigen Wechsel boten, nahm die Zuhörer gleich mit an den Ort des geplanten Geschehens: Der Kanal, der das Saalachkraftwerk mit der Saalach verbindet, mündet an der Südost-Ecke des Bundeswehrgeländes bei der Kretabrücke in die Saalach. Er führt je nach Betriebszustand des Kraftwerkes optimal bis zu 60 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Der obere Bereich wie auch das Kraftwerk selbst unterliegen zwar dem Denkmalschutz und dem Naturschutz.

Video aus dem Archiv:

Für die davon weit genug entfernte Einmündungsstelle in die Saalach bestehen aber keine Einschränkungen. Der Kanal ist frei von Fischen. Da kein natürliches Flussbett betroffen ist, wäre der Eingriff in die Natur nur minimal. Die Geräuschentwicklung wäre gering und ohnehin wegen des Straßenverkehrs über die Kretabrücke unauffällig. Dass die Anlage keine Verschmutzung verursacht, würde durch die Betreiber und die umweltbewussten Nutzer sichergestellt. Dass die Saalachwelle auch handfeste Vorteile hat, wurde bestens deutlich: Ziel ist, eine echte Attraktion zu schaffen, die Surfer und Zuschauer in die Stadt lockt. Denn: Wer zum Zwecke des Surfens in die Stadt kommt oder auch nur als Zuschauer, der wird auch Gast.

Ein in den Vortrag eingebettetes Video bewies, welch hohe Faszination vom Surfen ausgeht: Am Flughafen München wurde eigens für ein Event eine künstliche Welle geschaffen, die Surfer wie Schaulustige in großer Zahl anzog. Die Werbewirkung für die gesamte Stadt ist also nicht zu unterschätzen, denn der Surfpark in Bad Reichenhall würde in den Dimensionen einmalig in Europa: Die Anlage würde mit 21 Metern Breite mehr als doppelt so breit wie der überregional bekannte Eisbach im Englischen Garten in München bzw. fünf-mal so breit wie der gut frequentierte Salzburger Almkanal. Die Höhe der erzeugten stehenden Welle wäre je nach Zufluss zwischen 0,8 und 1,5 Metern und damit für Surfer sehr attraktiv.

In der anschließenden Diskussion gab es ausschließlich positive Reaktionen, die Saalachwelle genießt bei den Anwesenden und auch bei den Kommunalpolitikern große Unterstützung, wie ein einstimmiger Beschluss des zuständigen Ausschusses des Stadtrats zu der Sache beweist. Sowohl OB Dr. Herbert Lackner als auch Wirtschaftsreferent Sebastian Renoth meldeten sich spontan zu Wort. Letzterer verwies auf den Rückgang an Übernachtungen in Bad Reichenhall. Dieser negative Trend müsse umgekehrt werden. Professionelle Vermarktung ist in jedem Falle dringend geboten - und wenn dabei noch dazu ein Projekt geschaffen werde, das speziell für junge Leute eine Attraktion darstelle, sei das doppelt gut. Die Stadt Bad Reichenhall kann zwar keine eigenen Mittel beisteuern, aber im Genehmigungsverfahren positiv wirken.

Video aus dem Archiv:

 

Da der Kanal im Verantwortungsbereich der Deutschen Bahn liegt, sind die Gespräche mit der Bahn bereits aufgenommen worden. Erste Bedenken seitens der Bahn seien bereits ausgeräumt, weiterer Gesprächsbedarf ist freilich noch vorhanden. Allerdings ist die Kostenprojektierung noch nicht voll angelaufen. Da die Deutsche Bahn ohnehin für 2015 zu Wartungszwecken für einige Monate die Stilllegung des Kanals plane, sei dies aus Sicht der Projektinitatoren eine gute zeitliche Zielmarke, um die Saalachwelle zu realisieren.

Die Landtagsabgeordnete Michaela Kaniber berichtete von Gesprächen mit dem bayerischen Finanzminister Markus Söder, der für ein ähnliches, aber kleineres Projekt in Nürnberg 250.000 Euro Staatsmittel in Aussicht gestellt habe. Er habe sich bereit erklärt, im Frühjahr für einen Ortstermin nach Bad Reichenhall zu kommen. Kaniber möchte das Projekt weiterhin unterstützend begleiten. Mit einem echten „Hingucker“ konnten die Verantwortlichen wie angekündigt aufwarten: Die Initiatoren der Saalachwelle haben ein maßstabsgetreuer Modell der Welle erstellt, das anschaulich macht, wie die Saalachwelle funktionieren soll. Das Modell erfreute sich bei den Besuchern regen Interesses und großer Beliebtheit, was eine äußerst gelungene Veranstaltung im Magazin 4 perfekt abrundete, wie von mehreren Seiten bestätigt wurde.

Denn auch die letztverbliebene Frage wurde von dem sympathischen Team der Saalachwelle gerne geklärt: Was steht hinter dem Wunsch und dem Engagement des Teams, warum die ganze Arbeit? Die lächelnde Antwort: „WIR WOLLEN SURFEN!“.

Die CSU-Ortsvorsitzende freute sich in ihren Dankesworten darüber, dass es gelungen sei, dass so umfassend über das Projekt der Saalachwelle informiert wurde. Insbesondere freute sie sich darüber, dass es eine echte Bürgerinitiative sei, die nicht rein destruktiv gegen eine Sache wirke, sondern sich vielmehr zum Ziel gesetzt habe, die Stadt attraktiver zu machen und bei der die Verantwortlichen sich mit viel Herzblut, Zeit und Engagement bewusst für ein Projekt einsetzen. „Das kann ein Musterbeispiel werden, wie wir in Bad Reichenhall viel öfter handeln sollten: In gemeinsamer Zusammenarbeit, ohne Scheuklappen - dafür mit Ziel und Zweck, mit Überzeugung und für eine lohnenswerte Sache.“ Stephanie Kunz fügte an die Referenten gewandt schmunzelnd hinzu: „Und wenn die Saalachwelle dann mal steht, dann mache ich zusammen mit Finanzminister Söder bei Euch einen Surfkurs.“

Pressemeldung CSU-Ortsverband Bad Reichenhall

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